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Die Hölle auf Erden!

Die unglaubliche Überlebensgeschichte eines jüdischen Jungen, der seiner Kindheit beraubt wurde.

Holocaust
Auschwitz ist eines der Vernichtungslager, in denen mehr als 3 Millionen Juden ermordet wurden. Bild: Shutterstock

Der Versuch, die ganze Tiefe der Abscheulichkeit des Holocaust zu begreifen, ist eine gewaltige Herausforderung. Die Zeugenaussage, die ich vor kurzem gelesen habe, kommt dem sehr nahe.

The Stable Boy of Auschwitz

Wie in dem gemeinsam mit Dexter Ford verfassten Buch „The Stable Boy of Auschwitz“ (Thread 2023) anschaulich beschrieben, musste Heinz Oster zehn lange Jahre qualvoller Haft unter den Nazis erdulden, die ihm seine gesamte Kindheit, seine Eltern und seine weitere Familie, seine Freiheit, seine Bildung und lebensnotwendige Nahrung raubten. Als endlich die Befreiung kam, war er kurz vor dem Verhungern.

An seinem ersten Schultag als Sechsjähriger musste Heinz durch eine Menge Jugendlicher laufen, die ihn wegen seiner jüdischen Herkunft mit Steinen bewarfen. Seine Familie wurde dann gewaltsam in beengte Verhältnisse in einem ärmeren Stadtteil ihrer Heimatstadt Köln umgesiedelt, bevor sie in ein Ghetto in der polnischen Stadt Lodz deportiert wurde, wo sein Vater zu Tode geschunden wurde und verhungerte.

Die nächste Station war Auschwitz, wo ihm seine Mutter entrissen wurde. Er sah sie nie wieder, sie wurde direkt in die Gaskammern geführt.

Da er Deutsch sprach (die meisten Insassen waren Polen), bekam er Arbeit als Stallbursche, da dies die einzige Sprache war, die die Pferde verstanden. So hatte er zumindest gelegentlich Zugang (wenn niemand hinsah) zu Hafer und Klee, mit denen er die Tiere fütterte.

Die Bestrafung für Regelverstöße war die „Sonntagsunterhaltung“, bei der man zusehen musste, wie Übeltäter am Galgen hingen. Auf Fluchtversuche reagierten die Nazis mit mörderischen Repressalien. Heinz wurde einmal mit anderen in einen Hof getrieben, wo Mitgefangene mit Maschinengewehren niedergemäht wurden. Er kam wie durch ein Wunder mit einer relativ leichten Verletzung davon.

Das Essen war so begehrt, dass ein Stück Kohl in der Suppe wie ein Lottogewinn war. Und er vergaß nie den Schrecken in den Gesichtern derer, die aufgrund ihrer zunehmenden Schwäche für die Öfen ausgewählt wurden.

Im Januar 1945, als die Rote Armee näher rückte, wurden die Häftlinge auf einen langen „Todesmarsch“ geschickt, auf dem viele starben.

Schließlich wurden sie in offene Güterwagen eines Zuges nach Buchenwald gepfercht, der von britischen Flugzeugen bombardiert wurde, die sie offensichtlich für deutsche Truppen hielten, was zu einem grausamen Blutbad führte.

Und aus dieser Feuerfalle wurden sie direkt in das „Feuer“ von Buchenwald geworfen, wo viele verhungerten. Dann kamen amerikanische Soldaten zusammen mit dem Roten Kreuz, die rettende Lebensmittel und Medikamenten dabeihatten. Heinz war mittlerweile völlig verwirrt und wusste nicht, wohin er gehen sollte. Als einer von 2.011 aus Köln deportierten Juden gehörte er zu den nur 23 Überlebenden der Lager.

Glücklicherweise gelang es einem Mitarbeiter der US-Botschaft im benachbarten Frankreich (wo er zunächst hingeschickt worden war), einen Onkel von ihm in Los Angeles ausfindig zu machen, wo er schließlich sein Zuhause fand und den „amerikanischen Traum“ leben konnte.

Heinz (der nun Henry hieß, da er nicht nach einer Ketchup-Marke benannt sein wollte) musste eine weitere neue Sprache lernen, passte sich jedoch gut an und stieg schließlich zum Professor für Optometrie auf, nachdem ihm aufgrund eines eindeutigen Falls von Antisemitismus die Ausübung seines Wunschberufs als Zahnarzt verwehrt worden war.

Nachdem ihm seine Jugend so grausam geraubt worden war und er seinen Glauben an Gott verloren hatte (wer könnte ihm das verübeln?), musste ich an die Worte Jesu denken:

„Wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.“ (Markus 9,42)

Obwohl er schwor, niemals nach Deutschland zurückzukehren, gab er schließlich nach, als er erfuhr, dass ein Kölner Künstler, um die Bürger an das einst in ihrer Mitte begangene Unrecht zu erinnern, sogenannte „Stolpersteine“ zum Gedenken an Bewohner, darunter auch seine Eltern, die in Konzentrationslager deportiert worden waren, aufstellen ließ.

Damit wurde ein alter antisemitischer Topos auf den Kopf gestellt – denn nach alter Sitte war es so, dass, wenn jemand über einen hervorstehenden Kopfstein stolperte, dort ein Jude (mit seiner großen Nase) begraben sein musste.

Jesus verwendete den Ausdruck „Stolperstein“ für potenzielle Hindernisse für den Glauben – das Kreuz (1. Korinther 1,23), Satan (Matthäus 16,23) und Jesus selbst (Römer 9,32f).

Es scheint, dass das jüdische Volk auch heute noch ein Stolperstein in einer nichtjüdischen Welt darstellt, die seit den dunklen Tagen des Holocaust nicht viel gelernt hat.

 


Charles Gardner ist Autor von „Israel the Chosen“ (Israel, das auserwählte Volk), erhältlich bei Amazon; „Peace in Jerusalem“ (Frieden in Jerusalem), erhältlich bei olivepresspublisher.com; „To the Jew First“ (Zuerst den Juden), „A Nation Reborn“ (Eine wiedergeborene Nation) und „King of the Jews“ (König der Juden), alle erhältlich bei Christian Publications International.

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Patrick Callahan

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