Oberrabbiner stellt sich auf Seite der Abtreibungsgegner

“Hören Sie nicht auf die ‘aufgeklärten’ Leute, die in das dunkle Zeitalter Roms und Griechenlands zurückkehren wollen! Sie haben das Recht zu glauben, dass das Leben heilig ist.”

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Abtreibung
Amerikaner halten eine Anti-Abtreibungs-Gebetskundgebung ab, um die Aufhebung des Urteils Roe v. Wade durch den Obersten Gerichtshof zu unterstützen. Foto: EPA-EFE/CRISTOBAL HERRERA-ULASHKEVICH

Die Aufhebung des Urteils „Roe v. Wade“ durch den Obersten Gerichtshof der USA hat in Israel fast ebenso viele Debatten ausgelöst wie in Amerika.

Progressive Israelis kritisieren derzeit, wie ihre amerikanischen Kollegen, die Entscheidung des Gerichts als ein “dunkles” Kapitel der Geschichte und prangern einen Angriff auf die “Rechte der Frauen” an.

Siehe: Scheidender Gesundheitsminister versichert, dass sich die Abtreibungsrechte in Israel nicht ändern werden

Der Oberrabbiner von Tsefat (Safed) reagierte darauf mit einem Artikel, der den Standpunkt der meisten religiösen Rechten in Israel widerspiegelt.

Rabbi Shmuel Eliyahu wendet sich in seinem Artikel gegen diejenigen, die behaupten, dass „das Recht der Frau auf ihren Körper das Recht des Fötus auf Leben und sogar die Demokratie übertrumpft”.

Er weist darauf hin, dass der Oberste Gerichtshof der USA die Abtreibung in Amerika nicht verboten habe, wie manche behaupten. Vielmehr habe das Gericht die Entscheidung wieder in die Hände der Regierungen der amerikanischen Bundesstaaten gelegt, damit diese die Gesetze auf der Grundlage des Willens ihrer Bürger erlassen können.

So funktioniert die Demokratie, betont Rabbi Eliyahu:

“Der Oberste Gerichtshof der USA hat entschieden, dass es nach der Verfassung zulässig ist, dass die Gesetzgeber aller 50 US-Bundesstaaten selbst entscheiden, ob sie die Ermordung lebender Föten verbieten wollen. Nach Ansicht der Richter des Obersten Gerichtshofs der USA seien diejenigen, die die Gesetzgeber daran hindern wollen, die öffentliche Meinung zu vertreten, Diktatoren.“

In seinem Artikel bezieht sich Rabbi Eliyahu ebenso auf den Trugschluss, dass diejenigen, die sich gegen die Abtreibung aussprechen, als “rückständig” bezeichnet werden, obwohl es sich bei der Kindesopferung um ein Jahrtausend altes Phänomen handelt.

In der heutigen schnelllebigen, fortschrittlichen Gesellschaft wird die Abtreibung oft als Mittel der “Familienplanung” gerechtfertigt, um Eltern und insbesondere Frauen die Möglichkeit zu geben, sich selbst weiterzuentwickeln. Der Rabbiner weist darauf hin, dass ein solcher Ansatz nicht nur völlig egoistisch ist, sondern auch eine erschreckende Ähnlichkeit mit der alten Praxis aufweist, bei der Kinder geopfert worden sind, um den Eltern Regen oder andere Vorteile zu bringen:

“Hört nicht auf diese ‘aufgeklärten’ Leute, die uns zweitausend Jahre zurück in die dunklen Zeiten Roms und Griechenlands versetzen wollen – ihr habt das Recht zu glauben, dass das Leben heilig und Mord rückständig ist. Sie haben das Recht, offen zu sagen, dass das Leben wichtiger ist als ein Urlaub in den USA, ein neues Auto oder ein Master-Abschluss. Sie haben das Recht zu glauben, dass die Ermordung eines Fötus primitiv und rückständig ist, nicht fortschrittlich oder aufgeklärt.”

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