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Mutter der Geisel Elkana Bohbot spricht nach Hamas-Propagandavideo

„Wir befinden uns auf einer sehr schweren Reise, die kein Ende nimmt“, sagt Ruhama Bohbot, deren Sohn Elkana am 7. Oktober 2023 entführt wurde und seit mehr als 580 Tagen als Geisel festgehalten wird.

Bohbot
Visitors at Hostage Square in Tel Aviv. April 20, 2025. Photo by Miriam Alster/FLASH90

„Es passt nicht zu Elkana, zusammenzubrechen“, sagte Ruhama Bohbot, nachdem ihr Sohn in einem am Samstag veröffentlichten Hamas-Propagandavideo zu sehen war – gemeinsam mit dem ebenfalls entführten Yosef Haim Ohana.

In dem Video behauptet Ohana, Elkana habe versucht, sich selbst zu verletzen.

Seit der Veröffentlichung des Videos sei die Familie von Angst und Sorge überwältigt, sagte Ruhama gegenüber JNS. Sie könnten weder essen noch schlafen. Ob das Gezeigte der Wahrheit entspricht, wisse niemand – man warte verzweifelt auf Informationen des israelischen Geheimdienstes.

„Ich höre nicht auf zu erbrechen, wir sind alle am Ende. Diese Videos tun uns nicht gut. Jedes einzelne ist wie ein Schlag in den Magen. Für mich ist das kein Lebenszeichen, sondern ein Hinweis darauf, in welch großer Gefahr er schwebt“, sagte sie.

Elkana, ein israelisch-kolumbianischer Doppelstaatsbürger aus Mevaseret Zion bei Jerusalem, arbeitet bei einer Produktionsfirma, die Bühnen für Großveranstaltungen aufbaut. Er war Co-Produzent des Supernova-Festivals, von dem er am 7. Oktober 2023 von der Hamas verschleppt wurde.

Vor seiner Entführung informierte Elkana seine Familie, dass es bei der Party zu Schüssen gekommen sei und er Verletzten helfe. Er und seine Frau Rivka haben einen kleinen Sohn namens Re’em.

Ruhama erinnerte sich an den Morgen: Sie sei mit ihrer Schwiegertochter und dem Enkel zu Hause gewesen, ihr Mann war in der Synagoge. Als Sirenen heulten und sie beunruhigende Nachrichten im Fernsehen sah, habe sie Rivka geweckt und gesagt, es sehe nach Krieg aus.

„Um 7:50 Uhr riefen wir Elkana an. Er nahm ab und sagte, er müsse noch beim Evakuieren helfen und komme später nach Hause. Ich konnte mir nicht im Entferntesten vorstellen, welches Ausmaß das Massaker hatte.“

Rivka sprach kurz darauf erneut mit Elkana und warnte ihn vor bewaffneten Terroristen in Pickups, die sich als Soldaten verkleidet hatten. Er versicherte ihr, dass er helfe, versprach aber, bald nach Hause zu kommen.

Gegen Mittag rief ein Freund die Familie an und teilte mit, dass Elkana entführt worden sei – und schickte anschließend ein Video als Bestätigung.

„Wir wussten damals gar nicht, was es heißt, entführt oder Geisel zu sein. Dieses Wort existierte seit Gilad Shalit nicht mehr in unserem Wortschatz. Als wir das Video sahen, war klar: Elkana wurde verschleppt“, erzählt Ruhama.

Seitdem kämpft die Familie unermüdlich öffentlich für seine Freilassung.

„Wir sind auf einer sehr schweren Reise, die kein Ende nimmt. Wir waren sicher, dass es schnell vorbei sein würde – bei der hohen Zahl an Geiseln. Dass wir heute, über 580 Tage später, immer noch in derselben Lage sind, war unvorstellbar.“

Kürzlich erklärte die Familie ihrem Sohn Re’em, was geschehen ist. Bis dahin hatten sie ihm vage, hoffnungsvolle Geschichten erzählt – von „bösen Menschen“, die den Vater mitgenommen hätten, aber dass er bald wiederkäme. Doch Re’em wartet noch immer an der Tür.

„Er nimmt ein Fernglas und stellt sich auf den Balkon, um nach seinem Vater zu suchen. Jedes Geschenk, das er bekommt, will er ihm sofort zeigen. Er hat eine Überraschungskiste mit Zeichnungen und Briefen für Elkana vorbereitet. Er spart auch sein Taschengeld für seinen Vater – weil er weiß, dass sie all sein Geld genommen haben und er jetzt nichts mehr hat.“

Nach dem Geisel-Deal im Januar, bei dem 33 Geiseln freikamen, war die Enttäuschung groß: Elkana war nicht unter den Freigelassenen. Die Familie hatte fest mit seiner Rückkehr gerechnet – wegen seines Vaterstatus und medizinischer Probleme.

„Wir waren überzeugt, dass Elkana auf der Liste stehen würde. Er ist Vater, leidet an Asthma und hat laut Informationen von [Ex-Geisel] Ohad Ben Ami eine Hautkrankheit in den Tunneln entwickelt.“

Zur jüngsten Freilassung des US-israelischen Geisels Edan Alexander sagte Ruhama, sie empfinde gemischte Gefühle – Freude für die Familie, aber Schmerz über das Gefühl, dass für ihren Sohn weniger getan werde.

„Jede zurückgekehrte Geisel ist eine ganze Welt. Es tut weh zu sehen, dass bei Edan, der die US-Staatsbürgerschaft hat, sein Präsident offenbar Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hat. Mein Sohn wuchs hier auf, diente dem Land, heiratete eine Frau aus Kolumbien und holte sie hierher – mit dem Versprechen, dass Israel der sicherste Ort sei. Sie bekamen ein Kind – und dann passierte das.“

Ruhama beschreibt Elkana als hingebungsvollen Vater und hilfsbereiten Menschen.

„Elkana hilft gern und gibt alles. Er ist ein unglaublicher Vater. Sein Kind und seine Frau sind sein ganzer Stolz. Während Corona arbeitete er bei jeder Gelegenheit, damit es Rivka und dem Kind an nichts fehlt.“

Sie erzählt, dass er einem älteren Nachbarn am Markt täglich beim Aufbau seines Standes geholfen habe – noch bevor er mit seinem eigenen begann.

„Elkana wurde an Purim geboren, er liebt das Leben. Er hat immer gesagt: Freiheit hat keinen Preis.“

Im Gespräch mit JNS sagte Ruhama abschließend:

„Es gibt keine Worte. Dieser Schmerz hat keinen Namen. Wir haben kein Leben, keine Luft – wir können nicht atmen. Helfen Sie mir, meinen Sohn nach Hause zu bringen, damit sein Sohn ihn wenigstens noch einmal ‚Papa‘ nennen und ihm in die Arme laufen kann.“

„Helfen Sie mir, ihn zurückzuholen, damit sie das letzte Jahr und neun Monate nachholen können, in denen Elkana nicht miterleben durfte, wie sein Sohn aufwächst – und damit er noch weitere Kinder in diese Welt bringen kann. Das ist es, was ich fordere.“

 

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Patrick Callahan

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