MitgliederIn Israel herrscht ein brutaler Diskurs

Worte sind mächtig und verwirklichen Segen oder Fluch. Den meisten Politikern ist dies bewusst, doch nur wenige setzen es um.

von Aviel Schneider | | Themen: Knesset
Likud Abgeordneter David Amsalem während einer hitzigen Diskussion in der Knesset Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Der Diskurs in der israelischen Gesellschaft ist aggressiv. 86 Prozent der Israelis sind der Meinung, dass in den sozialen Netzwerken eine gewalttätige und beleidigende Sprache vorherrscht, mit der vor allem Hass verbreitet wird. Wortgefechte, die die Gesellschaft nur noch mehr spalten.

Doch das Geschrei ist nicht nur in den sozialen Netzwerken an der Tagesordnung, sondern vor allem auch im israelischen Parlament. Dutzende Aufzeichnungen zeugen davon, wie sich Israels Volksvertreter gegenseitig anschreien, verfluchen und schlechtmachen. Nicht selten gehen solche Videos viral. Es ist daher nicht verwunderlich, dass 80 Prozent der Israelis ihre Politiker für die oft grässlichen Redeschlachten verantwortlich machen. Die Politiker sind kein Vorbild.

Die Daten stammen aus einer aktuellen Umfrage von Geokartografia, die in den digitalen Medien die politische und gesellschaftliche Kommunikation im Volk untersucht. 66 % der befragten Israelis geben zu, dass der Diskurs in den letzten zwei Pandemiejahren extremer geworden ist. 55% vermeiden es aus Angst vor brutalen Reaktionen, in den sozialen Netzwerken Kommentare zu hinterlassen. 65 % überlegen zweimal, ob sich ein Kommentar lohnt.

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