Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem plant, ein Bildungszentrum in Deutschland zu errichten – das erste seiner Art außerhalb Israels. Dies wurde nach einem Treffen zwischen dem Yad Vashem-Vorsitzenden Dani Dayan und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin bekannt gegeben.
Während der Gespräche betonte Dayan, dass Deutschland „Partnerschaft“ und „nationale Verantwortung“ in der Erinnerungskultur als essenziell betrachte, gerade angesichts wachsender antisemitischer Tendenzen in Europa und weltweit. Die Kooperation zwischen Deutschland und Yad Vashem ist bereits stark – in Bereichen wie Bildung, Forschung, Dokumentation und Gedenkarbeit. Das neue Zentrum soll diese Zusammenarbeit weiter vertiefen.
Dayan traf im Laufe seiner Deutschlandreise auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Vizekanzler Lars Klingbeil sowie weitere Regierungsmitglieder. Gemeinsam sprach man über bestehende Projekte und neue Initiativen. Ein Besuch im Haus der Wannsee-Konferenz, wo 1942 die „Endlösung“ geplant wurde, verdeutlichte einmal mehr die historische Verantwortung, die Deutschland trägt.
Yad Vashem macht deutlich, dass das geplante Bildungszentrum in einer besonders herausfordernden Zeit entsteht. Zunehmender Antisemitismus, Hassrede und Geschichtsrevisionismus würden es notwendig machen, die Erinnerung an den Holocaust nicht nur zu bewahren, sondern aktiv in der öffentlichen Bildung zu verankern.
Geplant sind Vorträge, Ausstellungen, schulische Bildungsprogramme und Forschungskooperationen. Ziel ist es, dem Vergessen entgegenzuwirken und den Stimmen entschieden zu begegnen, die die historische Verantwortung Deutschlands relativieren oder gar leugnen. Das Zentrum soll ein Ort sein, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch mahnt – gegen Antisemitismus, gegen Intoleranz und gegen das Vergessen.




