all

all

Mütter ehren gefallene Kinder in bewegender Kunstausstellung

Unter dem Titel „Wenn dir die Worte fehlen“ nahmen neun trauernde Frauen an der Ausstellungseröffnung im Multidisziplinären Zentrum in Modi’in teil.

Mütter
Bürgermeister Haim Bibas von Modi'in steht vor dem Porträt von Sharon Nimri bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Stadtverwaltung Modi'in.

Cpt. (Hauptmann) Eden Nimri, 22 Jahre alt, war eine Spitzenschwimmerin, die Israel bei den Olympischen Spielen hätte vertreten können. Am 7. Oktober 2023 wurde sie auf dem Stützpunkt Nahal Oz ermordet, als sie im Pyjama mutig ihre Soldaten verteidigte und ihr Gewehr keine Munition mehr hatte.

Zu ihrem Gedenken beteiligt sich ihre Mutter Sharon an einer ergreifenden Kunstausstellung in der Stadt Modi’in in Zentralisrael. Neun trauernde Mütter aus dem ganzen Land nehmen an der Ausstellung teil, die sich den tragischen Ereignissen des 7. Oktober und dem darauffolgenden Krieg widmet.

Was diese Ausstellung einzigartig macht: Anstelle traditioneller Materialien gedenken die Mütter ihrer gefallenen Kinder, indem ihre eigenen Körper zur Leinwand der Kunstwerke werden. Die Körper, die ihre Kinder getragen und geboren haben, sind nun ein Zeugnis ihres gesegneten Andenkens.

Sharon Nimri ist in der Ausstellung mit gefalteten Händen über dem Herzen und einem sanften Lächeln auf den Lippen dargestellt – auf einem Gemälde, das Eden beim Schwimmen zeigt, ganz in ihrem Element. Die zutiefst emotionale Ausstellung mit dem Titel „Wenn dir die Worte fehlen“ wurde im März im Multidisziplinären Zentrum von Modi’in eröffnet.

Orna Mager, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt und Leiterin des Zentrums, sagte gegenüber JNS:
„Diese Ausstellung will die Kraft von Frauen als Mütter zeigen – wie es möglich ist, Seite an Seite aus dem tiefsten Schmerz heraus wieder aufzustehen. Das ist die Stimme der weiblichen Erneuerung.“

Kuratorin Sigalit Zilkha-Niewodoski, die bereits mehrere Ausstellungen zu den Ereignissen vom 7. Oktober und ihren Folgen gestaltet hat, erklärte, warum gerade diese Ausstellung für sie eine besondere Bedeutung hat:

„Der 7. Oktober war ein seismisches Ereignis für die israelische Gesellschaft, für jüdische Gemeinschaften weltweit und für die ganze Welt“, sagte sie gegenüber JNS. „Viele Frauen in Israel kämpfen mit Verlust, Angst und tiefer Unsicherheit. Für mich als Kuratorin liegt das Herzstück dieser Ausstellung in der intimen Reise, die wir mit diesen unglaublichen Müttern geteilt haben – Frauen, die sich uns im wahrsten Sinne des Wortes geöffnet und uns ihre erschütternden Geschichten anvertraut haben.“

Zilkha-Niewodoski erklärte, dass das gemeinsame Schicksal der neun Frauen durch künstlerische Darstellungen auf ihren Körpern sichtbar wird – der Körper als „lebendige Leinwand“ für die Künstlerin Tal Bracha. Darüber hinaus zeigen weitere bemalte Frauenkörper Szenen aus einem Land im Krieg und aus der unruhigen Zeit, in der wir leben.

„Mit ihren Bildern offenbart die Künstlerin die Kraft der Kunst. Sie verleiht Gefühlen wie Trauer, Freude, Frustration und Hoffnung auf einzigartige und authentische Weise Ausdruck“, sagte sie. „Die ausgestellten Werke zeigen, wie Kunst einen flüchtigen Moment einfangen und mit Bedeutung aufladen kann – und wie wir als Publikum durch diese kraftvollen Werke mitempfinden und teilhaben können.“

Eti Shushan ehrt ihren gefallenen Sohn Segev.Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Stadtverwaltung Modi’in.

Segev Shushan, 28 Jahre alt, ein Berufsfotograf, wurde gemeinsam mit seiner Freundin Anita Lisman von Hamas-Terroristen ermordet, als sie am 7. Oktober vor dem Supernova-Musikfestival flohen. Seine Mutter Eti Shushan, die in Modi’in lebt, wählte für ihr Gemälde ein Foto, das ihn auf einer Auslandsreise zeigt – mit erhobenen Armen in einer Geste des Triumphs.

Zilkha-Niewodoski kommentierte, dass dieser Moment nicht nur Segevs Wesen widerspiegele, sondern auch die Stärke seiner Mutter, die trotz ihres Schmerzes den Weg nach vorn wählt.

„Ich habe dieses Bild gewählt, weil ich möchte, dass er als jemand in Erinnerung bleibt, der oben auf der Welt stand – und es sollte vorne auf meinem Körper, in Herznähe, sein. Ich wollte ihn auf diese Weise in Erinnerung behalten. Danach zu duschen war für mich sehr schwer – die Gefühle sind so stark. Das Wasser kommt – und alles verschwindet“, sagte Shushan.

Zilkha-Niewodoski sagte, sie hoffe, dass Organisationen, Schulen, Gruppen oder andere Einrichtungen sogenannte „Gallery Talks“ veranstalten – Ausstellungsführungen, bei denen eine der Mütter eingeladen wird, ihre persönliche Geschichte mit dem Publikum zu teilen. Auch ein Bodypainting-Workshop mit der Künstlerin sowie eine Vorführung des Films Four Houses and Longing, der die erschütternden Erlebnisse der Familie Elkabets beim Massaker in Kfar Aza zeigt, könnten Teil solcher Veranstaltungen sein.

Die ausgestellten Kunstwerke stehen zum Verkauf. Über QR-Codes bei jedem Werk können weitere Informationen abgerufen werden. Der Erlös kommt verschiedenen Organisationen zugute, die Kriegsopfer – sowohl körperlich als auch seelisch – auf ihrem Weg zu Genesung und Resilienz unterstützen.

 

About the author

Patrick Callahan

This is an example of author bio/description. Beard fashion axe trust fund, post-ironic listicle scenester. Uniquely mesh maintainable users rather than plug-and-play testing procedures.

Mitglieder

Israel Heute Mitgliedschaft


Digital Monatlich Digital Jährlich Print + Digital (Deutschland) Print + Digital (International)
Preis
6.90
/ Monat

(€82,80 Jährlich)
51,00
/ Jahr
63,00
/ Jahr
73,00
/ Jahr
Voller Zugang zu allen Mitglieder-Inhalten
Gedrucktes Magazin (6 Ausgaben pro Jahr)
Magazin als E-Paper
Exklusive Zoom-Veranstaltungen
Werbefreies Lesen
Kostenloser Probemonat
Ersparnis gegenüber dem Monatsabo - 38,41% / €31,80 23,91% / €31,80 11,84% / €31,80
Effektiver Jahrespreis €82,80 €51,00 €63,00 €73,00

Schreibe einen Kommentar

Anmelden