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Eine Pessach-Lektion für Juden, die Trump mehr ablehnen als den Antisemitismus

Während der Judenhass zunimmt, klammern sich manche weiterhin an liberale Verbündete und Institutionen, die sie verraten haben – und lehnen stattdessen einen Präsidenten ab, der für jüdische Rechte kämpft.

Antisemitismus
Pro-palästinensische Demonstration von Studenten am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge am 6. Mai 2024. Foto: EPA-EFE/CJ GUNTHER

Ist es möglich, zu entschieden gegen Antisemitismus zu sein? Kann es für Juden nachteilig sein, sich gegen diejenigen zu stellen, die zu ihrem Völkermord aufrufen? Ist es besser, den Hass in säkularen Institutionen weiter gedeihen zu lassen, als das „Übel“ zu ertragen, jemanden zu unterstützen, dessen Politik man in anderen Bereichen ablehnt? Ist die Loyalität gegenüber diesen Institutionen und politischen Verbündeten, die die Juden in einem Moment der Gefahr im Stich gelassen haben, wichtiger als die Solidarität mit anderen Juden – insbesondere mit denen, die angegriffen werden?

Diese Fragen wirft das Verhalten führender jüdischer Gruppen und Persönlichkeiten in der vergangenen Woche auf. Dass dies ausgerechnet kurz vor Pessach geschah, verweist auf einen beunruhigenden Trend unter jenen, die als jüdische Führung gelten. In einer Zeit, in der Antisemitismus in Amerika beispiellos zunimmt – begleitet vom Krieg, den der Iran und seine Terror-Proxies gegen Israel führen – scheint parteipolitische Loyalität wichtiger als der Einsatz für das jüdische Volk.

Gruppen wie die Anti-Defamation League (ADL), das American Jewish Committee (AJC), sowie Persönlichkeiten wie Deborah Lipstadt, Lawrence Summers, Michael Roth und besonders auffällig Hillel-CEO Adam Lehman haben sich der „Widerstandsbewegung“ gegen Donald Trumps Versuch angeschlossen, den Einfluss antisemitischer Ideologien an Universitäten zu bekämpfen und ausländische Studenten auszuweisen, die Völkermord an Juden oder die Hamas verherrlichen.

Zwar erklärten sie, gegen Antisemitismus an Hochschulen zu sein und kritisierten die Toleranz gegenüber linken Ideologen und pro-Hamas-Aktivisten, die jüdische Studenten schikanieren. Doch sie lehnten den einzigen wirkungsvollen Versuch ab, gegen diese Zustände vorzugehen und Universitäten vom Einfluss extremistischer Ideologien zu befreien. Stattdessen akzeptieren sie die Normalisierung von Judenhass durch akademische Eliten.

Gegen diejenigen, den Antisemitismus bekämpfen

Warum? Weil es in den Augen vieler liberaler Juden 2025 unmöglich ist, Trump zu unterstützen oder sich von Institutionen abzuwenden, die Israel und jüdische Rechte längst ablehnen.

Trumps Vorgehen gegen Campus-Antisemitismus ist ein Schock für jene liberalen Eliten, die tatenlos zusahen, wie Hochschulen sich in Bollwerke der Intoleranz gegenüber Juden verwandelten. Die Ideologien der 68er, von Critical Race Theory über „Diversity, Equity, Inclusion“ bis zu „Siedler-Kolonialismus“, haben heute den Mainstream erreicht. Sie lehnen die Grundlagen westlicher Zivilisation ab – und richten sich besonders gegen Juden und Israel, die fälschlich als „weiße Unterdrücker“ gelten, während deren Feinde zu „People of Color“ verklärt werden – selbst wenn diese Massaker wie am 7. Oktober 2023 verüben.

Die Reaktion vieler Universitäten nach dem 7. Oktober hat jeden Zweifel ausgeräumt: Sie dulden Antisemitismus nicht nur – sie fördern ihn. Columbia University, gegen die Trumps Regierung nun als erste mit Entzug von Fördergeldern vorgeht, weigert sich ausdrücklich, auf die Forderungen einzugehen.

