Während Israel und seine Verbündeten an einer längerfristigen Stabilisierung des Gazastreifens arbeiten, warnte ein hochrangiger US-Politiker, dass sich die Sicherheitslage durch das Wiederaufrüsten von Hamas und Hisbollah weiter verschlechtern könnte. Diese Einschätzung fiel in einem Gespräch zwischen Senator Lindsey Graham und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, bei dem auch Chanukka-Grüße ausgetauscht wurden.
Graham bezeichnete die Wiederbewaffnung dieser Gruppen als „inakzeptables Ergebnis“ und brachte damit zum Ausdruck, dass die Bemühungen um Frieden und Sicherheitsgarantien in der Region vor neuen Herausforderungen stehen.
Warnung vor Wiederaufrüstung und Konsolidierung
Der republikanische Senator Lindsey Graham erklärte bei seinem Besuch in Jerusalem, er habe den Eindruck, dass die Hamas im Gazastreifen nicht entwaffnet, sondern im Gegenteil wieder aufrüste. Er sagte, dass diese Aufrüstung mit dem Versuch einhergehe, die Kontrolle über Gaza zu festigen, statt sie aufzugeben. Dies stehe im Widerspruch zu den Zielen des Waffenstillstands und der geplanten zweiten Phase des Friedensprozesses, die unter anderem Demilitarisierung und Übergangsschritte vorsieht.
Graham äußerte darüber hinaus, dass auch die Hisbollah im Libanon versuche, ihre militärischen Fähigkeiten auszubauen. Diese Bewegung, die seit Jahrzehnten als iranisch unterstützte Organisation gilt und wiederholt an Konflikten mit Israel beteiligt war, baue laut dem Senator weiterhin Waffen und könnte ihre Positionen stärken, obwohl der Waffenstillstand zwischen Israel und Hisbollah seit November 2024 gilt.
Der US-Senator bezeichnete die Situation als „unakzeptables Ergebnis”. Bei dem Treffen lobte Ministerpräsident Netanjahu Graham als einen engen Verbündeten und persönlichen Freund und stimmte dessen Einschätzung zu. Netanjahu sagte, Graham liege mit seiner Analyse „in beiden Punkten richtig“, was die Einschätzung zur Wiederaufrüstung von Hamas und Hisbollah betraf.
Der US-Senator Lindsey Graham trifft sich am 21. Dezember 2025 in Jerusalem mit dem israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Video von Omer Miron/GPO. Ton von Nir Sharaf/GPO.
Auswirkungen auf Sicherheitslage und Friedensprozess
Die Warnung des Senators kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Israel und internationale Vermittler daran arbeiten, die Waffenstillstandsvereinbarungen in Gaza nicht nur zu halten, sondern weiterzuentwickeln. Diese Vereinbarungen sehen den Rückzug israelischer Truppen, die Einrichtung einer Übergangsbehörde und eine internationale Stabilisierungstruppe vor – alles unter dem Vorbehalt, dass bewaffnete Gruppen wie Hamas ihre Waffen abgeben.
Grahams Einschätzung, dass Hamas weiterhin aufrüste und seine Kontrolle über das Gebiet ausbaue, wäre ein direkter Widerspruch zu diesem Prozess. Eine solche Entwicklung könnte nicht nur den inneren Frieden im Gazastreifen gefährden, sondern auch die regionalen Sicherheitsdynamiken zwischen Israel, dem Libanon und anderen Nachbarn beeinflussen. Ebenso hätten die Aktivitäten der Hisbollah im Libanon Einfluss auf Israels nördliche Grenze und könnten erneute Spannungen schüren, wenn sie fortgesetzt werden.




