(Foto: Amos Ben-Gershom/GPO)
Der italienische Innenminister und stellvertretende Ministerpräsident Matteo Salvini ist gestern zu einem zweitägigen Besuch in Israel eingetroffen. Salvini, Vorsitzender der sehr rechtsgerichteten Lega-Partei, gilt als ein Freund Israels und wurde von der italienischen Presse kritisiert, weil er die Hisbollah als Terror-Organisation bezeichnet hatte.
Vor dem heutigen Treffen im Amtssitz von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, besuchte Salvini gestern die nördliche Grenze zum Libanon, wo er sich über die Operation gegen die Angriffstunnel der Hisbollah informierte.
Altre foto dal confine nord di Israele. #SalviniIsraele pic.twitter.com/31F6yuFaC7
— Matteo Salvini (@matteosalvinimi) 11. Dezember 2018
Der italienische Innenminister Salvini beim Besuch der nördlichen Grenze.
Heute wurde Salvini von Ministerpräsident Netanjahu empfangen. Zu Beginn des Treffens sagte Netanjahu: „Ich möchte Herrn Salvini willkommen heißen, er ist ein großer Freund Israels“. Zu Salvini gerichtet, sagte Netanjahu anschließend: „Sie hatten die Gelegenheit, die Terror-Tunnel mit eigenen Augen zu sehen. Es handelt sich dabei um einen klaren Akt der Aggression gegen uns und den Normen der internationalen Gemeinschaft. Sie haben einen Befehlshaber der UNIFIL, er ist ein italienischer Befehlshaber. Wir sind der Ansicht, dass die UNIFIL eine bessere Arbeit machen mus, aber das liegt in der Verantwortung der internationalen Gemeinschaft. Sie muss diese Aggressionen der Hisbollah gegen Israel stoppen“.
Daraufhin sagte Salvini, dass er den italienischen UNIFIL-Befehlshaber getroffen habe, gab aber keine Einzelheiten über das Treffen. Dann erzählte er von seinen Problemen mit der italienischen Presse. Er wurde kritisiert, die Hisbollah als eine Terror-Organisation bezeichnet zu haben.
Netanjahu gab sich lächelnd erstaunt darüber. Und sagte dann, weiter mit einem zynischen Lächeln, seinem italienischen Gast: „Wenn Sie Probleme mit der italienischen Presse haben, kann ich Ihnen leider keinen Ratschlag geben, da ich überhaupt keine Probleme mit der israelischen Presse habe.“
Bei der anschließenden Pressekonferenz zeugte Salvini seine Unterstützung für Israel und kritisierte die EU für ihre Unausgeglichenheit gegenüber Israel. „Die EU war in den letzten Jahren sehr unausgeglichen, sie hat Israel für jeden Schritt, den es unternahm, verurteilt und boykottiert. Wer Frieden haben möchte, der muss Israel unterstützen.“
Später besuchte der italienische Innenminister die Klagemauer und am Nachmittag stand ein Besuch in Jad Vashem auf dem Programm, wo er einen Kranz niederlegte.





