Für die einen ist Israel ein sichtbarer Beweis dafür, dass Gott seine Verheißungen erfüllt und die Geschichte lenkt. Für die anderen ist der jüdische Staat zum geopolitischen Stolperstein geworden, zu einem moralischen und politischen Problemfall, der Amerikas Interessen eher belastet als stärkt. Zwischen diesen Polen spannt sich heute eine religiöse Landschaft, die über Jahrzehnte als Israels zuverlässigste Verbündete galt.
Doch der Streit ist tiefer als jede außenpolitische Debatte. Er ist ein theologisches Beben, das zweitausend Jahre Christentum neu ordnet. Er polarisiert Familien, Gemeinden, Universitäten, Medienhäuser und ganze Kirchen. Und er zeigt, wie brüchig jenes Bündnis geworden ist, das einst als unerschütterlich galt, die Allianz zwischen amerikanischen Christen und dem jüdischen Staat. Dass dieser Konflikt sehr real ist, zeigt sich an vier prominenten Namen der amerikanischen Rechten, voran Donald Trump, der sich selbst als „bester Freund Israels“ vorstellt, dann Senator Ted Cruz, einer der verlässlichsten pro-israelischen Stimmen im Kongress, ferner Candace Owens, die anti-zionistische Verschwörungstheorien verbreitet wie auch Tucker Carlson, der immer deutlicher suggeriert, Israel sei für die USA...
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