(JNS) Nur wenige Streitfragen haben sich in Israel als so hartnäckig – oder als politisch so brisant – erwiesen wie die Aufschiebung des Wehrdienstes für haredische Yeshiva-Studenten. Das Thema landete wiederholt vor dem Obersten Gerichtshof, destabilisierte Regierungskoalitionen und entwickelte sich zu einer der prägenden Debatten des Landes über Gleichberechtigung und Lastenteilung.
Doch die Regelung begann nicht als pauschale Befreiung für ultraorthodoxe Männer. Sie begann als begrenzte administrative Sonderregelung, die unter den außergewöhnlichen Bedingungen der Staatsgründung Israels eingeführt wurde und dazu diente, eine kleine Zahl von Vollzeit-Tora-Gelehrten zu schützen. In den folgenden Jahrzehnten jedoch verwandelten demografisches Wachstum, politische Verhandlungen und die durch das Aufschubsystem geschaffenen Anreize diese eng gefasste Maßnahme in eine Institution, um die sich die ultraorthodoxe Gesellschaft zunehmend organisierte.
Die zentrale Frage ist, wie dieser Wandel zustande kam: Wie wurde aus einem begrenzten Zugeständnis die Grundlage eines umfassenden sozialen Systems, und warum erwies es sich letztendlich als weitaus schwieriger, diese Regelung rückgängig zu machen, als sie einst geschaffen worden war? Ben-Gurion...
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