Im Gazastreifen floriert die Schmiergeldindustrie an der Grenze zu Ägypten. Im Schatten des Krieges ist der Grenzübergang Rafah für die palästinensische Bevölkerung das einzige Fenster in die Freiheit. Unter der Oberfläche brodelt eine florierende Tourismusindustrie, denn schließlich gibt es genügend unterirdische Tunnel unter der Grenzstraße Philadelphia zwischen dem Gazastreifen und dem ägyptischen Sinai. In den Medien war kürzlich von zwölf Autobahnen in 20 Metern Tiefe die Rede, und deshalb will Israel die Kontrolle über dieses 12 Kilometer lange Grenzgebiet. Ein „One-Way-Ticket“ ins normale Leben kostet astronomische Summen und die Ägypter stehen dahinter und profitieren vom Leid der Palästinenser. Kurzum – der Tourismus aus der Hölle boomt im Gazastreifen.
Die Palästinenser wollen raus. Raus aus dem Gazastreifen. In den sozialen Netzwerken finden sich zahlreiche Videos von Menschen, die das Leben im Gazastreifen nicht mehr aushalten, wie das eines einbeinigen Palästinensers, der die Grenzmauer bei Rafah berührt und seinen Frust vor der Kamera herausschreit.
This is one of the examples of a #Gazan on the fence in #Rafah who wants to emigrate from the Gaza Strip. Here is the summary of his words:
I got tired
I want to immigrate.
I was destroyed. My future and that of my children is ruined. There is no future in Gaza. (1/2) pic.twitter.com/00VijUIysK— AbuAliEnglish (@AbuAliEnglishB1) January 27, 2024
„Ich bin müde. Ich kann nicht mehr. Ich will raus, auswandern. Bei mir ist alles zerstört. Meine Zukunft und die meiner Kinder ist zerstört. In Gaza gibt es keine Zukunft. Ich bin drei Zentimeter von Ägypten entfernt. Ich bin der Erste in der Schlange, lasst mich mit meinen Kindern raus. Ich will raus aus Gaza. Es gibt kein Leben in Gaza. Ägypten, um Allahs Willen, lasst mich raus und öffnet den Grenzübergang. Ja, el Sisi, um Allahs willen, öffne die Grenze für uns“.
Das wird wohl nicht geschehen. Wer aus der Hölle will, muss dafür bezahlen, sehr viel.
Das bekannte Tourismusunternehmen Hala bietet für eine Ausreise attraktive Angebote über den Grenzübergang Rafah gemäß folgender Preisliste an:
- Ein Ausreiseticket für einen Erwachsenen zu Fuß über die Grenze kostet 5.000 US-Dollar,
- Die Ausreise für ein Kind kostet 2.500 US-Dollar,
- Palästinenser mit ägyptischen Reisepässen brauchen für die Ausreise nur 500 US-Dollar zu bezahlen.
The #Gaza tourism company Hala offers „coordination“ for departure from the Gaza Strip to #Egypt through the #Rafah crossing according to the following price list:
$5000 for an adult
$2500 per child
$500 for Egyptian passport holdersAs the pressure on the population in (1/3) pic.twitter.com/bRg0wnqTHv
— AbuAliEnglish (@AbuAliEnglishB1) January 27, 2024
Mit anderen Worten, eine vierköpfige Familie, die die Hölle verlassen will, muss sich im Durchschnitt von mindestens 20.000 Dollar trennen, aber es scheint, dass die meisten Familien in Gaza es sich nicht leisten können, auch nur an diese Möglichkeit zu denken. Während vor dem Krieg die Bestechungsgelder für ein „Visum“ bei 3.000 Dollar pro Vermittlung lagen, kassiert dieselbe Mafia jetzt Unsummen. Für sie boomt der Tourismus. Kurz vor dem Krieg berichteten wir über die Flucht junger Palästinenser über den Sinai, Kairo, Istanbul und dann mit Schlauchbooten an die griechische Küste. Ziel ist Europa, und so sind in den letzten Jahren Hunderttausende Palästinenser aus dem Gazastreifen geflohen. Auch ohne Krieg ist der Gazastreifen eine Hölle ohne Zukunft.
Siehe auch: Jeder Zweite will aus Gaza weg? Nein, alle!
