Skandal im Iran: Khameneis angebliche geheime Verbindung zu Israel

Warum wurde ein angeblicher Verräter mit Verbindungen zu Israel von der Islamischen Republik nicht strafrechtlich verfolgt?

von Ryan Jones |
Foto: ABEDIN TAHERKENAREH/EPA

Der Hass auf und die Ablehnung von Israel hat für die religiösen Oberherren im Irans Vorrang vor allen anderen Belangen, möchte man meinen. Nun, vielleicht ist das gar nicht wirklich der Fall, wie neuste Erkenntnisse andeuten.

Es scheint, dass vor einigen Jahren ein hochrangiger iranischer Beamter eine Art von Beziehung zu israelischen Geschäftsleuten und möglicherweise zu Regierungs- bzw. Mossad-Beamten geschmiedet hat. Dieser Iraner verlor angeblich seinen Job, und die Ermittlungen zu diesem „abscheulichen“ Verbrechen wurden eingestellt. Und warum? Weil er der Schwager von Irans Oberstem Führer, Ayatollah Ali Khamenei, ist.

So lautet jedenfalls der Vorwurf, den der ehemalige iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad diese Woche erhoben hat.

Eine iranische Nachrichten-Webseite, die mit Ahmadinedschad verbunden ist, veröffentlichte am Sonntag einen Brief des ehemaligen Präsidenten, in dem er behauptete, dass Hassan Khojasteh, ehemaliger stellvertretender Leiter des staatlichen Rundfunksenders IRIB, von israelischen Geschäftsleuten in Indien im Jahr 2009 beherbergt wurde.

Khojasteh, der der Bruder von Khameneis Frau ist, schmiedete dann angeblich sogar Pläne, heimlich Tel Aviv zu besuchen. Aber Ahmadinedschad, der damals Präsident war, entdeckte, was vor sich ging und entfernte Khojasteh von seinem Posten. Die Angelegenheit wurde allerdings nicht untersucht, „aufgrund bestimmter Erwägungen“.

Khamenei liebt seine Frau. Ihren Bruder als Verräter und „Zionist“ anzuklagen, hätte sie ebenfalls in den Dreck gezogen.

Khamenei nahestehende Quellen beteuern natürlich, dass Ahmadinedschad lüge. Der ehemalige Präsident wiederum behauptet schon seit langem, im Besitz von brisanten, geheimen Informationen zu sein.

Ohne auf weitere Details einzugehen, versicherte Ahmadinedschad, dass Khojasteh nicht der einzige hochrangige Iraner sei, den Israel „erwischt“ habe. Er verwies auf Israels verblüffenden Erfolg bei der wiederholten Unterbrechung des iranischen Atomprogramms, was ohne Hilfe von innen nicht möglich gewesen wäre.

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Israel und der Iran waren vor der islamischen Revolution im Jahr 1979 Verbündete. Der jüdische Staat hat zweifellos immer noch viele Verbindungen innerhalb des Irans.


Ein verärgerter Ex-Präsident

Die Beziehung zwischen Ahmadinedschad und Irans religiösen Oberherren kann als ziemlich kühl bezeichnet werden. Sie verboten ihm, bei der letzten Präsidentschaftswahl zu kandidieren. Ein anderer islamistischer Kleriker, Ebrahim Raisi, wurde stattdessen der neue Präsident des Irans.

Regimevertreter nutzen die Spannungen zwischen Ahmadinedschad und den Ayatollahs, um den ehemaligen Präsidenten als verärgerten Lügner darzustellen, der auf Rache aus sei.

Israelische Nahost-Analysten wie Ehud Ya’ari von N12 berichten, dass die iranische Öffentlichkeit Ahmadinedschad nun auffordere, mehr von den tiefen, dunklen Geheimnissen der Islamischen Republik zu enthüllen.

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