Ursprünglich hatte Luther lediglich die Reformation der römisch-katholischen Kirche am Herzen gelegen, doch seine durchschlagende Lehre wurde letztendlich zur Infrastruktur unzähliger protestantischer Kirchen. Tatsächlich handelt es sich bei einer dieser neuen Denominationen auch um die moderne messianische Bewegung der jüdischen Gläubigen an Jeschua (Jesus). Sie folgen rabbinischen Traditionen und dem jüdischen Volkstum, unterstützen sogar den Zionismus, akzeptieren allerdings auch, fast Wort für Wort, die theologischen Leitlinien des Protestantismus. Aus christologischer Perspektive unterscheiden sich protestantische Doktrinen nicht sehr von römisch-katholischen Dogmen. Sowohl die protestantischen als auch die katholischen Glaubensbekenntnisse basieren auf den Bekenntnisschriften der Konzile von Nicäa (325 n.Chr.) und Chaldäa (451 n.Chr.), die auch unbiblische Terminologie eingeführt haben.
Heute haben die meisten jüdischen Jesus-Gläubigen die Glaubensbekenntnisse verschiedener protestantischer Kirchen fast wörtlich übernommen. Insbesondere werden dabei dogmatische Erklärungen protestantischer Denominationen wie die der Lutheraner, des Calvinismus, der Anglikaner oder der Adventisten übernommen, neben dem Glauben der Baptisten und der Brüderbewegung. Die Mehrheit der heutigen jesusgläubigen Juden hat den Glauben an den Herrn Jesus durch das Zeugnis von Christen und protestantischen Missionaren angenommen. Es wundert also nicht, dass sie die Lehren ihrer geistlichen Eltern übernommen haben. Nicht wenige von ihnen wurden zudem ermutigt, „Leiter“ und Lehrer zu werden, sie wurden an Ausbildungsstätten geschickt, die oft unzutreffenderweise „Bibelschule“ genannt werden. In diesen Institutionen wurden sie systematisch mit protestantisch-dogmatischen Prinzipien indoktriniert. Nachdem sie ordiniert und zum Lehren autorisiert wurden, wiederholten sie das, was sie gelernt hatten, vor neuen Generationen jesusgläubiger Juden.
Die Situation lässt sich anhand eines markanten Beispiels erklären: Luthers fundamentale Lehre der sola scriptura (lateinisch für: [Errettung] „allein durch die Schrift“) basiert auf seiner Übersetzung des Römerbriefes (3,28). Diesem Standard zufolge sind Gottes ultimatives Wort und eindeutige Führung fest in der Bibel verankert, und zwar so, dass der Allmächtige nicht länger mit den Menschen durch Offenbarungen, Propheten und anderem kommuniziere. Luther argumentierte folglich, dass die Quelle der geistlichen Autorität nun allein in den Heiligen Schriften zu finden sei. Um Gottes souveränen Willen zu erkennen, müsse man nur noch im kanonischen Text nachforschen. Mit anderen Worten, die originale und unfehlbare göttliche Wahrheit gibt es nur in der „christlichen Bibel“. Ein Teil dieser Lehre besteht auf dem Prinzip, dass die Schrift durch die Schrift ausgelegt wird.
Die Bibel jedoch lehrt kein sola scriptura. In den Evangelien kann man beispielsweise über die große und einzigartige Vermittlung des Heiligen Geistes lesen. Die klaren Lehren des Herrn Jeschua setzen die direkten Anweisungen des Heiligen Geistes über die Lehren der biblischen Verse. So sagt zum Beispiel im Evangelium des Johannes der Herr selbst: „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten.“ (Joh. 16,13). Diese göttlichen Worte kommen direkt vom Sohn Gottes, der den Heiligen Geist sendet, denn „er [der Geist] wird nicht von sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkünden.“ Mit anderen Worten, der Heilige Geist, welcher ist der Geist der Wahrheit, ist nicht nur Teil der biblischen Interpretation, sondern er führt wahre Gläubige auch auf persönlichem Wege, während er individuell die Geheimnisse des Königreiches Gottes offenbart. Dies steht in Einklang mit der Lehre des Herrn, „die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit“ (Joh. 4,23).
Einerseits können menschliche Auslegungen der Schrift Gläubige in die Irre führen, andererseits ist die wahre Führung des Heiligen Geistes unfehlbar. Zudem kommt, dass kein Bibelvers eine Person völlig überzeugen kann, es sei denn, der Heilige Geist bietet Bestätigung und Gewissheit. Nur der Heilige Geist kann jeden Gläubigen auf Erden berühren. „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt“ (Offb. 2,7). Wer den Herrn Jeschua liebt und seine Gebote hält (Joh. 14,15+21; 15,10), der wird auch die Stimme des Heiligen Geistes vernehmen.





