Guten Morgen liebe Leser!
Schon als ich heute früh um 6 Uhr aus dem Haus ging, begann ich zu schwitzen. Dabei waren am Himmel graue Wolken. So, als würde es in jedem Moment zu regnen beginnen. Die Temperatur lag schon bei 24 Grad, um 6 Uhr früh. In Jerusalem war es dann allerdings deutlich kühler, mein Handy sagte mir, dass die Temperatur bei 18 Grad liege. Das ist auch nicht unbedingt kalt, Warum habe ich überhaupt meine Jacke mitgenommen. Ich hätte wohl lieber den Regenschirm mitnehmen sollen, dachte ich mir. Der Geruch von Regen in der warmen Luft ist eigentlich sehr angenehm. Von mit aus kann der Regen noch mal kommen, aber bitte nicht übertreiben, wir brauchen keine neuen Flüsse mehr hier in Jerusalem.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Überdurchschnittlich warm und trocken, Sharav. Es kann zu vereinzelten Regenschauern und Gewittern kommen. In den östlichen und südlichen Wadis besteht wieder die Gefahr von Blitzfluten. Starke östliche Winde. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 27 Grad, Tel Aviv 34 Grad, Haifa 31 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 35 Grad, Beersheva 34 Grad, Eilat am Roten Meer 35 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -213.355 m unter dem Meeresspiegel.
Bei uns zuhause in Modiin soll es heute deutlich wärmer als in Jerusalem werden, Mit erwarteten 35 Grad liegen wir zusammen mit Eilat und dem Toten Meer an der Spitze, was die heutigen Höchsttemperaturen betrifft. Unsere Klimaanlage hatten wir sogar schon gestern einmal eingeschaltet. Ich bin ja mal gespannt, ob er Regen wirklich kommen wird.
Als ich gestern nachhause fuhr, wurde in den Nachrichten bereits gesagt, dass Ministerpräsident Netanjahu um 20 Uhr eine dramatische Mitteilung machen wird. Dafür habe er sämtliche Termine gestrichen. Zunächst dachte ich, es hätte etwas mit dem letzten Angriff auf Basen in Syrien zu tun. Auch wenn Israel sich nie dazu äußert, konnte es natürlich sein, dass die israelische Luftwaffe für die letzten Angriffe verantwortlich war. Ich fühlte mich irgendwie in einer “Vorkriegsatmosphäre”, oder wie soll ich dieses Gefühl erklären? Genauso fühlte ich mich vor dem letzten Golfkrieg, als wir aufgefordert wurden, unsere Sicherheitsräume abzudichten. Was kann das nur für eine dramatische Mitteilung sein, dachte ich mir. Danach wurde dann erklärt, dass es sich um das Atom-Programm der Iraner handeln würde. Da war ich dann schon etwas erleichtert, obwohl fast gleichzeitig in der Knesset, die seit gestern wieder arbeitet, ein Gesetz verabschiedet wurde, das dem Kabinett ermöglicht, einen Krieg zu erklären, ohne das dazu die Zustimmung der gesamten Regierung nötig sei, so wie es bisher war. Dann musste ich aus dem Bus steigen. Es waren noch drei Stunden bis zum Beginn der “dramatischen” Mitteilung von Netanjahu.
Zuhause angekommen wurde dann alles für den Abend vorbereitet, wie vor einem wichtigen Fußballspiel. Das gab es übrigens auch, nach der Show von Bibi, leider hat Jerusalem gegen Netania verloren un damit wohl auch die letzte Chance zur Meisterschaft, aber das nur mal nebenbei. Jetzt war erst mal Netanjahu an der Reihe. Im Fernsehen wurde schon der Raum gezeigt, wo er sprechen wird. Es sah aus wie eine Bühne einer Stand Up Show mit Utensilien und so weiter. Nicht wie sonst bei einer Rede des Ministerpräsidenten. Dann war es 20 Uhr, meine Frau und ich setzten uns vor den Fernseher, wir waren bereit, die Show konnte beginnen.
“Was war denn das?“, fragte ich meine Frau danach. Ich war schon irgendwie beeindruckt, von dem, was uns von Netanjahu präsentiert wurde. Seine Show können Sie später mit einer Übersetzung seiner Rede hier bei uns sehen. Wie ist es dem Mossad gelungen, an die ganzen geheimen Akten zu kommen? Was für eine Aktion! Netanjahu hat die Iraner bloßgestellt, blamiert, vorgeführt, vor der Welt. Was müssen die vor Wut kochen, dachte ich mir. Ob die Europäer sich davon beeindrucken lassen, da habe ich leider meine Zweifel, sie lieben ihre Wahrheiten, da stört die für sie vielleicht sogar schmerzliche Wahrheit, die Netanjahu präsentiert hat, doch nur. Es gebe keine Beweise, dass der Iran gegen das Atomabkommen verstoßen habe, wurde noch gestern Abend von der europäischen Außenministerin Mogheri gesagt. Etwas anderes habe ich von ihr und den Europäern auch gar nicht erwartet. Ich frage mich oft, ob es Naivität oder vielleicht einfach nur Dummheit ist. Oder keines von beiden denn schließlich möchten sie ja weiter Geschäfte mit den Iranern machen. Ich finde das schlimm.

Der heutige Tag scheint nicht langweilig zu werden. Ich bin wirklich neugierig darauf, wie es nun weitergehen wird. Auf einen Krieg gegen den Iran habe ich gar keine Lust, auch so fehlt es uns hier nicht an Problemen. Der heute beginnende Monat Mai wird kein leichter Monat werden. In den Medien wurde gesagt, dass es der gefährlichste Monat seit der den Tagen vor dem Sechstagekrieg oder dem Jom Kippur Krieg sei. Na dann viel Glück für uns alle.
Noch regnet es nicht, aber es wird immer wärmer. Ich wünsche Ihnen und uns einen angenehmen und vor allem einen friedlichen Tag. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




