Ausgerechnet Israel, der jüdische Staat, den viele in der arabischen Welt ablehnen, liefert ihnen ein politisches Schauspiel, das ihre eigenen Regierungen kaum zulassen: echte Wahlen, eine Opposition mit Machtchancen und einen Regierungschef, der abgewählt werden kann.
Während Israelis darüber streiten, wer sie künftig regieren soll, können Millionen Menschen in den arabischen Nachbarstaaten über ihre eigene politische Führung nur eingeschränkt mitbestimmen. Der aus Marokko stammende christliche Autor Bruder Rasheed bringt diesen Widerspruch mit einer provokanten Metapher auf den Punkt: Israels Wahlen seien die Lieblingsseifenoper der arabischen Welt. Doch hinter diesem politischen Schauspiel verbirgt sich eine ernsthafte Frage: Warum können Menschen leidenschaftlich über Israels Regierung diskutieren, während ihnen die Freiheit, ihre eigenen Herrscher abzuwählen, vielerorts verwehrt bleibt?
Die arabischen Völker um Israel schauen auf eine Demokratie, weil sie selbst keine haben. Für viele Zuschauer, die unter autoritären Regierungen leben, bieten die Wahlen in Israel ein politisches Drama, das ihre eigenen Länder nur selten zu bieten haben: einen echten...
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