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BBC entschuldigt sich für irreführenden Beitrag über „Siedlungen“

Fehlgriff in der Berichterstattung: Britischer Sender zeigt Aufnahmen der israelischen Stadt Tiberias in Reportage über den Golan.

Der Hauptsitz der BBC am Portland Place in London. Foto von Adobe Stock

Die BBC muss sich erneut entschuldigen – dieses Mal für die Verwendung von Luftaufnahmen der israelischen Stadt Tiberias in einem Beitrag über „jüdische Siedlungen“ auf den Golanhöhen. Die falsche Darstellung wurde von der renommierten Medienbeobachtungsorganisation CAMERA (Committee for Accuracy in Middle East Reporting and Analysis) aufgedeckt und wirft erneut ein Schlaglicht auf die umstrittene Berichterstattung des britischen Senders.

Der fragliche Beitrag wurde von BBC Arabic veröffentlicht und befasste sich mit der strategischen Bedeutung der Golanhöhen. Dabei wurden Luftaufnahmen von Tiberias gezeigt, einer Stadt am Westufer des Sees Genezareth, die sich innerhalb der international anerkannten Grenzen Israels befindet. Die gezeigten Bilder wurden mit einer Voiceover-Passage kombiniert, in der von „über 30 israelischen Siedlungen auf dem Golan“ gesprochen wurde.

Die israelische Stadt Tiberias am See Genezareth. Bild: Adobe Stock.

Die fälschliche Gleichsetzung von Tiberias mit den jüdischen Ortschaften auf dem Golan stützt laut CAMERA antisemitische Narrative, die darauf abzielen, die jüdische Bevölkerung Israels als nicht einheimisch darzustellen. „Während BBC Arabic neue arabische Gemeinden als ‚Dörfer‘ oder ‚Städte‘ bezeichnet, wird eine alteingesessene israelische Stadt als ‚Siedlung‘ deklariert. Dies verstärkt die voreingenommene Berichterstattung der BBC“, erklärte ein Sprecher von CAMERA gegenüber der britischen Zeitung The Jewish Chronicle.

Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie von journalistischen Fehltritten des Senders ein. Erst kürzlich geriet die BBC in die Kritik, weil sie in einer Dokumentation über Gaza den Sohn eines hochrangigen Hamas-Funktionärs als Erzähler eingesetzt hatte. Zudem wurde in einer Analyse festgestellt, dass die BBC in den vier Monaten nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ihre eigenen redaktionellen Richtlinien über 1.500 Mal verletzt hatte. Dabei hatte der Sender wiederholt die Taten der Hamas verharmlost und Israel als alleinigen Aggressor dargestellt.

Die Berichterstattung der BBC wird nicht nur von internationalen Medienwächtern, sondern auch von der britischen Regierung kritisch beäugt. Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt finanziert sich mit einem Jahresbudget von rund 7,5 Milliarden US-Dollar, das zum Großteil durch Haushaltsgebühren der britischen Bürger getragen wird. Jeder Haushalt im Vereinigten Königreich zahlt jährlich 159 Pfund (umgerechnet etwa 185 Euro), um den Sender zu finanzieren.

Die BBC steht unter wachsendem Druck, ihre Berichterstattung zu überprüfen und sich an journalistische Standards zu halten. Doch ob sich dadurch eine objektivere Darstellung Israels und seiner Bevölkerung durchsetzen wird, bleibt fraglich.

 

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Patrick Callahan

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