Gestern, kurz nach acht Uhr, stand ich in der Küche und spülte das Geschirr vom Vorabend. Nebenbei liefen noch die letzten acht Minuten einer Serie. Das ist nichts Ungewöhnliches bei mir. Am frühen Schabbatmorgen bin ich meistens der Erste im Haus, der wach ist. Ich bin Frühaufsteher.
Während der Rest der Familie noch schläft, genieße ich diese ruhigen Minuten. Kein Telefon, keine Termine, keine Nachrichten. Manchmal lese ich, manchmal schaue ich eine Folge auf Netflix – leise, mit einer Tasse Kaffee daneben. Es ist mein kleiner, stiller Beginn des Schabbats, bevor das Haus langsam lebendig wird.
So war es auch an diesem Morgen.
Die Küche war ruhig, es war noch früh am Morgen, draußen kaum Geräusche. Acht Minuten noch, dachte ich. Dann vielleicht noch eine Folge anfangen.
Um 8:10 Uhr kam der Alarm.
In solchen Momenten weiß man sofort, dass der Tag nicht mehr so weitergeht wie geplant.
Ich wusste, worum es ging. Die Erinnerung an Juni 2025 war präsent, auch damals begann alles an einem Samstag, damals in der...
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