Guten Morgen Israel – Sturm und Corona

Das Coronavirus bringt vielleicht auch etwas Gutes, wir lernen, dankbar zu sein für Dinge, die wir immer als selbstverständlich angesehen hatten.

von Dov Eilon | | Themen: Guten Morgen
Foto: Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Eines der ungewöhnlichsten Wochenenden, die ich je erlebt habe, liegt hinter uns. Das Coronavirus hat nun endgültig das Steuer übernommen und bestimmt unseren Alltag. Dazu kam noch ein Sturm, wie wir ihn seit langer Zeit nicht mehr erlebt hatten. Irgendetwas passiert hier, war mein Gedanke. Das Land Israel ist quasi von der Außenwelt abgeschnitten, die Menschen sollen zu Hause sitzen und dann noch dieser enorme Sturm. Will uns da irgendjemand etwas sagen?

In den Medien und auch über das Handy wird ständig über die momentane Zahl der mit dem Virus infizierten und deren Zustand berichtet mit einer genauen Auflistung der Orte, wo diese sich aufgehalten hatten. Wer nun zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem dieser Orte war, muss die nächsten 14 Tage in der häuslichen Isolierung verbringen. Gestern erwischte es auch den Arbeitsplatz unserer Tochter. Sie arbeitet in einem Kino und hätte sie nicht im letzten Moment ihre Schicht getauscht, würde sie sich jetzt selbst in der Isolierung befinden.

 

Eine stürmische Zeit

Die Bilder aus Eilat, wo der Sturm am stärksten war, waren beeindruckend. Noch nie habe ich so etwas gesehen. Die Wellen sollen bis zu 3 Meter hoch gewesen sein. Normalerweise ist das Rote Meer dort total ruhig. Die Schäden dort sind immens, wie man auf dem Bild oben sehen kann. In normalen Tagen hätten wir am Wochenende wohl nur darüber gesprochen.

Eilat nach dem Sturm

Aber der Sturm wurde nur an der Seite erwähnt. Es geht bei uns nur noch um das Coronavirus. Mit Spannung warteten wir gestern auf eine weitere Ansprache von Netanjahu mit neuen Anweisungen für die Bürger. In den sozialen Netzwerken gab es dann immer mehr Bilder von überfüllten Supermärkten, die am Schabbat geöffnet haben, ja es gibt eine ganze Menge davon. Die Bilder waren beeindruckend. Ich selbst war am Freitag noch kurz in einem Supermarkt, um ein paar Dinge zu kaufen, mein Sohn und seine Freundin hatten sich angemeldet, das einzig Normale an diesem Wochenende. Um mich herum waren dutzende bis zu Erschöpfung gefüllte Einkaufswagen. Immer wieder wurde nach Toilettenpapier gefragt. Bis jetzt ist mir nicht klar, warum ausgerechnet Toilettenpapier zu den am meisten begehrten Waren gehört. Auch Pasta und Reis waren am Freitag in dem Supermarkt kaum noch zu bekommen. Im Hintergrund waren Gerüchte über eine mögliche Ausgangssperre wie in Italien und das Warten auf die für gestern Abend angekündigte Ansprache des Ministerpräsidenten. Die ganze Welt sitzt nun in einem Boot. Ich musste mich an den Film „Independence Day erinnern, in dem die ganze Welt gegen eine Bedrohung aus dem All vereinigt war.

Die Jagd auf das Toilettenpapier

Am Abend kamen dann die neuen Anweisungen, von denen wir ihnen später berichten werden. Die von einigen befürchtete Ausgangssperre gibt es nicht, doch der Alltag wird in der nächsten Zeit ein anderer sein. Aber auch daran werden wir uns gewöhnen. Wir alle zusammen. Gerade in Krisenzeiten hat man dieses Zusammengehörigkeitsgefühl und wer weiß, vielleicht wird am Ende ausgerechnet das Coronavirus uns aus dem politischen Patt erlösen. Auch lernen wir, für Dinge dankbar zu sein, die wir immer als selbstverständlich empfunden hatten. Am Ende wird alles gut, vielleicht sogar etwas besser.

 

Und jetzt noch das Wetter für heute in Israel:

Teils heiter, teils wolkig mit einem leichten Anstieg der Temperaturen, die nun wieder der Jahreszeit entsprechend wein werden. Der Regen macht erstmal wieder Pause. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Beersheva 20 Grad, Eilat am Roten Meer 23 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um weitere zweieinhalb Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –209.48 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen nur noch 68 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Und mit diesen guten Nachrichten über den See Genezareth wünsche ich Ihnen nun zusammen mit meinen Kollegen von Israel Heute einen angenehmen Sonntag. Bleiben Sie gesund.

Schalom!

 

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