(JNS) „Herausforderung“. „Bruch“. Das waren die Schlagzeilen in weiten Teilen Europas nach der Münchner Sicherheitskonferenz. Kommentatoren sprachen mit einer gewissen Selbstzufriedenheit von einem tugendhaften „Europa des Friedens“ im Gegensatz zur vermeintlich kriegerischen Haltung von US-Präsident Donald Trump.
Von der Financial Times bis hin zu spanischen und französischen Tageszeitungen kam ein alter Reflex wieder zum Vorschein: Europas Wiederaufleben, so wird uns gesagt, werde darauf beruhen, sich von Washington zu distanzieren. Der Antiamerikanismus, dieser vertraute Trost, ist wieder in Mode gekommen.
Ja, man mag sich an die scharfe Kritik des US-Vizepräsidenten JD Vance vor einem Jahr erinnern, als er Europa Selbstgefälligkeit und Trägheit vorwarf. Aber es ist intellektuell unehrlich, zu ignorieren, dass Außenminister Marco Rubio anschließend seinen Ton milderte und den Wert der transatlantischen Zusammenarbeit bekräftigte. Was jetzt zählt, ist nicht die Rhetorik der Vergangenheit, sondern die Realität der Gegenwart.
Und die Realität segelt in Richtung Arabisches Meer.
Nach der USS Abraham Lincoln und der USS George H.W. Bush ist nun ein dritter amerikanischer Flugzeugträger – die USS Gerald R. Ford, das größte und leistungsstärkste Kriegsschiff, das jemals gebaut wurde – auf dem Weg von der Karibik in den Nahen Osten. Das ist kein Theater, sondern Strategie.
Am Wochenende gab Trump den Ajatollahs im Iran öffentlich 30 Tage Zeit, um einen amerikanischen Vorschlag anzunehmen oder abzulehnen. Die Verhandlungen sollen wieder aufgenommen werden, wobei die amerikanischen Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner nach Genf reisen werden. Der Präsident hat deutlich gemacht, dass die Folgen „traumatisch“ sein werden, wenn keine Einigung erzielt wird.
Die Forderungen Washingtons sind weitreichend: ein Ende der nuklearen Ambitionen des Iran, die Auflösung seines Programms für ballistische Raketen und die Einstellung seiner Unterstützung für terroristische Stellvertreter. Trump hat auch wiederholt betont, es wäre besser, wenn das mörderische Regime in Teheran, das für unzählige Todesfälle im In- und Ausland verantwortlich ist, ganz verschwindet.
Das sind nahezu unmögliche Ziele. Und Trump weiß das.
Die Ajatollahs und die Islamische Revolutionsgarde betrachten ihre Mission nicht als Verhandlungssache. Sie glauben, dass sie eine heilige Bestimmung erfüllen: die Ausbreitung des schiitischen Islam bis zur apokalyptischen Wiederkehr des Mahdi. Atomwaffen, Raketen, regionale Stellvertreter und das Versprechen, Israel zu vernichten, sind keine Verhandlungsmasse – sie sind Säulen der Ideologie.
Das ist keine Rhetorik. Teheran hat wiederholt gezeigt, dass es eine katastrophale Konfrontation riskieren wird, um seine Ziele zu erreichen. Europa weiß, dass in einem solchen Szenario seine eigenen Hauptstädte – die sich durchaus in Reichweite des wachsenden Raketenarsenals des Iran befinden – nicht verschont bleiben würden. Auch der Vatikan liegt in Reichweite.
Der Iran hat Diplomatie nie als Selbstzweck betrieben. Er hat sie als Taktik eingesetzt – was in der islamischen Rechtswissenschaft als Taqiyya bezeichnet wird, also als sanktionierte Täuschung, wenn dies notwendig ist, um den Feind zu besiegen. Europa weiß das. Es weiß, dass das iranische Regime moralisch verwerflich ist, dass es trotz internationaler Verpflichtungen nach nuklearen Fähigkeiten strebt, dass die Snapback-Sanktionen aus gutem Grund verhängt wurden und dass Teheran in seinem Krieg gegen die Ukraine auf der Seite Russlands steht.
Als die Europäische Union die Revolutionsgarden als terroristische Vereinigung einstufte, reagierte Teheran mit der Bezeichnung „strategischer Fehler“. Das war nicht die Sprache einer Partnerschaft.
Europa, Israel und die Vereinigten Staaten stehen vor einer gemeinsamen strategischen Realität. Der Iran unterscheidet in seiner langfristigen Weltanschauung nicht zwischen Tel Aviv, Brüssel oder Rom. Doch während die Gerald R. Ford sich der Region nähert, gratuliert sich Europa zu seiner rhetorischen Distanz zu Washington.
Ist das Weisheit? Oder Illusion?
In einer Zeit tiefgreifender geopolitischer Gefahren – in der der Iran und Russland ihre Ambitionen zunehmend koordinieren – kann sich das westliche Bündnis keine symbolischen Brüche leisten. Europa kämpft mit internen politischen und wirtschaftlichen Krisen. Eine antiamerikanische Haltung wird seine Stärke nicht wiederherstellen.
Europas Ehre und Sicherheit wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mit Hilfe der amerikanischen Partnerschaft wiederhergestellt. Die sogenannte „Auszeit von der Geschichte“ war kein moralischer Fehltritt, sondern eine hart erkämpfte Phase des Wiederaufbaus, die durch die transatlantische Einheit ermöglicht wurde.
Das Teleskop steht bereit. Die Gerald R. Ford ist am Horizont zu sehen. Die Frage ist, ob Europa sich für Klarheit oder Bequemlichkeit entscheidet.





Europa wird sich erst rühren, wenn Raketen in Rom oder Athen einschlagen!
Bis dahin wird Europa wohl nur als Drehscheibe für die US-Truppen dienen!
Stärke erreicht man nur durch Einigkeit und diese ist das größte Manko der EU-Staaten.,,
Wenn es ernst wird, dann halten die Europäer zusammen. In Fragen, die uns nicht direkt und unmittelbar betreffen sind wir immer unterschiedlicher Meinung, das liegt in der Natur der Sache, aber wenn es drauf ankommt, einigen wir uns zügig und werden tätig. Wir sind etwas verwöhnt von einer langen Friedenszeit auf unserem Kontinent, was zu einer anderen Mentaliät und teilweise auch zu einer Weltfremdheit geführt hat, wenn es um robuste Abwehr von Bedrohungen geht. Aber die Europäer sind gerade dabei, umzudenken, gezwungen durch Trumps Linie und die neue Bedrohung durch Russland im Osten.
Wir Euopäer machen gerade auch eine Transformation durch, man spricht von Zeitenwende usw. und alle reden gerade darüber, dass wir uns in vielen Bereichen grundsätzlich neu ausrichten müssen, vor allem in der Verteidigung. Durch diesen Prozess werden wir stetig stärker und schon bald sind wir soweit, dass und niemand mehr bedrohen wird. Bisher wurden wir oft belächelt, bald wird man uns ob unserer Stärke und Einigkeit in den wichtigsten Fragen respektieren.