An dieser Stelle mache ich eine Zäsur, bevor ich mit der Geschichte der israelisch-messianischen Bewegung fortfahre. Der Leser mag fragen, was den Autor zu diesem Buch motivierte. Haben eigene Erfahrungen und theologische Neigungen ihn polemisieren lassen?
Dieser Eindruck kann entstehen, und zwar als Ergebnis der immerwährenden Verteidigungsversuche der messianischen Bewegung. Diese defensive Haltung ist wohl jeder Bewegung eigen, deren Vision Paradigmenwechsel fordert. Das ist nicht nur verständlich, sondern sogar zu erwarten, darf aber nicht auf Kosten der Wahrheit gehen. Wenn verbreitet wird, dass ungefähr 20.000 messianische Juden in Israel leben, erscheint dies stark übertrieben.
Es gibt landesweit ca. 150 Gemeinden und viele Hauskreise. Die durchschnittliche Besucherzahl liegt bei 40, zum größten Teil Nichtjuden nach dem israelischen Gesetz. Die Gesamtzahl dürfte daher eher bei 3000 denn bei 20.000 messianischen Juden liegen. Einige betrachten die legale Definition, wer Jude sei, als falsch. Doch selbst wenn wir solche mit einschließen, bei denen beispielsweise der Vater jüdisch und die Mutter christlich ist, läge die Zahl der messianischen Juden bei lediglich 6000.
Eine andere Erklärung gibt ein Blick auf Evangelisten, Missionare und...
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