Das größte materielle Wunder der jüdischen Geschichte war das „gespaltete Meer“ beim Auszug aus Ägypten.
Das größte geistige Wunder der jüdischen Geschichte war die Wiederauferstehung von Jesus.
Auch Gnade + Frieden sind nicht materiell.
…genau so immateriell wie die Einsicht, dass das Wunder des lebendigen Lebens etwas ist, was weder Judentum, noch die ‚offizelle Wissenschaft‘ oder ‚die Kirche‘ bislang wahrgenommen hat als Ereignis in „gespalteter Zeit“.
Oder ist es jemandem schriftlich schon begegnet, dass dieses lebendige Leben stattfindet zwischen noch imaginärer Zukunft und hinter uns liegender (schon wieder) toter Vergangenheit, welche zusammen „die Zeit“ bilden ?
…mit der Gegenwart dazwischen ohne jede zeitliche Ausdehnung ?
Das „so“ zu sehen, bezeichne ich als Gnade. Das Leben selbst ist Segen.
Ein sehr verallgemeinernder Beitrag, darüber könnte ich jetzt viel schreiben, das sehe ich hier nicht als meine Aufgabe….2 Verse möchte ich dennoch weitergeben: Mt 13:52 Er aber sprach zu ihnen: Darum ist jeder Schriftgelehrte, der im Reiche der Himmel unterrichtet ist, gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatze NEUES–VÖLLIG NEUES–KAINOS und Altes hervorbringt.
1Kor 11:19 Denn es müssen auch haíresis >>LEHRANSCHAUUNGen
unter euch sein, auf daß die Bewährten unter euch offenbar werden.
Der Geist Gottes leitet mich auf meinen persönlichen Wegen. Diese sind nirgends in der Schrift aufgeschrieben.
Der Geist Gottes wird mich oder andere jedoch nie einen Weg führen, der der Heiligen Schrift (Tanach und Evangelium) entgegensteht.
(Neue?) Offenbarungen müssen mit der Schrift übereinstimmen.
„…müssen mit der Schrift übereinstimmen“ lässt Spielraum für Korrekturen. Deutschsprachige Bibeln benutzen bisher das Wort ‚auferstanden‘, wo sprachlich korrekt das Wort wieder-auferstanden hingehört.
Ein anderer Knüller ist die Überschrift ZEHN GEBOTE (2Mo20), obwohl es eindeutig deutlich mehr als 10 sind.
Und die „gespaltete Zeit“ als Gegenwart Gottes zu betrachten ist zwar erst recht unbiblisch, aber total in seinem Sinn. Das glaube ich nicht, sondern weiß ich !
Ja, es täte gut wenn die Jesus-gläubigen Juden (genau wie die vom Islam zum wahren Gott Bekehrten und überhaupt alle Christen) prüfen würden was ihnen gelehrt wurde und den Mut hätten Falsches zu verwerfen. Das sage ich besonders im Blick auf das Trinitätsdogma. (Joh 20:17; 1.Kor 8:5,6)
Was soll es bedeuten, dass der Geist ÜBER der Schrift steht? Ich hoffe nicht, dass eine vermeintliche Anweisung des Geistes GEGEN die Schrift verstoßen darf. („Probiere doch mal Zauberei“) So oder so muss die Schrift natürlich wahrheitsgemäß ausgelegt und im Zusammenhang betrachtet werden. DABEI hilft der Geist.
Halten wir fest: Martin Luther war ein Katholik seiner Zeit, der sich hauptsächlich wegen des profitablen Ablasshandels mit seiner Kirche überwarf. Rückendeckung erhielt er von seinem Landesfürsten, Churfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen. Dieser und andere wollten nämlich selbst abschöpfen.
Sein Verhältnis zu den Juden war anfangs nicht spannungsgeladen, wurde es aber, als er einige Rabbiner aus Prag bekehren wollte, was diese freilich naturgemäß ablehnten. Daraufhin wurde er zum Judenfeind, der dazu aufforderte, Synagogen niederzubrennen.
Kurios daran ist, dass sich später der Ober-Nazi und Hitlerfreund Julius Streicher während der Nürnberger Prozesse dazu verstieg zu behaupten, wäre Luther ein Zeitgenosse, würde er heute an seiner Stelle sitzen.
Willi Weglehner
Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller VS (in ver.di)
Member of German Writers´ Association