Guten Morgen liebe Leser!
Warm, wärmer, heiß. Das ist etwa, was uns in den nächsten Tagen erwartet. Erst ab Samstag soll es dann wieder etwas „kühler“ werden, oder weniger warm. Für die kommenden Tage haben die Meteorologen uns einen ungewöhnlich langen Sharav vorhergesagt, besonders im Landesinneren. Schon heute wird es am See Genezareth am Toten Meer und Eilat so richtig heiß. In Eilat wird heute sogar die 40 Grad Marke erreicht. Die Strom-Gesellschaft und die Händler von Klimaanlagen werden sich freuen.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Heiter mit einem Anstieg der Temperaturen. Überdurchschnittlich heiß, Sharav in Landesinneren und in den Bergen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Eilat am Roten Meer 40 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.145 m unter dem Meeresspiegel.
Lesen Sie gerne? Hier bei uns in Israel wird immer nach dem Shavuot-Fest das Buch gefeiert, denn das ist die Zeit der „Woche des hebräischen Buches“, die heute Abend beginnt. Diese Buchwoche, bei denen die Herausgeber ihre Bücher vorstellen und zu günstigeren Preisen anbieten, gibt es schon seit vielen Jahren, genauer gesagt seit dem Jahr 1926, als die Gründerin des Verlages „Masada Press“ die neuen Ausgaben ihres Verlage auf dem Rothschild Boulevard un Tel Aviv vorstellte. Damals war es nur ein Tag, heute geht die „Woche des hebräischen Buches“ über zehn Tage. Die Buchgeschäfte haben schon seit Anfang des Monats damit begonnen, Bücher zu attraktiven Preisen anzubieten, Sie wissen ja, das Jüdische Volk wird auch das „Volk des Buches“ genannt. Bücher sind hier noch immer sehr beliebt, obwohl auch hier bei uns leider weniger als früher gelesen wird, was wird dem technischen Fortschritt wie dem Internet zu verdanken haben. Dennoch wird das Lesen von Büchern in den Schulen sehr gefördert. In der Grundschule beginnt der Tag mit einer sogenannten „Stunde des Buches“, in der die Schüler Bücher ihrer Wahl lesen können. Zu einem späteren Zeitpunkt müssen sie dann über das Buch, das sie gelesen haben einen Aufsatz schreiben. Auch bei uns in der Familie hatten und haben auch heute die Bücher einen wichtigen Platz. Wir haben eine regelrecht Bücherei zuhause, wo für jeden immer etwas dabei ist. Aber zurück zur „Woche des Buches“. Im Gegensatz zu früheren Jahren findet diese Woche nicht mehr in allen Städten statt, sondern nur noch in den grösseren Städten wie Tel Aviv und Jerusalem. Grund dafür sollen fehlende Gelder gewesen sein, um diese Veranstaltungen auch außerhalb der großen Städte durchzuführen Das ist etwas schade, aber Israel ist ein kleines Land, es ist kein großes Problem, nach Tel Aviv oder Jerusalem zu fahren. Begleitet wird die Buchwoche von mehreren Veranstaltungen, besonders für die Kinder. Auch werden Schriftsteller anwesend sein und persönliche Widmungen für die Leser in die Bücher schreiben.
Auch unser Präsident Reuven Rivlin liest gerne Bücher und hatte die Buchwoche in Tel Aviv im vergangenen Jahr besucht.
Im September des vergangenen Jahres wurde ein sogenanntes Buchgesetz wieder abgeschafft. Das Gesetz wurde im Jahr 2013 von der Knesset verabschiedet und sollte den Schriftstellern und Herausgebern eine sichere Einnahme für ihre neuen Bücher garantieren, da vorher viele Bücher in den großen Buchgeschäften zu zum Teil lächerlichen Preisen verkauft wurden, die Autoren verdienten kaum noch etwas am Verkauf ihrer Bücher. Und besonders auf der Buchwoche wurden Bücher zu Schleuderpreisen verkauft. Das ist richtig, ich erinnere mich noch an Jahre, an denen wir mit einem riesigen Berg von neuen Büchern nachhause gekommen waren. Und das wollte man ändern, so wurde das Buchgesetz verabschiedet, dass unter anderem festlegte, dass neue Bücher bis 18 Monate nach ihrem Erscheinen nicht zu einem ermäßigten Preis verkauft werden durften, damit die Autoren etwas an ihren Büchern verdienen können. Nur in der Buchwoche war es erlaubt, die Neuerscheinungen 20% billiger anzubieten. Doch irgendwie hat das nicht funktioniert. Das neue Gesetz hatte einen Anstieg der Preise für Bücher zur Folge. Und das gefiel dem israelischen Leser gar nicht, er kaufte nun viel weniger Bücher. Die Buchgeschäfte, besonders die großen Ketten Steimazky und Zomet Sfarim erhöhten ihre Provisionen, so das für die Autoren noch weniger an Verdienst blieb. Daher wurde dieses Gesetz nun wieder abgeschafft. Die Knesset verstand, dass hier ein Fehler begangen worden war und hat diesen Fehler korrigiert. Nun dürfen alle Bücher, neue und alte, wieder billiger angeboten werden. Die Preise sind jetzt nicht gleich wieder gesunken, wie sie damals waren, aber sie sind wieder billiger geworden, Doch die Autoren und Herausgeber beschweren sich noch immer, denn die Buchgeschäfte haben es bis jetzt versäumt, ihre Provisionen, ihren Anteil am Verkauf eines Buches, wieder zu senken. Auch Absicht? Abwarten. Ein israelischer Schriftsteller hat es noch immer schwer, mit dem Schreiben von Büchern seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei gibt es so viele schöne Bücher. Also, jetzt ist die Zeit, die häusliche Bibliothek mit neuen Büchern zu bereichern.
Nun habe ich sehr viel über Bücher erzählt. Suchen Sie sich doch auch mal wieder ein nettes Buch aus dem Regal. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und vor allem friedlichen Mittwoch. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




