(JNS) Nur wenige Streitfragen haben sich in Israel als so hartnäckig – oder als politisch so brisant – erwiesen wie die Aufschiebung des Wehrdienstes für haredische Yeshiva-Studenten. Das Thema landete wiederholt vor dem Obersten Gerichtshof, destabilisierte Regierungskoalitionen und entwickelte sich zu einer der prägenden Debatten des Landes über Gleichberechtigung und Lastenteilung.
Doch die Regelung begann nicht als pauschale Befreiung für ultraorthodoxe Männer. Sie begann als begrenzte administrative Sonderregelung, die unter den außergewöhnlichen Bedingungen der Staatsgründung Israels eingeführt wurde und dazu diente, eine kleine Zahl von Vollzeit-Tora-Gelehrten zu schützen. In den folgenden Jahrzehnten jedoch verwandelten demografisches Wachstum, politische Verhandlungen und die durch das Aufschubsystem geschaffenen Anreize diese eng gefasste Maßnahme in eine Institution, um die sich die ultraorthodoxe Gesellschaft zunehmend organisierte.
Die zentrale Frage ist, wie dieser Wandel zustande kam: Wie wurde aus einem begrenzten Zugeständnis die Grundlage eines umfassenden sozialen Systems, und warum erwies es sich letztendlich als weitaus schwieriger, diese Regelung rückgängig zu machen, als sie einst geschaffen worden war? Ben-Gurion...
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Die heutigen Wehrdienstverweigerer unter den Toraschülern werden von sich aus in die Armee gehen wollen und man wird sie daran nicht hindern. In der Tora haben sie nachvollzogen wie Gott in früheren Zeiten an seinem und durch sein Volk handelte und in der Armee werden sie dann mit eigenen Augen sehen und am eigenen Leib erfahren, wie er es heute tut. Man kann nicht an Dinge glauben, die man nicht selbst am eigenen Leib erlebt hat, wodurch sich spirituelle Erlebnisse überall in allen Lebensbereichen finden. Wer jeden Tag nur studiert, was in der Bibel ohnehin kritisch gesehen und wozu nicht geraten wird, erlebt nicht viel und kann gar keinen festen Glauben entwickeln. Das meiste lernt man nicht durch Studium, sondern durch die Anwendung des Gelernten auf Fälle in der Wirklichkeit im Alltag.
Darum werden die Haredim und alle anderen ultra-orthodoxen Gemeinden ihren abgeschiedenen Lebensstil aufgeben und sich voll in die Gesellschaft integrieren. Das ist auf lange Sicht sowieso unumgänglich.