Guten Morgen Israel – Wir sitzen alle im selben Boot, wirklich?

Was erwarten wir von den Bürgern, wenn unsere Politiker meinen, über dem Gesetz zu stehen

Guten Morgen Israel – Wir sitzen alle im selben Boot, wirklich?
Yonatan Sindel/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Der landesweite Lockdown berührt uns alle. Seit fast drei Wochen sind alle Geschäfte und Einkaufszentren geschlossen, bis auf die Supermärkte und Apotheken natürlich und ein paar andere Geschäfte, die Lebensmittel verkaufen, wie Bäckereien und Reformhäuser. Auch die Geschäfte, die Telefone, Computer und andere Dinge für die Telekommunikation verkaufen, dürfen geöffnet bleiben. Denn diese gelten als unverzichtbar für das tägliche Leben.

Alles andere ist zu. In den sonst immer vollen Einkaufszentren herrscht eine gähnende Leere. Eine traurige Atmosphäre. Niemand weiß, wann die Lage wieder etwas normaler werden wird. Gerade eben wurde berichtet, dass der Lockdown und der momentane Ausnahmezustand um eine weitere Woche verlängert worden ist. Experten meinen, dass es noch bis zu einem Monat dauern könnte, bis es wenigstens ein paar Erleichterungen dieses Zustands geben wird. So darf man sich auch jetzt noch nicht mehr als 1000 Meter vom eigenen Haus entfernen, es sei denn, man muss Lebensmittel einkaufen, einen Arzt besuchen oder einen Termin bei der Bank wahrnehmen. Es gibt noch ein paar weitere Dinge, wofür man sich weiter vom eigenen Haus entfernen darf. Wer aber dann an einem Kontrollpunkt dabei erwischt wird, sich ohne Grund zu weit vom Haus entfernt zu haben, kann eine Geldstrafe bekommen.

Gähnende Leere in den Einkaufszentren

Aber wie sagt man? Wir sitzen alle im selben Boot, wir sind nicht allein. Das sollte uns helfen, diese Zeit gemeinsam zu überstehen. So hat das ganze Volk Israel den Beginn des Laubhüttenfestes am Freitagabend allein im engsten Familienkreis gefeiert. Wir feierten ohne unseren ältesten Sohn, denn er wohnt in Tel Aviv, die Anweisungen des Lockdowns verbieten den Besuch in anderen Häusern. Seit drei Wochen haben wir unseren Sohn nicht mehr getroffen. Aber wie gesagt, wir sitzen alle im gleichen Boot. Eben nicht!

Wie schon beim letzten Lockdown vor einem halben Jahr, scheinen sich auch jetzt einige unserer Politiker von den Anweisungen des Lockdowns nicht betroffen zu fühlen. So verbrachte eine Ministerin, Gila Gamliel, den Jom Kippur bei ihren Schwiegereltern in Tiberias, wo sie dann in einer Synagoge vom Coronavirus erwischt wurde, zusammen mit 19 anderen Menschen, die mit ihr in der Synagoge waren. Auf ihrem Twitterkonto hatte sie danach noch ein frohes Laubhüttenfest gewünscht, das diesmal nur „im engsten Familienkreis gefeiert würde“.

Danach begannen bei ihr die Symptome des Coronavirus, ihre Fahrt ins 120 Kilometer entfernte Tiberias flog auf und löste in den Medien einen wahren Shitstorm aus. Zwei Tage lang begann fast jede Nachrichtensendung mit dem Bericht über ihre Missachtung der Anweisungen.

Und sie war nicht allein, es wurden weitere Politiker erwischt, die die Anweisungen missachtet und die Feiertage mit ihren Familien gemeinsam verbracht hatten. Jetzt haben sich diese netterweise bereit erklärt, die Geldstrafen zu zahlen. Aber ob die Sache damit erledigt ist? Die Politiker sollten doch ein Vorbild für uns sein. Wie soll dieser Lockdown wirksam sein, wenn sich sogar unsere Politiker nicht daran halten? Der Ministerin wünsche ich eine schnelle Genesung.

Wir befinden uns in einer merkwürdigen Zeit, einer schweren Zeit, besonders für diejenigen, die jetzt ohne Arbeit zu Hause sitzen müssen. Gerade jetzt sollten die Politiker ein Vorbild sein, wenigstens was die Anweisungen des Lockdowns betrifft, die ja von ihnen beschlossen worden sind. Heute früh gab es dann  eine weitere sensationelle Meldung. Sara Netanjahu habe sich einen Friseur nach Hause bestellt. Unglaublich! Ja, auch das ist verboten. So lächerlich es auch klingen mag, so ist es und daher sollten sich alle daran halten. Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens können sich nicht benehmen, als stünden sie über dem Gesetz. Wir müssen diese Zeit zusammen durchstehen. Und jetzt das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Es wird wieder wärmer, im Inneren des Landes und in den Bergen sogar heiß und trocken. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 32 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 32 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 37 Grad, Beersheva 36 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.80 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlt ein Meter bis zur oberen Grenze!

Und jetzt wünsche ich Ihnen im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute einen angenehmen Mittwoch. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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