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Bitte keine Fotos von der Jerusalemer Mauer

Verlangt die Bundesregierung, dass offizielle Vertreter, die nach Israel kommen, keine Fotos machen, die die Gebiete jenseits der Grünen Linie zeigen?

Jerusalemer Mauer
Blick auf das King David Hotel von den Mauern der Altstadt Jerusalems aus gesehen. Foto von Corinna Kern/FLASH90

In letzter Zeit gab es mehrere peinliche Vorfälle, aus denen hervorging, dass es ein Verfahren oder zumindest eine deutsche Empfehlung gibt, die betreffenden Orte nicht auf Fotos zu zeigen.

Nach Informationen von Israel Heute wollten die deutschen Vertreter zumindest bei zwei Veranstaltungen im King David Hotel in Jerusalem nicht, dass im Hintergrund der von ihnen aufgenommenen Fotos die Jerusalemer Mauer zu sehen ist. So erklärten sie es ihren israelischen Kollegen. Diese werden von den Deutschen offiziell als „besetztes Gebiet“ definiert.

Im Hintergrund die Jerusalemer Altstadtmauer. Der frühere griechische Regierungschef Tsirpras hat sich nicht daran gestört, dass er und sein israelischer Gastgeber sich vor der Altstadtmauer fotografieren ließen. Foto: Kobi Gideon / GPO

Das historische King David Hotel liegt im Herzen Jerusalems und liegt an der ehemaligen Trennlinie Jerusalems der Jahre 1949-1967. Die Mauern Jerusalems sind vom King David Hotel aus deutlich zu erkennen und internationale Persönlichkeiten wollen meistens Fotos mit der Jerusalemer Mauer im Hintergrund machen. In den besagten Fällen, sagten die deutschen Vertreter, dies verstoße gegen die Anweisungen und zogen es vor, das Hotel im Hintergrund zu haben und nicht die Altstadtmauer.

Auch Tony Blair hat daraus kein Ding gemacht. Hier im Bild mit dem früheren israelischen Außenminister Silvan Shalom. Foto: GPO

Deutschland erkennt Israel nur an den Grenzen an, an denen der Unabhängigkeitskrieg nach Israels Staatsgründung endete, also die sogenannte Grüne Linie. Alle Gebiete, die Israel 19 Jahre später im Sechstagekrieg von 1967 befreite, sind für Deutschland wie auch die meisten anderen Regierungen „besetztes Palästinensergebiet“. Dabei handelt es sich eigentlich um das biblische Jerusalem, wie die Klagemauer, der Tempelberg und alle anderen biblischen Stätten im östlichen Stadtteil.

Auch der damalige litauische Präsident Algirdas Brazauskas störte sich an keiner Mauer, Mit Itzhack Rabin 1995. Foto: GPO

Deutsche Richtlinien verbieten seit vielen Jahren jegliche Zusammenarbeit mit dem, was Berlin als „völkerrechtswidrige Besetzung“ definiert. Unter anderem sind deutsche Vertreter verpflichtet, diese Orte nicht zu besuchen. Die Deutschen stellen auch sicher, dass die Budgets ihrer Regierung in keiner Weise israelische Organisationen erreichen, die Verbindungen zu Orten haben, die über die Grenzen von 1949 hinausgehen. Stattdessen wird der deutschen Regierung wie auch anderen Regierungen in Europa vorgeworfen, linksradikale Bewegungen in Israel zu finanzieren, die den Staat Israel von innen kritisieren und bekämpfen. Dagegen wollte die jetzige Regierungskoalition eingreifen und Schluss machen, hat aber diesen Gesetzesentwurf wegen Druck vieler westlicher Regierungen zurückgezogen. Diese Finanzierung anti-israelischer Organisationen sollte in Israel mit einer 65-prozentigen Einkommensteuer belastet werden.

Jerusalemer Mauer
Nicht einmal die frühere britische Eiserne Lady Margaret Thatcher sah darin ein Problem. Mit Israels Regierungschef Itzchak Schamir im Jahr 1986. Foto: GPO

Aus Rücksprache mit israelischen Diplomaten wurde deutlich, dass dies eine neue Entscheidung ist, denn in der Vergangenheit hatte deutsche Vertreter niemals Einwände gegen das Fotografieren vor den Jerusalemer Mauern. Nicht nur das, wenn man tüchtig sucht, dann findet man zahlreiche Fotos westlicher Politiker im Jerusalemer King David Hotel, die sich alle mit der Jerusalemer Mauer im Hintergrund fotografieren ließen. Einige der Fotos sind in diesem Artikel zu sehen.

Jerusalemer Mauer
Sechs Jahre vor der Wiedervereinigung Jerusalems ließ sich der norwegische Premier Einar Gerhardsen mit seiner Frau und der israelischen Außenministerin Golda Meir vor der Altstadtmauer fotografieren. Aber zu dieser Zeit war das noch kein politisches Problem, so wie es die Deutschen sehen. Es wurde nur ab und zu von der Stadtmauer auf Israel geschossen, das war alles. Foto: GPO

Die deutsche Botschaft in Tel Aviv erklärte:

„Es gibt keine Einschränkungen, wohin die Delegationsmitglieder gehen dürfen oder was sie fotografieren dürfen. Die deutsche Botschaft berät offizielle Delegationen lediglich über die völkerrechtliche Position der Bundesregierung zum Status Ostjerusalems und den besetzten Gebieten.“

Ob Anweisung oder Ratschlag, die Wiedervereinigung Jerusalems interessiert offiziell keinen und sollte deswegen nicht fotografiert werden.

 

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Patrick Callahan

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3 Kommentare zu “Bitte keine Fotos von der Jerusalemer Mauer”

  1. Serubabel Zadok sagt:

    Es ist eine Schande von Deutschland, wie es sich Israel gegenüber verhält, bezüglich israelischen befreiten Gebieten. Israel muss das Gesetz zur Besteuerung von anti-israelischen Organisationen unbedingt umsetzen.

  2. André Wittich sagt:

    Es ist sehr bedenklich, dass viele Deutsche nachwievor bereit sind die biblischen Wahrheiten zu ignorieren und Israel dauernd verurteilen.

  3. Heinz-Martin Höfer sagt:

    Die gegenwärtige deutsche Regierung sollte man nicht ernst nehmen. Shalom

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