Und wenn es sich um Personen handelt, die der Hamas nahestehen, wird das Ausreiseverfahren unter dem Deckmantel einer „medizinischen Behandlung“ extrem erleichtert. So konnte der Leiter des Al-Jazeera-Büros in Gaza, Wael al-Dahdouh, blitzschnell ausreisen, denn schließlich verbreitet er in seinem Fernsehsender alle Lügen der Hamas. Vor zwei oder drei Wochen flog er über Ägypten nach Katar.
Vor einigen Tagen gelang es dem bekannten Journalisten Hassan Aslih, der das Massaker vom 7. Oktober im Süden Israels dokumentiert hatte, seine Tochter auf die kombinierte Liste des palästinensischen Gesundheitsministeriums zu setzen, damit sie zur „medizinischen Behandlung“ über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten ausreisen konnte. Dieser Hassan, der am schwarzen Sabbat vor Freude ausflippte, als er den Angriff in Israel begleitete, schickt nun seine Tochter aus dem Gazastreifen raus, und das geht schneller mit der Lüge einer medizinischen Behandlung in Ägypten.
Gute Beziehungen sind wichtig – Der „Journalist“ Hassan Aslih, links beim Feiern des Angriffs der Hamas auf Israels, rechts zusammen mit Yahya Sinwar.
Sogar der katarische Fernsehsender Al-Jazeera erinnert seine hunderte Millionen Zuschauer an eine Recherche der französischen Zeitung Le Monde über die Bestechungsgelder, die Palästinenser im Gazastreifen an ein Netz ägyptischer Mittelsmänner zahlen müssen, die mit dem ägyptischen Verteidigungsministerium verbunden sind, um während des Krieges im Gazastreifen nach Ägypten ausreisen zu können. Diese schieben natürlich die Schuld auf die Ägypter und weniger auf das Hamas-Regime. Tatsächlich aber kooperieren die Hamas und die ägyptische Regierung im boomenden Tourismusgeschäft. Laut einer französischen Untersuchung von Le Monde liegen die Gesamtkosten für die Ausreise aus Gaza im Durchschnitt zwischen 4.500 und 10.000 US-Dollar pro Person und zwischen 650 und 1.200 US-Dollar für einen ägyptischen Staatsbürger. Palästinenser mit ausländischer Staatsbürgerschaft müssen 3.000 Dollar bezahlen, um der Hölle zu entkommen.
The Aljazeera network echoes an investigation by the French newspaper Le Monde about the bribes that the Gazans are required to pay to a network of Egyptian „intermediaries“ connected to the Egyptian Ministry of Defense, in order to allow them to leave the Strip during the war.… pic.twitter.com/xatEU745Id
— Mossad Commentary (@MOSSADil) January 27, 2024
Klar, die Hamas-Behörde am Grenzübergang sagt sich, wer aus Österreich oder anderen europäischen Ländern kommt, den kann man finanziell ausnehmen. In den ersten Wochen haben die Medien gezeigt, wie alle europäischen Palästinenser aus Gaza geflohen sind. Ein Ägypter, der vom Schwarzmarkt am Grenzübergang Rafah lebt, verriet in einem Interview mit der Journalistin Sapir Lipkin: „Die Palästinenser wollen aus Gaza fliehen, aber sie müssen astronomische Summen bezahlen. Das ist ein sehr, sehr profitables Geschäft. Diese Gelder fließen an das Regime in Ägypten, es steckt dahinter.“
Offizielle Stellen in Ägypten dementieren natürlich, aber in den arabischen Medien wird der ägyptische Präsident Fattah el-Sisi heftig kritisiert, vor allem wenn es um den umstrittenen Grenzübergang nach Ägypten geht. Kein Wunder, dass die Ägypter in dieser Frage auf Israel wütend sind, denn aus ihrer Sicht ist Israel für das Chaos im Gazastreifen verantwortlich. Die Hölle haben sich die Palästinenser selbst gegraben, nicht nur die Hamas mit dem barbarischen Überfall am 7. Oktober, sondern auch die palästinensische Bevölkerung, die die Hamas gewählt hat und jedes Mal gejubelt hat, wenn die Hamas Israel mit Raketen angegriffen, geschlagen und terrorisiert hat. Hölle ist Hölle, und aus dieser Hölle können die Menschen noch fliehen.




