all

all

Tacheles mit Aviel – „Ich hoffe, wir sind glaubwürdig“

Tacheles, offen und unverblümt sage ich meine Meinung. Ich weiß, die Medien haben zum Großteil ihre Aufgabe verspielt. Ich hoffe nur, dass wie als Jerusalemer Nachrichtenagentur nicht dazu gehören.

Medien

Die große Mehrheit der israelischen Gesellschaft hat kein Vertrauen in die Mainstream-Medien des Landes, wie eine Umfrage des israelischen Zentralamtes für Statistik ergeben hat. Nur 35 Prozent der befragten Israelis gaben an, dass die Mainstream-Medien glaubwürdige Informationen liefern, während 60 Prozent die Berichterstattung für nicht vertrauenswürdig halten.

Noch einmal: Es gibt keine absolut objektive Berichterstattung. Ich war sogar immer anderer Meinung als mein Vater. Es ist unmöglich, ein Thema wie Israel objektiv zu beschreiben und zu behandeln. Auch wenn ich voll und ganz der Meinung bin, dass die Vision der Propheten das Existenzrecht Israels biblisch und politisch bestätigt, habe ich damit unsere Feinde und Gegner nicht überzeugt. In diesem Fall sind wir biblisch korrekt, aber nicht unbedingt politisch korrekt.

Können wir den Medien vertrauen, uns immer die Wahrheit zu sagen? Foto: Flash90

Israelis trauen den Medien nicht

Weniger als die Hälfte der Israelis hält Fernsehen, Radio und Zeitungen für glaubwürdig, während nur ein Viertel den sozialen Medien vertraut. In der Umfrage gaben 50 Prozent der Befragten an, dass die Medien die Dinge negativer darstellen als die Realität, während 25 Prozent der Meinung waren, dass die Presseberichte die Situation im Land widerspiegeln. 13 Prozent gaben an, dass Medien die Dinge positiver darstellen als die Realität. Für 47 Prozent der Befragten ist das Fernsehen die wichtigste Informationsquelle, 42 Prozent bevorzugen das Internet. Die jährliche Umfrage über die Einstellung zu Kommunikation und sozialen Medien wurde unter 6.501 Israelis im Alter von über 20 Jahren durchgeführt.

Ich frage mich oft, wie unsere Leser eine Stimme wie Israel Heute aus Jerusalem wahrnehmen. In welchem Maße wird Israel Heute wirklich als glaubwürdig angesehen? Schließlich werden wir heute rund um die Uhr mit endlosen Nachrichten und Informationen gefüttert. Ich weiß, wie sehr die Überflutung mit Nachrichten die Menschen verwirren kann. Schließlich müssen sie entscheiden, was Fake News und was Real News sind. Oft ist es schwierig, zwischen Lüge und Wahrheit zu unterscheiden. Und hier muss ich zugeben, dass das auch für uns oft sehr schwierig und sensibel ist. Aber glaubt mir, wir in Jerusalem versuchen in diesem Mediensalat von Wahrheit und Lüge, die Wahrheit zu vermitteln.

Damit nicht genug: die Medien lieben instinktiv die negativen Nachrichten, weil sie damit immer mehr und größere Schlagzeilen machen als mit „Peace & Love“-Geschichten. Es stimmt, dass ein großer Teil der Bevölkerung und entsprechend auch die Medien tatsächlich Angst vor den Justizreformen der jetzigen Regierung hat. Die Leute glauben wirklich, dass Israel auf dem Weg ist, eine gefährliche Theokratie zu werden. Und sie tun das ständig, vielleicht mit ein paar Ausnahmen von Zeit zu Zeit. Es ist leichter, das Volk mit Angst zu überzeugen als mit Liebe und guten Ideen. Das unterstellt man übrigens dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu, der das Volk jahrelang Angst vor iranischen Atombomben machte, aber trotz wiederholter Versprechungen während seiner Amtszeit nichts dagegen unternahm. Und das Gleiche gilt für die amerikanische Politik. Man baut einen Feind auf, um die Menschen für eine Idee zu gewinnen. Im Falle Israels wollen die Feinde Israel tatsächlich vernichten, aber auch hier verändert sich vieles.

Siehe auch: Angriff auf die Medien

Linke und rechte Medien

Die linken und rechten Medien des Landes berichten grundsätzlich nach ihrer jeweiligen Agenda. In den linken Fernsehsendern wie 11, 12 und 13 wird viel Kritik an der Justizreform und der Regierungskoalition geübt, ebenso auf den Internetseiten von Haaretz und Ynet. Aber auf N12 kommt täglich der führende Kommentator Amit Segal zu Wort, ein religiöser Jude, der aus der jüdischen Siedlung Ofra in Samaria stammt. Er wird von den linken Medien als Sprachrohr Benjamin Netanjahus und der rechten Politik abgestempelt.

