Die Shofar-Stöße zu Rosch Haschana

In dieser Reihe beleuchten wir die so wichtigen Herbstfeste oder “Hagai-Tishrei” und ihre prophetische und praktische Bedeutung für die heutige Zeit.

Die Shofar-Stöße zu Rosch Haschana
David Cohen/Flash90

Heute Abend feiern wir Rosch Haschana, das jüdische Neujahrsfest, daher wollen wir die Shofar-Stöße zur Eröffnung der Herbstfeste und die kommende Erlösung für Israel und die Welt betrachten.

Für diejenigen, die ihn nicht gehört haben, ist der Klang des Shofar nicht leicht zu beschreiben. Ursprünglich, roh, beunruhigend, beginnt man erst, die Aufregungen in der jüdischen Seele zu beschreiben, die schweigend auf ihre Stimme hört.

Während wir in diesem Jahr zuhören, tröstet der Shofar nicht. Sein Ruf aus dem Jenseits wird unsere Aufmerksamkeit erfordern, denn wie in alten Zeiten ist er ein Ruf zu den Waffen, ein Alarm, der vor drohender Gefahr warnt. In Synagogen auf der ganzen Welt werden die Shofartöne feierlich erklären: “Erhebt euch, denn die Erde bebt. Soll der Shofar in einer Stadt geblasen werden und die Menschen nicht zittern?” (Amos 3,6).

Das Hören der Shofar ist heiligen Versammlungen vorbehalten und wird auch in diesem Jahr wieder Erinnerungen an Sinai wecken, wo das Volk zitterte und der Berg bebte. Er erinnert an die mächtigen Mauern von Jericho, die bei seinem Ton zu Staub zerbröckelten.

“Der große Tag des Herrn ist ein Tag des Shofar und des Alarms”, warnt der Prophet (Zephanja 1:14,16). Mit seinem Schrei regt uns der Shofar dazu an, über die Gerichte des Herrn nachzudenken, die jetzt schon auf die Erde kommen. Der Prophet Jesaja warnt vor einem großen Shofar, der den Tag des Herrn ankündigt (Jes 27,13). Wenn wir zuhören, werden wir erschüttert, während wir unsere Stimme erheben und beten: “Oh Herr, unser Gott, Gott unserer Väter, gib uns, dass Gnade und Wahrheit in unserem Land wieder bekannt werden.“

Das Shofar ist aus den Hörnern opfertauglicher Tiere gefertigt. Denn er ruft den blutbespritzten Gnadensitz am Ende der Zehn Tage der Ehrfurcht am Tag der Buße herbei, sein Klang erweckt die Reue und zieht uns zurück zu Gott.

Und wenn wir von dieser kleinen Erde gegangen sind, werden wir bei unserer Auferstehung erneut den Shofar hören (1 Thess 4,16; 1 Kor 15,52). “Erwacht aus eurem Schlummer, ihr, die ihr im Leben eingeschlafen seid, und denkt über eure Taten nach. Gedenkt eures Schöpfers. Gehört nicht zu denen, die bei der Suche nach Schatten die Wirklichkeit verfehlen und ihr Leben damit vergeuden, vergebliche Dinge zu suchen, die weder Gewinn noch Rettung bringen. Schaut gut auf eure Seelen und verbessert euren Charakter. Verlasst, jeder von euch, eure bösen Wege und kehrt zum Herrn zurück” (Rabbi Maimonides).

In diesem Jahr werden die Shofar bei Sonnenuntergang am Erew Schabbat, Freitagabend, 18. September, dem Beginn des Hebräischen Jahres 5781, gehört. Möge sein Schrei den Beginn einer Zeit der Erneuerung und der Wiedergeburt von oben für das Volk Israel einläuten, und möge es eine Zeit der Besinnung und Wiederherstellung für all jene sein, die den Gott Israels lieben.

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