(JNS) Jahrzehntelang spielte sich Israels Debatte über die Einberufung der Haredim hauptsächlich in Gerichtssälen und bei Koalitionsverhandlungen ab. Nach dem 7. Oktober verlagerte sich die Auseinandersetzung in Familien, an Arbeitsplätze und auf Militärstützpunkte.
Ein Bericht des Staatskontrolleurs stellte fest, dass Reservisten zwischen Oktober 2023 und Juli 2024 durchschnittlich 110 Tage dienten, verglichen mit einem jährlichen Durchschnitt von 10 bis 13 Tagen in den Jahren 2020 bis 2023. Familien mussten ihren Alltag immer wieder wegen abwesender Elternteile neu organisieren, Studenten verließen die Universität, und Arbeitnehmer kehrten für eine vierte oder fünfte Einberufung in die Uniform zurück. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels waren 968 Soldaten gefallen und mehr als 6.000 verwundet worden.
Der längste Krieg in der Geschichte Israels hat bei der IDF zu einem beispiellosen Personalmangel geführt und der kämpfenden Bevölkerung eine enorme Last auferlegt. Bis Mai 2025 erklärte die IDF, sie benötige für die Kriegsanstrengungen 12.000 zusätzliche Wehrpflichtige. Die Befreiung der Haredim war daher nicht länger nur eine ungleiche staatsbürgerliche Regelung; sie war Teil eines Personalmangels geworden, der die...
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