Dass die Palästinenser aus dem Gazastreifen und die Palästinenser in Judäa und Samaria nicht die besten Freunde sind, dass konnte man gestern wieder sehen, als Palästinenser in Judäa und Samaria die Freilassung von palästinensischen Terroristinnen und minderjährigen Terroristen aus israelischen Gefängnissen bejubelt und gefeiert haben.
Die Bevölkerung im Gazastreifen, die unter den israelischen Bombenangriffen und der Bodenoffensive leidet und seitdem auf der Flucht ist, versteht nicht, worüber sich ihre Geschwister in Judäa und Samaria so freuen. „Sie feiern die Befreiung auf unserem Rücken. Was haben wir davon? Wir leiden und sie feiern!“ So wütend sind die Palästinenser im Gazastreifen auf ihre palästinensischen Brüder und Schwestern in den östlichen Bergen.
Palestinians stood in long lines as tankers of fuel and cooking gas entered the Gaza Strip via the Rafah crossing during a planned four-day truce https://t.co/RJ9hpItsXK pic.twitter.com/YCtvksSHyP
— Reuters (@Reuters) November 25, 2023
Aus den palästinensischen Netzwerken und Medien haben wir mithilfe anderer Kanäle verschiedene Aussagen palästinensischer Bewohner übersetzt. Die Menschen im Ausland müssen wissen, dass es unter den Palästinensern nie eine wirkliche Loyalität gegeben hat. Die Palästinenser in Jerusalem sind die nobelsten unter den Palästinensern, gefolgt von den Palästinensern in der näheren Umgebung wie Bethlehem und Ramallah, dann Hebron und die Falachim in den Bergen von Judäa und Samaria. Zuletzt kommen die Palästinenser im Gazastreifen, die niemand innerhalb der palästinensischen Bevölkerung wirklich mag. Als vor vielen Jahren die Idee eines palästinensischen Staates aufkam, befürchteten die Palästinenser in Jerusalem, dass in Zukunft Palästinenser aus dem Gazastreifen in den Reihen der palästinensischen Polizei stehen und schließlich in Ostjerusalem „für Ordnung sorgen“ würden. Das war für sie unmöglich, weil diese Menschen zu einer minderwertigen Gruppe gehören, für sie ein Alptraum. Nach außen sieht oft alles friedlich und nett aus, aber in Wirklichkeit vertragen sich die ethnischen Gruppen unter den Palästinensern überhaupt nicht. Und das kommt in den Berichten der Palästinenser aus dem Gazastreifen deutlich zum Ausdruck.

- „Unsere Brüder im Westjordanland, die sich über die Freilassung der 49 Gefangenen freuen, erinnern sich gut daran, dass wir 20.000 Märtyrer verloren haben, dass wir mehr als 40.000 Verwundete haben und dass ganze Stadtviertel zerstört wurden. Und ihr freut euch, während wir leiden. Einige Menschen konnten sich nicht von ihren Kindern trennen. Eine Steuer für das ganze Land, nicht nur für Gaza. Bitte respektiert unsere Gefühle. Wir sind nicht nur Zahlen. Wir sind auch Menschen.
- „Als Ihr Sohn aus dem Gefängnis kam, um Sie zu umarmen und „Ja Mama“ zu rufen, wussten Sie genau, dass dies auf Kosten meines Kindes geschah, das nicht mehr die Möglichkeit hatte, „Ja Mama“ zu mir zu sagen. Bitte respektiert uns. Wir haben den Preis für eure Befreiung aus den israelischen Gefängnissen bezahlt, indem wir unsere Lieben verloren haben“.
- „Warum nicht? Feiert weiter! Freut euch, ihr habt keine Sorgen. In drei Tagen sind wir wieder weg, dann seid ihr noch glücklicher.“
- „Wir wollen keine Freilassung der Gefangenen. Gebt Israel die israelischen Geiseln zurück und hört auf, unser Blut zu vergießen.“
- Wer will 2000 Menschen aus dem Gazastreifen und bringt mir dafür nur ein Samsung Typ C Ladegerät. Mein Ladegerät ist kaputt“.
- „Schon gut. Sie können feiern. Die Menschen in Gaza haben sowieso keinen Strom und kein Internet, um euch alle feiern zu sehen.“
- „Wenn ich ein Gefangener wäre und mir sofort nach meiner Freilassung gesagt würde, dass der Preis für meine Freiheit das Leben von Tausenden Märtyrern ist, würde ich zurück ins Gefängnis gehen. Was haltet ihr von denen, die feiern und Süßigkeiten verteilen?“
- „Zu den Feiern und Feuerwerken der Bewohner von Nablus: Wir sind nicht eure Brüder und ihr seid nicht unsere Brüder. Die Bewohner von Nablus feiern die Freilassung der Gefangenen auf Kosten von 20.000 Märtyrern (Toten) im Gazastreifen“.
- „Warum ist für viele Palästinenser das Blut der Palästinenser und der Bewohner des Gazastreifens billiger?“
- „Während wir die Trümmer unserer Häuser wegräumen und die Märtyrer im Gazastreifen begraben, essen und genießen andere Palästinenser in Nablus im Westjordanland Knafeh (eine warme levantinische Süßspeise aus einem speziellen Quark und Kadaifi)“.
- „Viele der Freigelassenen standen ohnehin kurz vor dem Ende ihrer Haftstrafe in wenigen Wochen. Wenn Israel will, kann es sie sofort wieder verhaften. Das ist in der Vergangenheit schon bei der Freilassung von Gilad Shalit geschehen“.




