Naher Osten

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Trump drängt Saudi-Arabien zur Normalisierung der Beziehungen mit Israel

Washington knüpft sein Angebot für ein ziviles Atomabkommen mit Riad an das eigentliche Ziel: Saudi-Arabien soll den Abraham-Abkommen beitreten und den jüdischen Staat anerkennen.

Trump
US-Präsident Donald Trump (links) und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (rechts) beim saudisch-amerikanischen Investitionsforum in Riad, Saudi-Arabien, am 13. Mai 2025. Foto: EPA-EFE/Ali Haider.

US-Präsident Donald Trump hat eine klare Bedingung für das geplante zivile Atomabkommen der Vereinigten Staaten mit Saudi-Arabien gestellt: Riad muss den Abraham-Abkommen beitreten.

Die Trump-Regierung gab in dieser Woche bekannt, dass Washington und Riad den rechtlichen Rahmen für eine langfristige Partnerschaft im Bereich der zivilen Kernenergie unterzeichnet haben. Damit wird amerikanischen Unternehmen der Weg eröffnet, beim Aufbau des saudischen Atomenergieprogramms mitzuwirken. Das US-Energieministerium bezeichnete das Abkommen als eine „jahrzehntelange, milliardenschwere Partnerschaft“, die der Zusammenarbeit im Energiebereich, der amerikanischen Industrie und der nuklearen Nichtverbreitung dienen soll.

Trump machte jedoch rasch deutlich, welchen politischen Preis Saudi-Arabien dafür zahlen müsse.

Auf Truth Social schrieb der Präsident, das Abkommen betreffe ausschließlich die zivile, nichtmilitärische Nutzung der Kernenergie und schließe jede Anreicherung von Kernmaterial aus. Die Zustimmung der Vereinigten Staaten sei „vollständig davon abhängig“, dass Saudi-Arabien den Abraham-Abkommen beitrete – dem von den USA vermittelten Normalisierungsrahmen, der 2020 begann und Israel zu offenen diplomatischen Beziehungen mit mehreren arabischen und mehrheitlich muslimischen Staaten führte.

Saudi-Arabien galt von Beginn an als der wichtigste Gewinn im Prozess der Abraham-Abkommen. Das Königreich ist die führende sunnitische Macht, Hüter der beiden heiligsten Stätten des Islam und ein zentraler Akteur im regionalen Machtkampf mit dem Iran. Eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Israel würde die Region weiter in Richtung eines auf Israel ausgerichteten Bündnisses gegen Teheran und dessen Stellvertreter verschieben.

Für Israel wäre dies ebenso bedeutsam, weil es das Ende des palästinensischen Ablehnungskurses weiter untermauern würde, der den regionalen Fortschritt über Jahrzehnte blockiert hat. Saudi-Arabien hatte seinen Beitritt zu den Abraham-Abkommen bislang von der Gründung eines palästinensischen Staates abhängig gemacht. Trump besteht nun darauf, dass dies keine notwendige Voraussetzung sei, und Riad dürfte dem zustimmen, um das Atomabkommen abzuschließen.

Das sich abzeichnende Abkommen löste jedoch auch in Israel Besorgnis aus. Kritiker warnten, dass der Zugang Riads zu amerikanischer Nukleartechnologie den qualitativen militärischen Vorsprung Israels beeinträchtigen könnte. Saudi-Arabien betont zwar, die Kernenergie ausschließlich für friedliche Energiezwecke nutzen zu wollen. Doch in einer Region, die von den nuklearen Ambitionen des Iran geprägt ist, erfordert selbst eine zivile nukleare Zusammenarbeit strenge Begrenzungen und eine sorgfältige Kontrolle.

Mit seinem Vorgehen verlagert Trump den Druck wieder dorthin, wo er seiner Ansicht nach hingehört. Wenn Saudi-Arabien die Vorteile einer privilegierten strategischen Partnerschaft mit Washington genießen wolle, müsse es auch den Schritt gehen, der die Region am stärksten verändern würde: Frieden mit Israel.

Die Abraham-Abkommen hätten gezeigt, dass arabische Staaten nicht auf ein palästinensisches Veto warten müssten, um Frieden mit dem jüdischen Staat zu schließen. Nun stehe Saudi-Arabien vor derselben Entscheidung. Das Königreich könne entweder an alten Formeln festhalten oder dazu beitragen, einen neuen Nahen Osten aufzubauen.

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Patrick Callahan

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