Guten Morgen liebe Leser!
Heute Nacht bin ich durch den starken Regen aufgewacht, der Wind schüttelte die Rollläden. Heute früh habe ich dann das Haus gut ausgerüstet, also mit Regenschirm, verlassen und dann das Auto genommen. Das habe ich nicht nur wegen des Wetters gemacht, sondern wegen des Besuches des amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence. Er wird nämlich am Nachmittag zum Flughafen fahren, dafür wird die gesamte Straße 1 gesperrt werden. Da möchte ich mich nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen. Mit dem Auto kann ich jederzeit und hoffentlich noch rechtzeitig aus der Stadt flüchten, vor einem möglichen Verkehrschaos.
Wie gesagt, der Regen ist wieder da, er soll bis zum Shabbat bei uns bleiben. So richtig gut soll es ab Donnerstag werden, man hat uns Regen und Gewitter vom Norden bis zum nördlichen Negev versprochen. Unser Genezareth See ist dankbar.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Vereinzelte Regenschauer mit Gewittern im Norden und im Zentrum des Landes. Leichter Regen im nördlichen Negev. Starke Winde. Gefahr von Überflutungen in den östlichen Wadis. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 12 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 15 Grad, Tiberias am See Genezareth 19 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Eilat am Roten Meer 22 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -214.19 m unter dem Meeresspiegel.
Auch die Rede von US-Vizepräsident Mike Pence gestern in der Knesset begann stürmisch. Er hatte gerade begonnen, zu reden, als sich die arabischen Abgeordneten der Gemeinsamen Liste von ihren Sitzen erhoben und Plakate hochhielten mit der Aufschrift “Jerusalem – Die Hauptstadt Palästinas”. Dann wurden sie von den Ordnern mit Gewalt aus dem Saal entfernt. Mike Pence reagierte mit einem Lächeln und lobte Israel für seine “lebendige Demokratie”.

Ich frage mich nur, wie es sein kann, dass Abgeordnete der israelischen Knesset sich gegen den Staat wenden können. Die Aufgabe der Abgeordneten ist es doch, die Interessen ihrer Wähler, der Bürger des Staates Israel zu vertreten. Die arabischen Abgeordneten sollten sich um das Wohl der israelischen Araber kümmern und nicht gegen den Staat protestieren, der ihnen sämtliche Rechte eines israelischen Staatsbürgers garantiert. Wenn ihnen das nicht passt, warum gehen sie dann nicht nach Gaza, frage ich mich. Die Hamas hat die Abgeordneten übrigens für ihren Protest gelobt. Ein Abgeordneter, der sich gegen sein Land stellt, hat in der Knesset nichts zu suchen. Ich klinge jetzt vielleicht sehr radikal, aber so empfinde ich das, was gestern geschah. Die arabischen Abgeordneten hätten sich die Rede von Mike Pence in Ruhe anhören müssen. Danach hätten sie diese dann kritisieren können, im Rahmen der parlamentarischen Arbeit. Aber gestern wurde nur die Provokation gesucht. Pence scheint dieser Protest überhaupt nicht beeindruckt zu haben. Was wollen die arabischen Abgeordneten also damit erreichen? Einen Frieden? So bestimmt nicht.
Wenn ich schon ärgerlich bin, liebe Leser, dann habe ich noch etwas, was mich gestern sehr verärgert hat. Der Besuch von Mike Pence war gestern in allen Zeitungen in den Schlagzeilen, auf der Titelseite. Alle Zeitungen? Eben nicht. Wer gestern die Zeitung Haaretz aufschlug, musste lange suchen, bis er die Nachricht vom Eintreffen des amerikanischen Vizepräsidenten fand. Die gab es nämlich erst auf Seite 4! Das hatte auch Tourismusminister Yariv Levin sehr verwundert. Er hatte Mike Pence am Sonntag am Flughafen empfangen.
Tourismusminister Yariv Levin suchte gestern die Meldung über den Empfang des amerikanischen Vizepräsidenten. Doch bei der Zeitung Haaretz scheint das nicht auf die Titelseite zu gehören, sondern nur auf Seite 4.Die illegalen Flüchtlinge, der türkische Vorstoß in Syrien oder die Entzifferung einer Schriftrolle seien wohl alles wichtigere Themen als der Besuch des Vizepräsidenten der USA, sagte der Minister. Die Verbreitung ihrer linken und antizionistischen Agenda sei der Zeitung am wichtigsten.
Oft wird einem an Ständen die Zeitung Haaretz als Probe-Abo angeboten, sogar umsonst wird sie einem für einen Monat angeboten. Ich mache dann immer einen großen Bogen . Das hätte mir gerade noch gefehlt, sagte ich auch mal zu einem, der mir eine Zeitung in die Hand drücken würde. Was schade ist, ist die Tatsache, dass die Zeitung, was zum Beispiel kulturelle Meldungen angeht, gar nicht mal so schlecht ist. Aber nein, ich verzichte.
Morgen werde ich mich bemühen, nicht verärgert zu sein und wieder über etwas Nettes zu schreiben. Draußen ist der Himmel grau, gleich wird es wieder regnen. Viele Straßen Jerusalems werden noch bis zum Nachmittag gesperrt sein. Dann kann der Alltag wieder beginnen. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und ruhigen Dienstag, machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




