(JNS) Die Zahl der im Jahr 2025 in Deutschland dokumentierten antisemitischen Vorfälle ist im Vergleich zum Vorjahr leicht auf einen Rekordwert von 8.725 gestiegen. Das teilte der in Berlin ansässige Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) am Mittwoch in seinem Jahresbericht mit.
„Die Zahl der Vorfälle ist seit dem 7. Oktober 2023 durchgehend hoch und beeinträchtigt weiterhin das Leben jüdischer Menschen“, heißt es in dem Bericht. Zudem wird darin festgestellt, dass „israelbezogener Antisemitismus“ 68 Prozent aller Vorfälle ausmachte.
Die Gesamtzahl für 2025, ein Anstieg um 98 Vorfälle gegenüber 2024, umfasst 178 körperliche Angriffe sowie 257 Fälle, in denen Drohungen ausgesprochen wurden.
Im Jahr 2022 lag die Zahl der Vorfälle bei 2.480.
Zu den im Bericht für 2025 dokumentierten Fällen gehört ein Vorfall in Kehl, einer westdeutschen Grenzstadt nahe Straßburg, bei dem vier Mitglieder der jüdischen Gemeinde vor einem jüdischen Gebetsraum beleidigt und bespuckt wurden. Im Bundesland Hessen wurde ein Rabbiner in einem Supermarkt vor den Augen seiner Kinder gestoßen, zudem wurde ihm sein Mobiltelefon entrissen. Laut RIAS bezogen sich die Täter während des Angriffs auf Israel.
Der Bericht dokumentiert außerdem vier Fälle von „extremer Gewalt“, darunter einen Terroranschlag am Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, erklärte, dass die Gesamtzahl etwa 24 Vorfällen pro Tag entspricht.
„Das sind keine statistischen Ausreißer, sondern die düstere Realität in Deutschland. Der RIAS-Jahresbericht 2025 zeigt deutlich, dass sich der Antisemitismus auf Rekordniveau verfestigt, anstatt zurückzugehen“, sagte er in einer Stellungnahme.




