Der Berg des Messias

Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! (2.Mose 20,3)

Foto: Maor Kinsbursky/Flash90

Da wir uns Pfingsten nähern, hier der erste Teil eines zweiteiligen Blicks auf die Bedeutung eines Festes, das die Kirche weitgehend vergessen hat

 

Die schreckliche, herzzerreißende Tragödie am Berg Meron im Norden Israels, die 45 Todesopfer und viele Verletzte forderte, ist in Bezug auf religiöse Feste nicht neu. Muslime haben im Laufe der Jahre weitaus schlimmere Katastrophen in Mekka erlitten. Und es ist eindeutig keine Strafe Gottes, obwohl es wie bei allen Tragödien, als Warnung dient: Wenn wir nicht auch Buße tun, werden wir alle ebenfalls untergehen – ein Punkt, den Jesus in Lukas 13,4 hervorgehoben hat.

Ich persönlich glaube, dass das Lag-B’Omer-Fest eine unangebrachte Verehrung darstellt, denn dort versammeln sich 100.000 orthodoxe Juden, um die alten Weisen zu feiern, die einen fast gottähnlichen Status angenommen zu haben scheinen. Das scheint mir gefährlich nahe an der Brechung des allerersten Gebotes zu sein: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ (2.Mose 20,3). Sicherlich scheint mir eine solche Anbetung so etwas wie ein Ersatz für die wirkliche Sache zu sein.

ANMERKUNG DER REDAKTION: Letztes Jahr, als das Lag B’Omer-Fest auf dem Berg Meron wegen Corona abgesagt wurde, berichtete Israel Heute darüber, wie sich einige orthodoxe Juden freuten, weil sie es ebenfalls als eine Form der Götzenanbetung ansehen.  Siehe: Wer übt im Land Götzendienst aus?]

Der fragliche Berg ist nicht weit vom Berg Hermon entfernt, Israels höchstem Gipfel an der Grenze zu Syrien, den der Bibellehrer Simon Ponsonby für den Ort der Verklärung Jesu hält, von der in den Evangelien die Rede ist. Dort ist er in seiner Herrlichkeit in Begleitung von Moses und Elias, die das Gesetz und die Propheten repräsentieren, offenbart worden. Schließlich war er gekommen, um das Gesetz des Mose und das Wort der Propheten zu erfüllen, und eine Stimme vom Himmel verkündete: „Dies ist mein geliebter Sohn … hört auf ihn!“ (Mt 17,5)

Laut Ponsonby gibt es Beweise dafür, dass der Berg Hermon einst voller heidnischer Heiligtümern war und dass Jesus den Ort für die Offenbarung seiner Herrlichkeit absichtlich wählte, um Satan auf seinem eigenen Terrain herauszufordern. Ist es also verwunderlich, dass eine Ersatzversammlung seitdem eine große Anhängerschaft in der Nachbarschaft gewonnen hat?

Nichtsdestotrotz ist Lag B’Omer mit Schawuot (Pfingsten) insofern verbunden, als es als Teil des Countdowns zum Frühlingsfest gesehen wird, das zwar auch ein Anlass zur Freude über die frühe Ernte ist, aber traditionell die Übergabe des Gesetzes am Berg Sinai zelebriert.

Schawuot wurde somit zum perfekten Termin für die Ausgießung des Heiligen Geistes, als das Gesetz, das ursprünglich auf Steintafeln geschrieben war, auf die Tafeln der menschlichen Herzen geschrieben wurde, in Erfüllung der Prophezeiungen von Jeremia und Hesekiel (Jer 31,33, Hes 36,26f).

Was also traditionell als die Geburt der Kirche angesehen wird, ist eigentlich ein jüdisches Fest. Das erklärt, warum Juden aus der ganzen bekannten Welt auf dem Tempelberg versammelt waren, um Petrus‘ überwältigende Predigt zu hören, die zur Umkehr und Errettung von 3.000 Menschen führte, in der er unter anderem das seltsame Phänomen des Zungenredens erklärte. Der Apostel hatte erkannt, dass die wundersame Ausgießung des Geistes auf die Jünger, die sie veranlasste, die Wunder Gottes in allen Sprachen der Anwesenden zu verkünden, von Joel prophezeit worden war, der sagte, dass alle, die den Namen des Herrn anrufen, gerettet werden würden (Joel 2,28-32).

