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Terror und Jesus als Heilmittel

Es gibt Fälle, in denen christliche Pastoren ebenso skurril und abstrus anmuten, wie moslemische Kleriker.

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In den letzten Wochen haben wir immer wieder gemeldet, dass es Muslime gibt, die den Juden die Schuld an der weltweiten Virus-Pandemie in die Schuhe schieben. Dass Juden an allem Übel in der Welt schuld sein sollen, ist also anscheinend immer noch hochaktuell.

Die Angewohnheit, alle Probleme auf die Juden zu schieben, ist aber nicht nur unter Muslimen gang und gäbe, sondern auch unter Christen zu beobachten. Beide eint, dass sie die Juden für die aktuelle Pandemie verantwortlich machen. Da wird auch gern mal eine passende Verschwörungstheorie erfunden, mit der viral Hass verbreitet werden kann. Nur die Lösung, also eine Art Heilmittel gegen oder für die Juden, fällt unterschiedlich aus.

Ein moslemischer „Gelehrter“ aus Jordanien erklärte, die Juden seien weitaus schlimmer als der Coronavirus. Man dürfe bei all dem Chaos nicht vergessen, auch weiterhin für die Befreiung der Palästinenser zu kämpfen. Dieser Kampf sei wie ein Heilmittel gegen Juden, weil „solch eine Tat den Kämpfer vor dem Virus schütze“. Wer also Juden bekämpfe oder terrorisiere, werde gegen den Coronavirus immun. Dieser und anderer Irrsinn wird im Internet gegen Juden verbreitet und gleichzeitig als sogenanntes Heilmittel verschrieben.

Ein Pastor und Radiomoderator aus Florida schlägt dagegen ein ganz anderes Heilmittel vor. Zunächst unterstellt auch er den Juden eine gewisse Schuld an der Situation: „Israel verbreitet das Coronavirus in seinen Synagogen“, so der amerikanische Pastor Rick Wiles, der diesen Virus als Strafe Gottes für das jüdische Volk sieht, weil sie Jesus nicht als Messias anerkennen und folgen. „Halte dich von diesen Dingen fern, denn sie haben eine Seuche. Dies ist Gottes Umgang mit falschen Religionen“, warnte der 62-Jährige in der Sendung TruNews seine Zuschauer. „Das ist Gottes Gericht mit Menschen, die sich mit seinem Sohn Jesus Christus anlegen. Er kämpft mit den Mächten des Antichristen. Momentan gibt es eine Pest auf der Erde, und die Menschen, die in die Synagogen gehen, kommen infiziert aus den Synagogen heraus.“

In seiner Predigt machte der christliche Prediger, der in den 80er Jahren mit Pat Robertson bei CBN arbeitete, nicht nur die Juden in den Synagogen für den Virusausbruch verantwortlich, sondern ebenso den Judenstaat Israel wie auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. „Hör mir zu Herr Netanjahu, Gott verbreitet den Virus in euren Synagogen, denn ihr seid unter dem Gericht, weil ihr seinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus ablehnt.“

Um vom Coronavirus geheilt zu werden, müssten Juden also Jesus als Messias anerkennen? Was haben denn dann die gläubigen Christen in den USA falsch gemacht, die an Corona erkrankt oder sogar gestorben sind?

Stimmen wie die von Pastor Wiles sind häufiger zu vernehmen, als man denkt. Villeicht nicht im Zusammenhang mit dem Virus, sondern auch allgemein, wenn es um das Übel in und um Israel geht, das den Christen zufolge mit der Tatsache verknüpft sei, dass die Juden Jesus nicht als ihren Erlöser akzeptiert haben. Es gibt Christen, die sind felsenfest der Meinung, dass der Judenstaat mit Jesus seine 72 Jahre der Existenz ohne Kriege und Aufstände zugebracht hätte. Ein Paradies auf Erden sozusagen. Dass es nirgendwo auf der Welt, noch nicht einmal in der westlichen, solch ein Utopia gibt, sollte ihnen eigentlich zu denken geben. Kriege gibt es überall und auch christliche Länder und Gesellschaften in Europa und Nordamerika sind von ihnen und von der Pandemie betroffen.

Die Aussagen der muslimischen Kleriker und der christlichen Pastoren kann man drehen und wenden wie man will, sie bleiben geistlicher Irrsinn, der mit der Bibel nichts zu tun hat.

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