Auch überzeugte Unterstützer Israels geraten gelegentlich ins Zögern. Das zeigt sich dann, indem sie so etwas sagen wie: „Ich unterstütze Israel – aber Bibi?“ Es entwickelt sich mehr und mehr eine geradezu rituelle Distanzierung hinsichtlich des israelischen Regierungschefs. Die vorherrschende Theorie, die in Thinktanks, Medienpanels und Telegram-Kanälen kursiert, unterstellt Premierminister Benjamin Netanjahu, den Krieg zu befeuern, um seinen persönlichen Korruptionsprozess zu hemmen und dadurch an der Macht zu bleiben. Strategische Entscheidungen, so zwingend sie auf den ersten Blick auch scheinen, seien in Wirklichkeit kalkulierte Manöver, um sich nicht vor Gericht verantworten zu müssen.
Eine Zeit lang mutete diese Erzählung an wie eine weitere zynische, ja bequeme Etappe des israelischen innenpolitischen Dramas. Doch dann bombardierte Israel ein Ziel inmitten der Hauptstadt von Katar. Selbst hartgesottene Beobachter begannen sich zu fragen: Geht er zu weit? Ist Bibi ein Kriegstreiber, der brisante Eskalationen vom Zaun bricht, um Zeit zu gewinnen?
Was, wenn die Wahrheit etwas komplexer wäre? Was wäre, wenn Israels umstrittener Anführer...
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