Mein Gebet ist, dass unsere orthodoxen Freunde die Stellvertreter aufgeben und ihr Vertrauen in den wahren Messias setzen, der sowohl für die verlorenen Schafe des Hauses Israel als auch für die Heiden gekommen ist, die durch das Zeugnis dieser und anderer treuer Juden des ersten Jahrhunderts an ihn glauben sollten.

Jesus hatte ihnen gesagt, sie sollten in Jerusalem warten, bis sie mit Kraft aus der Höhe bekleidet würden (Lukas 24,49). Erst dann würden sie bereit sein, das Evangelium über die Stadt hinaus zu predigen – in Judäa, Samarien und bis an die Enden der Erde.

Aber Jesus sagte auch, dass der Teufel kommt, um zu stehlen, zu töten und zu zerstören (Johannes 10,10). Der Herr hingegen will, dass wir das Leben in seiner ganzen Fülle schmecken. Ich denke an die Berge rund um Kapstadt, einen der schönsten Orte der Erde, an dem ich das Privileg hatte, geboren zu werden.

Zu den Wahrzeichen im Schatten des berühmten Tafelbergs gehört der Devil’s Peak (Teufelsspietze). Das war aber offenbar nicht sein ursprünglicher Name, der „duif“ oder „duiwe“ (Plural) lautete, was auf Afrikaans „Taube“ bedeutet, nach dem Symbol des Heiligen Geistes. Aber das Wort war so nah an ‚duiwel‘ (Teufel), dass es der Nachwelt verloren ging.

Dankenswerterweise fordern Christen den ursprünglichen Namen zurück (zumindest im Geiste) als Teil der Wiederherstellung des göttlichen Erbes der Stadt. Aber zu viele Menschen, einschließlich unserer orthodoxen Freunde, werden des Erbes für alle beraubt, die das freie Angebot des ewigen Lebens in Christus, dem jüdischen Messias, annehmen, der auch für die Sünden der ganzen Welt starb.

In der Tat wurden sie der Essenz des Lebens beraubt, die nur in Jeschua (hebräisch für Jesus) gefunden werden kann, der allein uns zu unserem Vater im Himmel bringen kann (Johannes 14:6). Aber wie sollen sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? fragt der Apostel Paulus in einer Passage, in der er seinen Herzenswunsch nach der Errettung derer seines eigenen Volkes, die Jesus abgelehnt haben, offenbart (Röm 10,14).

Er fragt dann: „Hat Gott sein Volk verworfen? Mitnichten!“ (Röm 11,1) Denn die Antwort auf das Dilemma sowohl religiöser als auch säkularer Menschen, die nach einem tieferen Sinn im Leben suchen, liegt auf einem anderen Gebirgszug – wahrscheinlich auf dem, auf dem Jerusalem gebaut ist -, wobei Paulus den Propheten Jesaja zitiert, der dieses Bedürfnis lange vor den verehrten Rabbinern voraussah.

Über das Evangelium schrieb Jesaja: „Wie schön sind auf den Bergen die Füße derer, die frohe Botschaft bringen, die Frieden verkünden, die frohe Botschaft verkünden, die Rettung verkünden, die zu Zion sagen: ‚Dein Gott regiert!'“ (Jes 52,7)

Das scheint mir sehr nach einer Vorhersage von Heiden zu sein, die dem alten Volk Gottes die gute Nachricht von ihrem Messias bringen.

 


Charles Gardner ist Autor folgender Bücher: „Israel the Chosen“, erhältlich bei Amazon; „Peace in Jerusalem“, erhältlich bei olivepresspublisher.com  und „A Nation Reborn“, erhältlich bei Christian Publications International.

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