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Die Knesset diskutiert den Umgang mit Opfern sexueller Gewalt

Wie reagieren die verschiedenen Institutionen auf Anfragen von Opfern?

Die Abgeordnete Pnina Tamano Shata führt die Sondersitzung des Ausschusses des israelischen Parlaments an. Kann sie den Opfern helfen? Foto von Chaim Goldberg/Flash90
Die Abgeordnete Pnina Tamano Shata führt die Sondersitzung des Ausschusses des israelischen Parlaments an. Kann sie den Opfern helfen? Foto von Chaim Goldberg/Flash90

Der Ausschuss für die Förderung der Stellung der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter hielt am Montag eine Sondersitzung ab, in der es um die therapeutischen Maßnahmen und die Unterstützung von Opfern und der Opfer sexueller Übergriffe am und nach dem 7. Oktober ging. Die Diskussion begann mit einem Appell der Familien der Entführten an die Abgeordneten: „Meine beiden Eltern wurden am selben Schabbat ermordet“, erzählte Marev, die Schwester des entführten Itai Sabirsky, „er sah, wie meine Mutter vor seinen Augen ermordet wurde. Wir müssen über das Problem sprechen, was mit den Frauen passiert ist. Wir haben hier eine Situation, in der es schwangere Frauen gibt. Jetzt ist die Zeit, in der Abtreibungen noch möglich sind – später wird es nicht mehr möglich sein.”

Nach einigen weiteren Aussagen von Angehörigen, begannen die verschiedenen Institutionen damit, ihre jeweiligen Prozesse für Opfer sexueller Gewalt zu beschreiben.

Dr. Bela Gershon, Direktorin des Gesundheitsministeriums, stellte die therapeutischen Maßnahmen des Ministeriums vor: „Wir wenden uns an alle Menschen, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Es gibt fünf Kompetenzzentren im Süden. Wir haben in der ersten Woche des Krieges ein nationales Kompetenzzentrum eingerichtet. Es verfügt über eine Telefonzentrale, die Überweisungen entgegennimmt und geeignete Therapeuten je nach Wohnort vermittelt. Wenn die Traumaspezialisten sexuellen Missbrauch erkennen, wissen sie, wie sie eine entsprechende Überweisung ausstellen können, oder sie kümmern sich selbst darum.“

Die Abgeordnete Merav Ben Ari rief daraufhin die Nummer des Kompetenzzentrums an, das Dr. Gershon bei der Anhörung vorgestellt hatte, und wartete 12,5 Minuten. Als ihr Anruf entgegengenommen wurde – so sagt sie -, wurde aufgelegt. „Vergewaltigung ist ein Mord an der Seele und niemand geht ans Telefon. Nehmt Kontakt zu denen auf, die verletzt wurden“. Sie forderte: „Ihr müsst zu ihnen gehen und an ihre Häuser klopfen oder in die Krankenhäuser gehen.“ Der Abgeordnete Eliyahu Dellal fügte hinzu: „Die Regierungsstellen sollten die Initiative ergreifen und nicht warten, denn es ist nicht sicher, ob die Opfer den Mut haben, sich zu melden und anzurufen.“

Schuhe in der Nähe des Strandes in Tel Aviv als Teil eines Protests für die Freilassung von Israelis, die von den Hamas-Terroristen in den Gazastreifen entführt wurden. Foto von Avshalom Sassoni/Flash90
Schuhe in der Nähe des Strandes in Tel Aviv als Teil eines Protests für die Freilassung von Israelis, die von den Hamas-Terroristen in den Gazastreifen entführt wurden. Foto von Avshalom Sassoni/Flash90

Salait Shahar Hochman, Leiterin der Abteilung für sexuelle Viktimisierung im Wohlfahrtsministerium, erklärte der Runde: „In unserem Ministerium gibt es etwa 80 kleine und große Behandlungszentren. Wir suchen nicht nach Personen, die sexuell missbraucht wurden.“ Die Leiterin der Diskussion fragte daraufhin: „Wenn ein Opfer auf der Polizeiwache ankommt, was passiert dann?“ Hochman erwiderte, „Wir warten auf die Opfer und wissen, wie sie zu behandeln sind. Sie wenden sich an die Telefonnummer 118, wo es Sozialarbeiter gibt. Es gibt einen direkten Kontakt, der direkt zu uns führt. Das Wohlfahrtsministerium hat es auf sich genommen, die Opfer zu behandeln und zu finanzieren, die auf der Party waren.“

Oberstleutnant Yael Shapira, Kommandantin des Bewältigungs- und Unterstützungszentrums in der Armee erläuterte, wie in ihrem Bereich mit Opfern verfahren wird: „Das Mehot-Zentrum bietet jedem Antragsteller, der direkt oder indirekt sexuellem Missbrauch ausgesetzt war, eine schnelle und direkte Antwort. Das Zentrum ist in der Lage, Soldaten und Soldatinnen eine anonyme Antwort zu geben, ohne Wartezeit für die Behandlung von Opfern im Zusammenhang mit den Kampfhandlungen. Wir geben eine sofortige Antwort auf jede Anfrage, die bei unserem Zentrum oder durch Kommandanten in den Einheiten eingeht. Nach dem 7. Oktober erging die Anweisung an die Einheiten, die Soldaten, die in irgendeiner Form von Verletzungen betroffen waren, über die Möglichkeit zu informieren, sich an uns zu wenden.“

Die Vorsitzende des Ausschusses, Pnina Tamano-Shata, schloss die Diskussion mit kritischen Worten ab: „Wir verlassen die Diskussion mit einem unguten Gefühl, denn ich hätte vor allem erwartet, dass sich die Regierungsministerien mit allen Parteien zusammensetzen und dass es eine klare Vorgehensweise gibt. Die fehlende Einbeziehung der Betroffenen schafft eine kritische Atmosphäre. Am Ende ergibt sich kein zufriedenstellendes Lagebild. Vielleicht brauchen wir einen Projektleiter für diese Sache. Vielleicht sollte man es an das Sozialministerium übertragen. Ich empfehle, dass es bald einen Masterplan in einer sehr übersichtlichen Darstellung gibt. Wir sollten verstehen, welche Bezüge bestehen und wie lange die Wartezeiten sind. Ich glaube nicht, dass es hier ein Finanzierungsproblem gibt. Wir werden nächste Woche ein Folgegespräch führen.“

Auch wenn es anscheinend noch Probleme bei der Kooperation der verschiedenen Behörden gibt, ist es doch gut zu wissen, dass sich alle auf eigene Weise um die Opfer sexuellen Missbrauchs kümmern. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Komitee beim nächsten Treffen die Schwierigkeiten aus dem Weg räumt und den Opfern eine angemessene Behandlung ermöglicht.

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Patrick Callahan

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