Amit Segal. Foto: Yonatan Sindel/Flash90 

Der rechte Fernsehsender Channel 14, Arutz-7 und andere religiöse Internetseiten verherrlichen fast alles, was die Regierung tut. In beiden Fällen, links und rechts, wird die Ideologie der Medien gefördert. Andere englischsprachige Internetseiten sind eher regierungskritisch als regierungsfreundlich. Die israelische Tageszeitung Israel HaYom, die unseren hebräischen Namen „Israel Heute“ trägt, wurde früher als „Bibi-Blatt“ bezeichnet, weil sie Netanjahus Politik unterstützte. Aber auch das hat sich im letzten Jahr geändert. Jetzt wird Bibis politisches Verhalten häufiger unter die Lupe genommen.

Die Tageszeitung Israel Hayom wird gratis verteilt. Foto: Mendy Hechtman/Flash90

Ich glaube nicht, dass wir objektiv sein können. Für mich ist es wichtig, dass Israel Heute seinen Lesern die Wahrheit sagt und glaubwürdig ist. Was auch immer in Israel passiert, man kann nicht nur mit einer Stimme darstellen und erklären, was im Land passiert, dazu muss man mehrere Stimmen aus dem Volk hören und lesen. Und das ist uns wichtig, weshalb man bei uns oft auch andere Stimmen hören kann. Israel war immer ein buntes Volk. Aber die Grundlinie von Israel Heute ist die gleiche. Dieses Land gehört dem Volk Israel und dieses Land kann das Volk Israel nur durch die biblischen Visionen der Propheten beanspruchen. So haben es die Gründer Israels damals verstanden und in der Unabhängigkeitserklärung Israels vor 75 Jahren schriftlich bestätigt. Ohne die biblischen Verheißungen hat Israel kein Existenzrecht, mit allen Konsequenzen in der Politik, in der Gesellschaft, in Bezug auf die umstrittene Rechtsreform, den Konflikt mit den Palästinensern, Jerusalem und den Tempelberg bis hin zur messianischen Erlösung Israels und der Menschheit. Israel Heute will glaubwürdig sein vor Gott und vor euch, und in diesem Sinne danke ich allen, die Israel Heute lesen.

 

Schabbat Schalom,

Aviel Schneider

 

 

About the author

Patrick Callahan

This is an example of author bio/description. Beard fashion axe trust fund, post-ironic listicle scenester. Uniquely mesh maintainable users rather than plug-and-play testing procedures.

9 Kommentare zu “Tacheles mit Aviel – „Ich hoffe, wir sind glaubwürdig“”

  1. Christine Bocks sagt:

    Zunächst: Mein großes DANKE an Sie und Ihre Mitarbeiter für Ihre wertvolle Arbeit. Ich freue mich täglich auf Ihre Artikel im Newsletter und natürlich in der Printausgabe.
    Doch was ist „Wahrheit“, soweit es um Wahrnehmung geht? Völlige Objektivität (und somit eine alleingültige Wahrheit) kann es meiner Meinung in der Berichterstattung nicht geben: Jeder sieht ja durch seine ganz eigene „Brille“, Sie in Israel als Schreibende, ich hier in Deutschland als Leserin. Ihr Bemühen um Ausgewogenheit der unterschiedlichen Stimmen wird dadurch gekrönt, dass die biblische Vision für Israel den Hintergrund Ihrer Berichterstattung bildet. Das macht IsraelHeute für mich zu einer der wichtigsten, weil glaubwürdigen Informationsquellen überhaupt.

    Shabbat Shalom
    Christine Bocks

  2. ELI sagt:

    Ich kann mich dem vorherigen Kommentar nur anschließen. Vielen Dank für die unterschiedlichen Beiträge. Ich freue mich auch über persönliche Meinungen und Ansichten. Oft schäme ich mich als Deutsche wenn in Gremien abgestimmt wird oder Berichte von Deutschen über Israel veröffentlicht werden. Wenn ich über ISRAEL HEUTE Information bekomme und dann Nachrichten in Deutschland erhalte.

  3. Thorsten Vogt sagt:

    Tolle Berichterstattung und Nachrichten-Mix. Bitte macht weiter so.

