US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Brief an Staatspräsident Isaac Herzog gewandt und eine vollständige Begnadigung für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gefordert. Das Büro des Präsidenten bestätigte den Eingang des Schreibens am Mittwoch.
Trump bezeichnet die gegen Netanjahu laufenden Korruptionsverfahren in seinem Schreiben als politisch motiviert. Der Ministerpräsident habe Israel durch schwierige Jahre geführt und müsse sich ohne gerichtliche Ablenkungen den aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen widmen. Zudem verweist Trump auf seine Bemühungen, weitere Staaten in die Abraham-Abkommen einzubinden.
🚨President Isaac Herzog received a letter this morning from Donald Trump, calling on him to grant a pardon to Benjamin Netanyahu in his criminal trial. pic.twitter.com/6vkQLbsc7e
— Amit Segal (@AmitSegal) November 12, 2025
Nach seiner Darstellung habe Netanjahu „in Kriegszeiten standgehalten“. Der Fortgang der Verfahren schade nach Trumps Worten der inneren Stabilität des Landes. Daher sei es „an der Zeit, die Spaltung um Benjamin Netanjahu zu beenden, ihn zu begnadigen und die juristischen Verfahren ein für alle Mal abzuschließen“.
Herzogs Büro reagierte mit einer formellen Erklärung. Präsident Herzog schätze Trumps Unterstützung für Israel, betonte aber, dass jede Begnadigung ein offizielles Antragsverfahren voraussetze, das unabhängig vom politischen Kontext einzuhalten sei.
Trump hatte bereits in den vergangenen Wochen wiederholt Stellung zu den Verfahren bezogen. Anfang November sagte er in der CBS-Sendung 60 Minutes, Netanjahu werde „nicht gut behandelt“ und man werde ihm „helfen“. Auch bei einem Besuch in der Knesset im Oktober forderte er Herzog öffentlich auf, über eine Begnadigung nachzudenken.
Netanjahu steht in drei Fällen vor Gericht: In den Fällen 1000 und 2000 lautet die Anklage jeweils auf Vertrauensbruch, im Fall 4000 auf Bestechung, Betrug und Vertrauensbruch. Dabei geht es unter anderem um Geschenke, die er von wohlhabenden Geschäftsleuten erhalten haben soll. Trump kommentierte diese Vorwürfe mit den Worten: „Zigarren und Champagner – wen kümmert das?“
Am Mittwochabend bedankte sich Netanjahu für Trumps Unterstützung. Er erklärte, er wisse die klare Position des US-Präsidenten zu schätzen und betonte, dass die sicherheitspolitische Zusammenarbeit und die Bemühungen zur Ausweitung regionaler Friedensinitiativen fortgesetzt würden.




