(JNS) Wenn man durch die Londoner Innenstadt oder andere Großstädte in westlichen Ländern wie dem Vereinigten Königreich, Kanada, Australien und ganz Europa spaziert, kann man Iraner sehen, die sich versammeln und offen die Maßnahmen der Vereinigten Staaten und Israels gegen das iranische Regime unterstützen. Ein Slogan, der bei diesen Protesten deutlich zu hören ist, lautet: „USA, Israel – Danke, danke!“
Manchen Menschen, die diese Szenen beobachten, stellen sich natürlich Fragen: Wie und warum sollten Menschen Angriffe auf ihr eigenes Land unterstützen?
Die Antwort liegt darin, dass die Menschen zwischen dem Iran und dem iranischen Regime unterscheiden. Iraner trennen ihr Land klar von dem politischen System, das es regiert. Viele vermeiden bewusst den Begriff „Islamische Republik Iran“ und bezeichnen es stattdessen als „Islamische Republik im Iran“, um zu betonen, dass das Regime nicht die iranische Nation selbst repräsentiert.
Aus dieser Perspektive geht es nicht darum, den Iran anzugreifen. Es geht darum, einem radikalen islamischen System entgegenzutreten, das die Kontrolle über das Land übernommen hat und nicht den Willen seines Volkes widerspiegelt. Das Ziel ist, wie viele Iraner es beschreiben, dieses System zu beseitigen und das Land dem Volk zurückzugeben.
Aufgrund dieser Unterscheidung sehen viele Iraner die jüngsten Angriffe nicht als Angriffe auf ihr Land oder ihre Bevölkerung. Stattdessen glauben sie, dass diese Aktionen gegen das Regime gerichtet sind und letztlich den Bürgern des Iran dienen.
Diese Sichtweise hilft, die Szenen in London zu erklären. Iranische Demonstranten versammeln sich fast jeden Samstag- und Sonntagnachmittag vor der 10 Downing Street, der offiziellen Residenz und dem Amtssitz des britischen Premierministers. Nach der Versammlung dort marschieren die Demonstranten zur iranischen Botschaft in London, die sie als besetzte Botschaft bezeichnen, die eher das Regime als das iranische Volk repräsentiert.
Diese Proteste sind für Iraner im Ausland auch eine Möglichkeit, für diejenigen im Land zu sprechen, die ihre Meinung nicht sicher äußern können. Die Demonstranten sagen, ihre Stimmen spiegelten die Gefühle ihrer Landsleute wider, die unter anhaltenden Einschränkungen und Unterdrückung leben.
Die bei diesen Protesten zu hörenden Sprechchöre drücken sowohl Dankbarkeit als auch Entschlossenheit aus. Ein Sprechchor drückt Wertschätzung gegenüber Ländern aus, die als Helfer des iranischen Volkes im Kampf gegen das Regime angesehen werden: „USA, Israel – Danke, danke!“
Ein anderer Slogan ehrt die Menschen, die bei Protesten gegen das Regime ihr Leben verloren haben: „Wir schwören beim Blut derer, die vom iranischen Regime getötet wurden, dass wir bis zum Ende durchhalten werden.“
Für die Demonstranten sind diese Worte mehr als nur politische Parolen. Sie sind ein Versprechen, so lange weiterzumachen, bis sich das System, das den Iran regiert, ändert.
Jeder in den Nachrichten gemeldete Angriff hat für Iraner, die sich gegen das Regime stellen, eine ganz andere Bedeutung. Für sie steht jeder Angriff für Rache für die Menschen, die das Regime getötet hat, und für die Träume, die es zerstört hat. Er erinnert sie auch an den Preis, den sie über Jahrzehnte hinweg gezahlt haben. Seit 47 Jahren sind Millionen Iraner gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und sich ein neues Leben fernab von allem aufzubauen, was sie liebten.
Deshalb feiern Iraner im Ausland manchmal Aktionen gegen das Regime. Sie glauben, dass die Abschaffung des derzeitigen Systems einen Weg in die Freiheit ebnen und es dem Iran ermöglichen könnte, wieder ganz seinem Volk zu gehören.
Für sie geht es nicht um einen Konflikt zwischen Nationen. Es geht um die Zukunft ihres Landes.
Nennen Sie es also nicht Krieg. Die Menschen im Iran nennen es eine Rettungsmission.




