Das neue Levante-Abkommen

Jordanien hofiert Iran und wendet sich von Golfstaaten ab

von Edy Cohen | | Themen: Iran
König Abdullah trifft sich in Bagdad mit dem irakischen Premierminister und dem ägyptischen Präsidenten zu regionalen Themen, darunter die Annäherung an den Iran. Foto: EPA-EFE/AHMED JALIL

Am 27. Juni 2021 fand in Bagdad ein Dreiergipfel zwischen dem jordanischen König, dem irakischen Premierminister und dem ägyptischen Präsidenten statt, bei dem die Gründung des Projekts „Neue Levante“ angekündigt wurde. Dieses Abkommen wird sich vorgeblich mit der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Elektrizität, Landwirtschaft und Ölhandel zwischen den drei genannten Ländern befassen, wobei Jordanien als Transitpunkt für irakisches Öl nach Ägypten und von dort aus für den Export nach Europa über das Mittelmeer dient. Darüber hinaus wurde beschlossen, die Einreise der Bürger in die drei Länder im Bereich der Visa und des Transports zu erleichtern [d.h. ein Visum für alle drei Länder]. Dieses Abkommen zwischen arabischen Ländern gilt als selten in seiner Art und erinnert an das Maastrichter Abkommen und die Europäische Union.

Die israelische Sorge bei diesem Abkommen ist ein zunehmender iranischer Einfluß auf jordanischem Territorium. Erst kürzlich haben wir einen Artikel über die Absicht Jordaniens veröffentlicht, den religiösen Tourismus für den Iran zu öffnen.

Warum fürchtet man den Iran? Weil der Irak nicht wirklich als souveräner Staat existiert. Man muss sich dessen bewusst sein, dass der Irak schon lange kein unabhängiger Staat mehr ist. Es sind der Iran und seine schiitischen Milizen, die das Land und seine natürlichen Ressourcen kontrollieren. Die irakische Regierung tut, was der Iran sagt. Die meisten irakischen Politiker sind korrupt und kooperieren mit dem Iran entweder aus Ideologie oder aus Angst um ihr Leben.

Die Offenheit Jordaniens gegenüber dem Iran geht auf Kosten seiner ohnehin problematischen Beziehungen zu den Saudis und den Emiraten. Einige der Ereignisse und Vorfälle, die zu dieser Spannung führten, sind:

  • Anfang April kam es in Jordanien zu einem Putschversuch. Einer der Hauptakteure des gescheiterten Putsches ist der Saudi-Araber Bassem Awadallah, ein ehemaliger Berater des jordanischen Königs, der auch die saudische Staatsbürgerschaft besitzt. Bevor er den König beriet, hatte Awadallah hochrangige Wirtschaftspositionen in den VAE und Bahrain inne.
  • Die Prinzessin Haya bint Hussein, die Halbschwester des jordanischen Königs, hat eine öffentliche und ziemlich unangenehme Scheidung mit ihrem Ex-Ehemann aus dem Emirat Dubai hinter sich, die viele Skandale mit sich brachte. Derzeit läuft in Großbritannien ein Gerichtsverfahren um das Sorgerecht für ihre beiden Kinder.
  • Zusätzlich zu all dem kursieren Gerüchte, dass die Saudis den ehemaligen israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu gebeten haben, ihnen die Wächterfunktion über die Al-Aqsa-Moschee zu übertragen.

Es ist unklar, ob dieses Abkommen Jordanien retten wird. Die aktuellen Auslandsschulden Jordaniens belaufen sich auf mehr als 37 Milliarden Dollar. Jordanien leidet unter schwerer wirtschaftlicher Not aufgrund von Korruption, Missmanagement, fehlenden natürlichen Ressourcen und Wasserknappheit. Trotz der großen Wasserknappheit in Jordanien wurde bisher noch keine Entsalzungsanlage errichtet, während es in Israel bereits sechs solcher Anlagen entlang der Mittelmeerküste gibt. Die Kosten für die Errichtung einer solchen Anlage sind geringer als die eines der Privatjets der königlichen Familie.

Der israelische Premierminister hat kürzlich den Verkauf von weiteren 50 Millionen Kubikmetern Wasser an das Land genehmigt, die aus dem See Genezareth bezogen werden sollen. Jordanien ist leider ein Land, das seine Bedürfnisse und die seiner Bürger nicht befriedigen kann und von der Hilfe anderer Länder lebt, hauptsächlich von Israel, Amerika und den Golfstaaten.

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