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IDF greift über 85 Hisbollah-Ziele im Libanon an

Waffenruhe immer brüchiger: Hisbollah beschoss Israel mit Drohnen und Raketen – am Wochenende wurden über 100 Terroristen getötet.

Blick von Nordisrael auf den Südlibanon: Rauchsäulen steigen nach einem israelischen Luftangriff auf Hisbollah-Ziele auf, 8. Mai 2026. Foto: EPA/Atef Safadi

Mit mehr als 85 Angriffen hat die israelische Armee (IDF) am Freitag auf erneute Hisbollah-Attacken reagiert und Waffenlager, Abschussrampen und Terrorinfrastruktur im Libanon gezielt zerstört. Darunter befand sich auch ein unterirdisches Waffenproduktionslager im Bekaa-Tal sowie operierende Hisbollah-Kämpfer im Südlibanon.

Die Angriffe richteten sich gegen Objekte, die von der vom Iran unterstützten Miliz für Attacken gegen israelische Zivilisten und IDF-Soldaten genutzt werden.

Drei israelische Soldaten verletzt

Kurz vor dem israelischen Gegenangriff feuerte die Hisbollah explosive Drohnen auf israelisches Gebiet nahe der Grenze ab und verletzte dabei drei Reservisten. Ein Reservist wurde schwer verwundet, ein Offizier und ein weiterer Reservist erlitten mittelschwere Verletzungen – alle drei wurden in ein Krankenhaus gebracht. Darüber hinaus wurden Drohnen und Geschosse auf IDF-Einheiten im Südlibanon abgefeuert, wobei ein unbemanntes israelisches Pionierfahrzeug beschädigt wurde, jedoch keine Soldaten zu Schaden kamen.

Die Armee bezeichnete den Angriff als „erneuten Verstoß gegen die Waffenruhe-Vereinbarungen durch die Hisbollah-Terrororganisation“. Zudem wurde eine explosive Drohne in Nordisrael nahe der libanesischen Grenze gefunden und von Sicherheitskräften unschädlich gemacht.

Eskalation trotz Waffenruhe

Bereits am Freitag hatte die Hisbollah Raketen auf Nahariya, Akko und die Küstengebiete Haifas abgefeuert und Luftalarm ausgelöst. Die israelische Luftwaffe konnte ein Geschoss abfangen, während die übrigen in offenem Gelände einschlugen – Verletzte gab es nicht.

Am Samstagabend traf die IDF Hisbollah-Waffenlager und eine Drohnenabschussposition im Südlibanon. Zuvor hatte die Armee zwei schussbereite Abschussrampen zerstört – eine davon hatte zuvor Raketen auf Israel abgefeuert, die andere auf IDF-Soldaten. Auch am Sonntagmorgen wurden zweimal „verdächtige Luftziele“ im Bereich der IDF-Truppen im Südlibanon von der israelischen Luftwaffe abgefangen – in diesen Fällen wurden keine Luftalarmsirenenen in israelischen Ortschaften ausgelöst.

Im Laufe des Wochenendes griffen Kräfte der 91. „Galiläa“-Division der IDF mehr als 40 Hisbollah-Infrastrukturstandorte im Südlibanon an und töteten dabei über 100 Terroristen, die in der Nähe israelischer Soldaten operierten. Zu den getroffenen Zielen zählten Gebäude mit militärischer Nutzung, Waffenlager und Abschussrampen.

Die Armee erklärte: „Die IDF wird weiterhin gegen Bedrohungen vorgehen, die sich gegen israelische Zivilisten und IDF-Soldaten richten, gemäß den Anweisungen der politischen Führung.“

Radwan-Kommandeur in Beirut getötet

In der Nacht auf Donnerstag (7. Mai) hatte die israelische Luftwaffe erstmals seit knapp einem Monat wieder die libanesische Hauptstadt Beirut angegriffen. Ziel des Präzisionsschlags war der Kommandeur der Radwan-Einheit der Hisbollah, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mitteilte.

Der Angriff auf die südlichen Stadtteile Beiruts – eine Hochburg der Hisbollah – erfolgte auf ausdrückliche Anordnung von Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten beide: „Die Radwan-Terroristen unter seiner Führung sind verantwortlich für den Beschuss israelischer Ortschaften und Angriffe auf IDF-Soldaten. Kein Terrorist ist unantastbar – der lange Arm Israels wird jeden Feind und jeden Mörder erreichen.“

Die Radwan-Einheit gilt als Eliteeinheit der Hisbollah, deren erklärtes Ziel es ist, in israelisches Gebiet einzudringen, Ortschaften im Norden zu besetzen und Geiseln zu nehmen – bekannt als der sogenannte „Galiläa-Eroberungsplan“. Netanjahu erklärte zudem, israelische Streitkräfte hätten in den vergangenen vier Wochen mehr als 200 Hisbollah-Terroristen eliminiert und würden ähnliche Operationen auch gegen Terrorzellen im Gazastreifen fortsetzen.

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Patrick Callahan

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