Viele Menschen im Westen fragen sich, warum der Iran trotz Sanktionen, internationaler Isolation, militärischem Druck und wirtschaftlichen Problemen nicht zusammenbricht. Manche stellen sogar die Frage, warum Teheran heute in Teilen der islamischen Welt stärker und einflussreicher erscheint als vor dem Krieg. Die Antwort hat weniger mit Raketen, Öl oder Diplomatie zu tun, als viele glauben. Sie hat mit Identität zu tun. Mit Glauben. Mit dem Verständnis von Geschichte und dem Bewusstsein einer gemeinsamen Mission. Während der Westen seine religiösen und geistigen Wurzeln zunehmend aus dem öffentlichen Leben verdrängt hat, denkt und handelt ein großer Teil des Nahen Ostens noch immer in religiösen Kategorien. Wer diesen Unterschied nicht versteht, wird weder den Iran noch die aktuellen Entwicklungen in der Region verstehen. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf eine scheinbar unscheinbare Szene bei den Trauerfeierlichkeiten für Ayatollah Ali Khamenei in Teheran. Denn dort wurde deutlich, warum manche Gesellschaften selbst unter enormem Druck zusammenhalten und warum andere zunehmend Schwierigkeiten haben zu erklären, wofür sie eigentlich stehen. Wer weiß, wer er ist, kann nicht leicht besiegt werden.
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