In Israel hat am 1. September 2025 das neue Schuljahr begonnen. Landesweit öffneten Schulen und Kindergärten ihre Tore, und mehr als 2,5 Millionen Schüler nahmen nach den Sommerferien wieder den Unterricht auf. Für viele Kinder war es ein ganz normaler erster Tag, für andere ein besonderer Moment: Rund 180.000 Jungen und Mädchen wurden in die erste Klasse eingeschult. Am anderen Ende der Schullaufbahn kehrten etwa 149.000 Schüler der zwölften Klassen zurück, die nun in ihre Abschlussphase starten. Auch rund 230.000 Kinder in Vorschulen begannen das neue Jahr.
Im Süden des Landes, in den Gaza-Grenzgemeinden (Otef Aza), wurden in diesem Jahr 23.700 Schüler eingeschult – rund 2.000 mehr als im Oktober 2023. Damit wächst die Schülerzahl in dieser Region weiter, was die demografische Entwicklung im Süden Israels unterstreicht.
Trotz der feierlichen Atmosphäre war der Schulbeginn nicht frei von Herausforderungen. Das israelische Bildungssystem leidet weiterhin unter einem deutlichen Lehrermangel. Schulleiter meldeten Engpässe, insbesondere in den Kernfächern. Kurz vor Schulbeginn sprach das Bildungsministerium von mehreren Hundert offenen Stellen, zeitweise war sogar von über 4.000 fehlenden Lehrkräften die Rede. Eltern äußern Sorge über mögliche Unterrichtsausfälle, während das Ministerium versucht, mit befristeten Lösungen und Umverteilungen den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Auch die Sicherheitslage ist ein zentrales Thema. Die Regierung stellte 285 Millionen Schekel bereit, um Schulen und Kindergärten besser zu schützen. Geplant sind unter anderem verstärkte Eingänge, neue Zäune und Kameras. Bildungsminister Yoav Kisch sagte dazu: „Die Sicherheit der Schüler ist eine rote Linie. Ich danke dem Premierminister für die Lösung und freue mich, dass die Regierung die Mittel bewilligt hat.“ Haim Bibas, Vorsitzender des Gemeindebundes, erklärte: „Wir sind auf den Schulstart vorbereitet und erwarten, dass die Finanzierung der zivilen Sicherheitskräfte in den kommenden Tagen endgültig geklärt wird.“

Auch arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen begleiteten den Beginn. Der Vorsitzende der Oberstufenlehrer, Raan Erez, hatte im August einen Arbeitskampf angekündigt. Hintergrund waren Streitpunkte wie Einkommensfragen, eingeschränkte Möglichkeiten beim vorzeitigen Ruhestand sowie Kürzungen bei Fortbildungen. Kurz vor dem ersten Schultag stoppte jedoch ein Gericht den Streik durch eine einstweilige Verfügung. Begründung: Das Bildungssystem benötige zu Beginn des Schuljahres Stabilität und Verlässlichkeit. Ein Beamter des Finanzministeriums betonte zusätzlich, dass man Arbeitsniederlegungen künftig nicht mehr dulden werde.
An einigen weiterführenden Schulen kam es am Montag zudem zu Protestaktionen von Schülern. Sie boykottierten den Unterricht, um ihre Forderung nach einem Gefangenenaustausch zu unterstreichen. In einzelnen Fällen blockierten sie Schulhöfe oder hielten Transparente hoch. Vereinzelt griff auch die Polizei ein, insgesamt blieb es jedoch bei begrenzten Aktionen.

Der Beginn des Schuljahres 2025 zeigt damit gleich mehrere Facetten der israelischen Realität. Auf der einen Seite die Freude und Aufregung der Erstklässler und die Ernsthaftigkeit der Abschlussklassen, auf der anderen Seite strukturelle Probleme wie der Lehrermangel, hohe Anforderungen an die Sicherheit und politische Spannungen, die auch vor den Schulen nicht Halt machen. Dass trotz dieser Rahmenbedingungen mehr als 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche am 1. September ihren Unterricht aufnahmen, macht zugleich deutlich: Bildung hat in Israel höchste Priorität – auch in schwierigen Zeiten.




