Paraguay verlegt Botschaft zurück nach Tel Aviv

Die Beziehungen zwischen Israel und Paraguay haben gestern einen Rückschlag erlitten, nachdem der neue Präsident des südamerikanischen Landes die Rückverlegung der Botschaft nach Tel Aviv angeordnet hatte.

von | | Themen: BDS

Die Beziehungen zwischen Israel und Paraguay haben gestern einen Rückschlag erlitten, machdem der neue Präsident des südamerikanischen Landes die Rückverlegung der Botschaft nach Tel Aviv angordnet hatte.

Noch vor drei Monaten konnten die Beziehungen zwischen Israel und Paraguay nicht besser sein, als der kurz vor dem Ende seiner Amtsperiode stehende Präsident Paraguays, Horacio Cartes, als drittes Land seine Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegte. Das Land wurde von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als ein „wunderbarer Freund Israels“ bezeichnet.

Doch damit scheint es nun vorbei zu sein. Der neue Präsident Paraguays, Mario Abdo Benítez, hat die Verlegung der Botschaft nun wieder zurückgenommen und angeordnet, die Botschaft wieder in Tel Aviv zu eröffnen. Der Außenminister Paraguays, Louis Alberto Castiglioni, erklärte die Entscheidung: „Paraguay möchte seinen Teil für die Intensivierung der diplomatischen Bemühungen für einen gerechten und langfristigen Frieden im Nahen Osten leisten.“

Die israelische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Das israelische Außenministerium bestellte den israelischen Botschafter in Paraguay zu Gesprächen nach Jerusalem. Nur wenige Minuten später veröffentlichte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten eine deutlich schärfere Nachricht, wonach Netanjahu das Außenministerium damit beauftragt habe, die Botschaft in Paraguay zu schließen.

Gestern gab es Berichte, denen zufolge es die Palästinenser waren, die Paraguay dazu gedrängt hätten, die Botschaft wieder zurück nach Tel Aviv zu verlegen. In Israel seien einige der Ansicht, dass Paraguay auch Investitionen arabischer Länder für die Rückverlegung der Botschaft versprochen wurde, wie heute die Tageszeitung Jediot Achronot berichtet.

Für Israel ist die Entscheidung Paraguays ein Schlag in das Gesicht, auch wenn sie nicht so überraschend kam, wie es den Anschein hatte. Nach der Wahl des neuen Präsidenten Paraguays befürchtete man in Israel einen derartigen Schritt. Der ausscheidende Präsident Cartes hatte die Verlegung der Botschaft nach Jerusalem mit einer Bedingung verknüpft: Innerhalb der nächsten sechs Monate würde endgültig darüber entschieden werden, ob die Botschaft in Jerusalem bleibe oder nicht. Denn Cartes wusste ja, dass er bald aus dem Amt scheiden werde. Doch für Netanjahu war die Verlegung der Botschaft im Mai sehr wichtig. Er hoffte, dass weitere Länder folgen würden. Doch das ist bis jetzt noch nicht geschehen.

Die Kritiker Israels und die BDS-Organisationen haben nun erst eimal einen Grund zum Feiern bekommen.

Archivbild: Ministerpräsident Netanjahu und der damalige paraguayische Präsident Cartes bei der Eröffnungszeremonie der Botschaft in Jerusalem (Foto: Amos Ben Gershom/GPO)

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