Flüchtlinge, Grenzen, gegenseitige Verteidigung, Nichtangriff und die Frage, wie ehemalige Feinde dauerhaft miteinander leben können – es klingt wie die Tagesordnung einer Friedenskonferenz über den heutigen Nahen Osten und Israel. Doch über genau solche Fragen verhandelten Ägypten und das Hethiterreich bereits vor rund 3.300 Jahren, zu einer Zeit, die ungefähr in die biblische Epoche zwischen Exodus, Landnahme und Richterzeit fällt, je nachdem, welcher Chronologie man folgt. Ein neu identifiziertes Fragment des Friedensvertrags zwischen Pharao Ramses II. und dem hethitischen König Hattusili III. zeigt, wie erstaunlich aktuell diese uralten Fragen geblieben sind. Gerade für Israel, das bis heute zwischen Krieg, Abschreckung und der Suche nach Frieden lebt, ist der Fund bemerkenswert: Haben sich die Regeln des Friedens seit biblischen Zeiten wirklich so sehr verändert oder verhandeln wir im Nahen Osten seit Jahrtausenden immer wieder über dieselben Fragen?
Ein kleines Stück Ton erzählt von einer erstaunlich modernen Idee: Frieden zwischen ehemaligen Feinden und Schutz für Flüchtlinge. Archäologen haben in Hattuscha, der einstigen Hauptstadt des Hethiterreiches in der heutigen Türkei, ein Keilschriftfragment als Teil des berühmten...
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