Israel Heute Morgen – Busse am Shabbat

Der Freitagabend ist für viele junge Menschen oft der einzige Abend der Woche, an dem sie ausgehen können. Nun hilft die Stadt Modiin dabei und organisiert einen Bus, der die Jugendlichen nach Tel Aviv und wieder zurück fährt, am Shabbat. In Jerusalem wird fleissig gebaut. Das Wetter: Regen im Juni.

von | | Themen: Guten Morgen

Guten Morgen liebe Leser!

Als ich heute früh aus dem Haus ging und in mein Auto stieg (ich habe zur Zeit wieder so eine Phase, wo ich gerne das Auto nehme), regnete es. Das tat es auch während meiner Fahrt nach Jerusalem. Mitte Juni und Regen wie im Winter. Auch die Temperaturen waren dementsprechend und lagen bei gerade mal 17 Grad. In Jerusalem selbst begann der Regen kurz nachdem ich unsere Redaktion erreicht hatte. Mir gefällt dieses Wetter und es kann gerne so bleiben. Wird es aber leider nicht, schliesslich haben wir bald Sommer. So soll es ab morgen wieder deutlich wärmer werden, jeden Tag etwas mehr, bis wir dann am Wochenende einen neuen Sharav haben, dann wird es heiß.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt ohne deutliche Veränderung der Temperaturen. Vereinzelte Regenschauer und Gewitter vom Norden bis zum Negev, die gegen Nachmittag nachlassen werden. Gefahr von Blitzfluten in der Judäischen Wüste und am Toten Meer. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 25 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 26 Grad, Tiberias am See Genezareth 33 Grad, am Toten Meer 36 Grad, Beersheva 30 Grad, Eilat am Roten Meer 38 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -213.50 m unter dem Meeresspiegel.

Während meiner Fahrt nach Jerusalem hörte ich im Radio einen Bericht über den Betrieb von Bussen am Shabbat. Es wurde von meiner Stadt, Modiin-Maccabim-Reut berichtet, wo man vor einer Woche mit einem Projekt begonnen hatte. Die Stadtverwaltung selbst organisiert in diesem Sommer Busse, die Freitagabends, am Shabbat also, nach Tel Aviv und zurück fahren. Damit möchte man den Jugendlichen der Stadt helfen, die Freitagabends gerne in Tel Aviv verbringen möchten. Das ist für viele der einzige Abend, an dem sie ausgehen können. Bis jetzt mussten dafür die Eltern ran und ihre Kinder mal eben schnell nach Tel Aviv bringen. Und dann wollen sie ja auch in der Nacht wieder nachhause. Ich erinnere mich selbst, wie ich meinen Sohn mitten in der Nacht aus Jerusalem abholte. Eine andere Alternative waren die Taxis. Doch für die kurze Fahrt von Modiin nach Tel Aviv wird man ganz schnell 200 Shekel, rund 50 Euro los. Und da dachte sich die Stadt, könnte man helfen. Wer in den Sommermonaten Freitagabends nach Tel Aviv und in der Nacht wieder zurückfahren möchte, kann sich jetzt bei der Stadt anmelden, 10 Shekel (2,50 Euro) bezahlen und mit dem von der Stadt organisierten Bus fahren. Die Stadtverwaltung erklärte heute im Radio, dass es sich hierbei eben nicht um den Betrieb von öffentlichen Verkehrsmitteln am Shabbat handeln würde, sondern um ein Taxi in Form eines Busses. Denn die Jugendlichen werden auf jedem Fall am Freitagabend nach Tel Aviv fahren, nur dass es jetzt billiger und vielleicht auch sicherer sein wird.

Hier haben wir wieder die Frage, wie wir hier im Land mit dem Shabbat umgehen sollen. Wer ein Auto hat, kann frei überall hinfahren, doch wer keins hat, ist eben auf Busse und Taxen angewiesen. Er kann nicht gezwungen werden, den Shabbat einzuhalten. Es nützt nichts, die Augen zu verschließen. Das würde nichts daran ändern, dass es Menschen gibt, die am Shabbat gerne nach Tel Aviv oder auch woanders hin fahren möchten. Das Angebot der Stadt ist in den vergangenen zwei Wochen sehr gut angenommen worden. Nach dem Sommer wird die Stadt entscheiden, ob der Bus während des ganzen Jahres angeboten werden soll. Übrigens steht Modiin damit nicht alleine da. Auch in vielen anderen Städten, darunter auch Jerusalem, haben sich Gruppen und Organisationen gebildet, die Busse am Shabbat betreiben, um Menschen nach Tel Aviv zu fahren. Das Thema ist nicht neu. Ich schrieb im letzten Sommer einen Artikel darüber. Auch aus Beersheva kommt Freitagabends eun Bus. Hier in Modiin ist es allerdings die Stadt selber, die einen Bus am Shabbat anbietet, das ist der kleine Unterschied.

Gestern war ich kurz in der Fußgängerzone, in der Ben Jehuda Straße. Als ich das Ende der Straße erreichte, war ich erstaunt, zu sehen, dass der gesamte Zion-Platz gesperrt und…..abgerissen worden war. Wie ich später las, wird er jetzt völlig neu gebaut werden. Die Arbeiten sollen im Oktober beendet werden. Wie der Platz, einer der zentralsten Plätze der Stadt, dann aussehen soll, dass kann man hier sehen. Ich frage mich nur, warum man das ausgerechnet jetzt, zur Zeit der Sommerferien macht, wo ja auch viele Touristen erwartet werden. Ist das der passende Moment, die Innenstadt in eine Baustelle zu verwandeln?

Der Zion-Platz in Jerusalem, gestern (Dov Eilon)

Aber es freut mich ja, dass Jerusalem immer schöner gemacht wird. So werden wir diesen Sommer auch mit den Baustellen, es gibt ja so viele in der Stadt, überleben. Für diejenigen, die noch einmal sehen wollen, wie der Zion-Platz virher azsgesehen hatte, habe ich folgendes Video gefunden:

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und vor allem friedlicen Mittwoch. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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