  4. Peter Wyss sagt:

    Geehrtes ISRAEL-HEUTE-TEAM, Ich schliesse mich dem Kommentar von Christine Bocks (oben, Nr.1) voll & ganz an! Ihr seid für mich ein sehr glaubwürdiger täglicher Info-Kanal über das, was in Israel geschieht. Gott sieht euer aufrichtiges Herz. Politisch, gesellschaftlich & religiös ist dieser (von Gott selbst erwählte) Fleck Erde samt den Völkern hochkompliziert & komplex: Man spürt euer ernsthaftes Bemühen, darin eine möglichst ausgewogene Berichterstattung zu liefern – in der gegenwärtig turbulenten Zeit ein heldenhaftes Unterfangen – der Allmächtige möge es euch durch Kraft, Weisheit („…von Zion wird Weisung ausgehen“) & Beharrlichkeit/Treue mit Gelingen belohnen!

    • Peter Wyss sagt:

      Nachtrag: Ludwig Schneider durften wir 1985 in Jerusalem kennenlernen (dort abonnierten wir „die blauen Blätter“) & sind seither interessierte Leser Ihres Magazins! Die IH-‚Wandlungen‘ goutierten wir oft erst im Nachhinein, aber die heute digitale Ausrichtung ist zeitgemäss & bringt die News fast tagesaktuell – wo ist das sonst noch möglich?! (Das Print-Magazin möchten wir aber keinesfalls missen!) Euer kl. ‚Logo‘ mit dem Finger Gottes (hinter dem kl.Israeli) auf dem Seil gegen die Nationen ist & bleibt Realität…

  5. Tilo Heller sagt:

    Lobeshymnen sind genug erschollen. Was mich motiviert, Israel Heute sporadisch zu lesen, sind die hoffentlich unkommentierten Nachrichten. Leider wird der Wahrheits-Anspruch individualisiert und ist vom jeweiligen Autor abhängig. Es geht all zu oft um den Bereich Politik der etablierten Parteien. Wie bei uns in D. da steuert die Politik die Medien. Gleiches passiert leider auch in Israel meist verdeckt. Da muss man glauben was einem serviert wird. möglichst im Gleichklang. Was gerade hier bei IH anscheinend sich im christl. Mainstream ebenfalls wiederspiegelt. Eine andere Meinung wird wie in D. rechtsstaatl. verfolgt. Was ist aber mit den Christen, die nicht im Staatsduktus glauben bzw. verfolgt werden?? Fehlanzeige.

  6. hdfuerst sagt:

    Ich vertraue ISRAEL HEUTE, weil sie immer schreiben, was wer gesagt hat. Auch wird auf die biblischen Prophezeiungen Bezug genommen. Dabei kann es gelegentlich vorkommen, dass ich etwas anders sehe, aber das ist normal.

  7. Jürgen Neisse sagt:

    Seit Jahren bin ich begeisterter Leser von ISRAEL HEUTE und freue mich jeden
    Tag auf die interessanten, informativen und gut recherchierten Artikel, die die Redaktion zusammenstellt. Was ich sehr schätze, ist die Vielfalt der Themen zur Tagesaktualität, die fundierten Hintergrundberichte und die hochinteressanten Beiträge mit biblischem Bezug. Wo sonst wenn nicht in ISRAEL HEUTE finde ich in der deutschsprachigen Presse Artikel, die nicht oberflächlich sind, sondern tieferen Einblick und profunde Analysen zur israelischen Realität bieten. Angesichts der heutigen internationalen Medieneinfalt bin ich sehr froh darüber, daß ISRAEL HEUTE einen professionellen, um Objektivität bemühten tiefen Einblick in die israelische Politik und in das Leben der Israelisis gibt. ISRAEL HEUTE ist für mich unerlässlich, um mir ein annähernd objektives Bild über Israel, das ich sehr oft besuche, zu machen. Hierfür ein ganz herzliches Dankeschön an den Chefredaktor und das gesamte ISRAEL HEUTE Team!!!

  8. Zeev Baranowski sagt:

    Auch ich möchte mich den positiven Ausführungen der Vorkommentatoren anschließen.
    Besonders freue ich mich über die Entwicklung von I.H. der letzten 50 Jahre.
    Ich kenne die Familie Schneider schon seit den 70ern, als AVIEL und seine Geschwister noch klein waren. Papa Ludwig(sel.) lernte ich kurz in Beröa/Erzhausen kennen. Fast alle Schriften seit 1973 “Jesus in Israel“ über NAI bis heute habe ich gesammelt. Und das, obwohl ich weder ein Christ noch ein Messianischer bin.
    Und solange die Berichterstattung von I.H. weiterhin so realistisch bleibt und sich nicht zur “Missions-Aufrufung“ wandelt, wird dies auch bleiben!
    Schalom Zeev Baranowski

Schreibe einen Kommentar

Anmelden