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Der Exekutivrat von Gaza und die Illusion internationaler Rettung

Diktaturen ändern ihre Natur nicht, nur weil westliche Politiker dies wünschen.

Gaza
Hamas-Kämpfer in Gaza-Stadt nach einem Waffenstillstand zwischen der Hamas und Israel im Gazastreifen. 11. Oktober 2025. Foto: Ali Hassan/Flash90

(JNS) Die plötzliche Begeisterung für den sogenannten Gaza-Exekutivrat ist auffällig. Eine Vielzahl von Ländern, eine Fülle von Aufsichts- und Unteraufsichtsbehörden, Ausschüsse über Ausschüsse – alle präsentieren sich mit großem Vertrauen in die Zukunft und ineinander. US-Präsident Donald Trump stellte diese internationale Architektur der Welt vor, als wäre sie ein Versprechen für Ordnung, Stabilität und Hoffnung.

Wir haben diesen Film schon einmal gesehen.

Er erinnert an die jüngste Ankündigung von Steve Witkoff, Trumps Sonderbeauftragter für den Nahen Osten, dass 800 iranische Todeskandidaten verschont bleiben würden. Die Islamische Republik verspottete diese Behauptung umgehend, und kurz darauf wurde der erst 26-jährige Erfan Soltani zusammen mit anderen von dem mörderischen Regime hingerichtet. Ein Skorpion kann nicht anders, als zu stechen. Diktaturen ändern ihre Natur nicht, nur weil westliche Politiker dies wünschen.

Unterdessen drängt sich die Realität auf. 48 amerikanische F-35-Kampfflugzeuge sind nun in Jordanien stationiert, der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln nähert sich der Region, und die Logik legt nahe, was die Diplomatie lieber nicht laut aussprechen möchte: Früher oder später wird es zu einem Angriff kommen.

Zurück nach Gaza – und zur Hoffnung.

Umfangreiche, fast pharaonische Strukturen werden entworfen, um den zerstörten Gazastreifen wieder aufzubauen. Man hofft auf schnelle und gute Ergebnisse. Aber Hoffnung kann Klarheit nicht ersetzen. Die Bekanntgabe des neuen Exekutivkomitees ist nicht nur vage, sondern auch gefährlich inkohärent. Die Türkei und Katar – offene Gegner Israels – gehören zu seinen Mitgliedern und sitzen metaphorisch gesehen an der Grenze zu Israel. Bald darauf tauchten auch Pakistan und Russland auf.

Als er die ersten beiden Namen hörte, erklärte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unmissverständlich, dass die Entscheidung „nicht mit Israel abgestimmt wurde und seiner Politik zuwiderläuft“.

Der Grund dafür liegt auf der Hand. Katar ist der wichtigste Geldgeber der Hamas und durch Al Jazeera ihr mächtigster Verbündeter in den Medien, ganz zu schweigen davon, dass es großzügig die terroristische Führung der Hamas beherbergt, die ihr Ziel nie verheimlicht hat: die Vernichtung des jüdischen Volkes.

Die Türkei ihrerseits ist die ideologische Heimat der Muslimbruderschaft, aus der die Hamas hervorgegangen ist. Ihr Präsident, Recep Tayyip Erdoğan, intrigiert seit Jahrzehnten offen und konsequent gegen Israel.

Damit Phase 2 eines Abkommens für den Gazastreifen wirklich beginnen kann, müssen noch zwei Bedingungen erfüllt sein: die Rückgabe der Leiche des letzten entführten Israelis und die vollständige Entwaffnung der Hamas. Diese Anforderungen sind im Abkommen selbst festgeschrieben. Doch weder Katar noch die Türkei haben das geringste Interesse daran, dass sie erfüllt werden. Im Gegenteil, sie streben nach Einfluss, Legitimität und vor allem nach der fortgesetzten Gunst Trumps. Sie präsentieren sich als „Garanten“, garantieren aber nichts, was von Bedeutung ist.

Wenn Israel seine Karten gut ausspielt, kann es den Schaden noch neutralisieren. Die US-Regierung hat Israel noch nie „Nein“ gesagt, und Jerusalem wird darauf bestehen, dass diese aufdringlichen Akteure keine Truppen entsenden, keine Waffen tragen und keine Entscheidungs- oder Kontrollbefugnisse ausüben. Sie dürfen zwar am Tisch sitzen, aber sie dürfen die Karten nicht anfassen.

Dennoch ist das schiere Ausmaß dieses Projekts bezeichnend. Zwischen dem Vorstand, dem Exekutivkomitee, dem Hohen Vertreter für Gaza und seinen Mitarbeitern, dem NCAG (National Committee for the Administration of Gaza) und der Internationalen Stabilisierungstruppe könnte die Zahl der beteiligten Staaten leicht von den 60 eingeladenen – von denen 20 bereits zugesagt haben – auf 80 oder mehr ansteigen. Hinzu kommt eine Armee von Würdenträgern, Milliardären, Investoren, Diplomaten, Demokratien und Diktaturen, dem Westen und dem politischen Islam, Reichen und Armen, Verbündeten und Feinden.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Vielleicht hat Trump einfach genug von den Vereinten Nationen. Vielleicht versucht er etwas Beispielloses: den Aufbau eines alternativen internationalen Forums, das nicht im Schatten der alten Achse Sowjetunion-Dritte Welt oder ihrer ideologischen Nachfahren steht, sondern unter amerikanischer Ägide. Wenn dem so ist, wäre dies eine historische Wende.

Die Reaktion aus Paris bestärkt diese Interpretation. Der französische Präsident Emmanuel Macron lehnte die Einladung der USA umgehend ab. Obwohl er relativ jung ist, ist er bereits ein Politiker auf dem Weg nach draußen, geprägt von einem ausgeprägten französischen Antiamerikanismus. Macron mag die Vereinten Nationen. Ein amerikanisches Machtzentrum – insbesondere eines, das Gaza wiederaufbaut, ohne Israel zu delegitimieren – stört ihn. Das sagt er offen.

Israel hingegen trägt wie immer die Kosten unerwünschter Einflüsse. Es muss sich gegen das Unverteidigbare verteidigen. Der islamistische Hass bleibt eine existenzielle Bedrohung, kein diplomatisches Missverständnis. Die oberste Priorität bleibt daher unverändert: die Entwaffnung der Hamas.

Wenn die Ayatollahs in Teheran endlich von der Macht entfernt werden, verliert das gesamte Terrornetzwerk seinen stärksten Förderer. Das Spielfeld mag groß sein, der Tisch breit und die Spieler zahlreich, aber Israels rote Linien sind wenige und nicht verhandelbar.

Wenn Israel erneut handeln muss, wird es das tun. Ein weiterer 7. Oktober steht nicht auf der Tagesordnung. Und was auch immer dieses neue Spielfeld verkünden mag, Trump wird Israel tun lassen, was es tun muss, um zu überleben.

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Patrick Callahan

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