Das Leben schätzen

Der Terroranschlag gestern in Jerusalem machte mir klar, dass wir noch weit von einem normalen Alltag entfernt sind und wir jeden Tag unseres Lebens schätzen sollten.

An dieser Stelle wurde Eli Kay ermordet Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Gestern wurde mir leider wieder einmal bewusst, dass wir hier nie einen ganz normalen Alltag haben werden, solange wir den Terror nicht in den Griff bekommen. Wir machen uns Sorgen um Corona, schauen auf die anderen Länder, wie sie mit ihrer vierten Welle dort fertig werden. In den Nachrichten wurde in den letzten Tagen über den Beginn der Impfungen für Kinder berichtet, über den starken israelischen Schekel und dem schwachen Dollar und Euro. Ein weiteres anscheinend wichtiges Thema für uns Israelis war, in welche Länder wir jetzt fliegen können, wo Europa sich immer weiter in Richtung Rot nähert, was Corona betrifft. Und dann kam gestern früh der Bericht über den Terroranschlag in der Altstadt von Jerusalem.

Das war in der Tat eine Rückkehr in den Alltag, von der wir immer wieder sprechen. Aber was für eine Rückkehr ist das? So einen Alltag wollen wir nicht. Wann wird es mit diesem Terror endlich aufhören?

Eli Kay war gestern auf seinem Weg zur Arbeit an der Klagemauer, wo er als Führer tätig war. Kurz bevor er die Klagemauer erreichte wurden die tödlichen Schüsse auf ihn abgefeuert.


Bis vor einem Jahr war Eli noch in der israelischen Armee als „einsamer Soldat“ bei den Fallschirmjägern. Das war sein Traum, als er im Jahr 2016 von Südafrika nach Israel einwanderte, alleine. Nach seinem Armeedienst volontierte Eli in einem Kibbutz an der Grenze zum Gazastreifen. Er träumte davon, in Israel seine liebe zu finden und eine Familie zu gründen, wie seine Gastmutter im Kibbutz im Radio erzählte. Und dieser Traum schien sich zu erfüllen, in einem halben Jahr sollte er heiraten. Seine Eltern und Geschwister zogen im Dezember 2020 nach und ließen sich in Modiin nieder. Alles schien so wunderbar zu verlaufen, der zionistische Traum schien sich zu erfüllen. Bis gestern früh die Schüsse fielen.

Gestern Abend ging ich zu unserem Supermarkt, der sich in unserer Straße befindet, um ein paar Dinge für den Beginn der Woche einzukaufen. Auf meinem Rückweg sah ich plötzlich eine Gruppe von Fotografen, Kameraleuten und Journalisten vor einem Haus gleich gegenüber vom Supermarkt.

Kameraleute und Journalisten in meiner Straße in Modiin

Ich bekam ein mulmiges Gefühl. Die Familie von Eli Kay sind quasi unsere Nachbarn. Mir wurde klar, dass diese Tragödie jedem von uns passieren kann. Eli verließ gestern das Haus, hier in Modiin, um zu seiner Arbeit zu fahren, so wie wir es ja alle tun. Auch ich fahre nach Jerusalem in unser Büro, es ist ein ganz normaler Alltag. Für Eli war es das diesmal nicht. Die Schüsse des 42 Jahre alten Terroristen rissen ihn aus seinem noch so jungen Leben. Was für eine Tragödie für seine Familie und seiner Verlobten.

Mir wurde wieder einmal klar, dass wir unser tägliches Leben schätzen müssen, nichts ist selbstverständlich. Und ich hoffe, dass wir irgendwann dann einen wirklich ganz normalen Alltag leben können. Und jetzt zurück zur Realität, das Wetter. Denn das Leben muss weitergehen.

Das Wetter für heute in Israel

Der Regen liegt hinter uns, heute wird es wieder heiter bis teilweise bedeckt werden. Und auch etwas wärmer. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 22 Grad, Haifa 20  Grad, Tiberias am See Genezareth 23 Grad, am Toten Meer 22 Grad, Beersheva 21 Grad, Eilat am Roten Meer 24 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist noch etwas weiter gesunken und liegt bei – 210,635 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 1,835 Meter bis zur oberen Grenze.

Und nun wünsche ich Ihnen im Namen aller meiner Kollegen von Israel Heute einen angenehmen Montag. Genießen Sie das Leben und bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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