Trotzdem wollen ADL, AJC, Lipstadt und andere nicht mit Trump kooperieren – selbst wenn es um jüdische Sicherheit geht. Sie berufen sich auf Meinungsfreiheit oder rechtsstaatliche Prinzipien, obwohl es bei den Abschiebungen um illegales Verhalten geht, nicht um Rede. Letztlich ist ihnen der Erhalt der liberalen Elite-Institutionen wichtiger als die Sicherheit jüdischer Studenten.

Parteilichkeit statt Sicherheit der eigenen Kinder

Und sie haben die Chuzpe zu behaupten, dass Trumps Kampf gegen Antisemitismus schlecht für die Juden sei – einfach weil er von Trump kommt. Ihre Botschaft: Die eigene politische Haltung wiegt schwerer als das Wohlergehen ihrer Kinder.

Dabei würden dieselben Universitäten niemals Hassreden gegen Schwarze oder Latinos dulden – doch Juden sollen es hinnehmen. Denn die Alternative wäre, Trump in einem Punkt recht zu geben.

Das ist nicht nur schändlich – es widerspricht auch den zentralen Lehren von Pessach.

Die Geschichte des Auszugs aus Ägypten ist eine Geschichte der Befreiung aus Unterdrückung, die seit Jahrtausenden inspiriert. Der Sederabend verbindet Juden weltweit mit ihrem Glauben und ihrer Geschichte – besonders in Zeiten der Bedrohung.

Die Neuinterpretation von Haggada und Seder

Viele Juden haben in den letzten Jahrzehnten den Pessach-Seder als eine Art kulturelle Hülle verwendet, um ihre säkularen Überzeugungen zu betonen – oft zu Themen, die wenig mit dem jüdischen Leben zu tun haben. So entstanden zahllose alternative Haggadot, die sich Umweltschutz, sozialer Gerechtigkeit oder Identitätspolitik widmen.

Ob es um das Platzieren von Orangenscheiben auf dem Sederteller geht (als Symbol für Feminismus oder LGBTQ-Rechte, je nach Auslegung) oder um das Einfügen von Eicheln, um die indigene Landfrage anzusprechen – viele dieser kreativen Eingriffe lenken vom eigentlichen Kern der Exodus-Erzählung ab: der Befreiung des jüdischen Volkes aus der Sklaverei hin zur Freiheit in seiner Heimat.

Weitaus beunruhigender ist jedoch, wenn Pessach dazu benutzt wird, Israel selbst zu dämonisieren. Gruppen wie Jewish Voice for Peace oder IfNotNow fordern einen „Exodus vom Zionismus“ und stellen dabei die Hamas und ihre Verbündeten als die neuen Unterdrückten dar – und den jüdischen Staat als Pharao. Eine völlige Umkehrung der historischen und moralischen Perspektive.

Was zählt wirklich?

Juden in Amerika müssen sich am Sederabend fragen: Was zählt wirklich? Die Beziehungen zu liberalen Verbündeten – oder die ermordeten, vergewaltigten und entführten Israelis? Ist man bereit, weitere Massaker wie am 7. Oktober in Kauf zu nehmen, nur um Trump nicht zu unterstützen?

Pessach erinnert uns daran, dass wir uns selbst als Teil des Exodus sehen sollen – als wären wir selbst aus Ägypten befreit worden. Das fällt in Zeiten von Frieden schwerer – aber heute, in einer Zeit wachsender Bedrohung, müsste es umso leichter fallen, sich an die Geschichte zu erinnern.

Viele Juden litten einst unter dem „Stockholm-Syndrom“ – sie wollten nach Ägypten zurück. Auch heute schließen sich manche lieber ihren Unterdrückern an, als sich der Realität zu stellen. Viele moderne Haggadot streichen jene Zeilen, die die ständige Bedrohung für Juden thematisieren: „In jeder Generation erheben sich Feinde gegen uns, um uns zu vernichten.“ Oder den Ruf: „Gieße Deinen Zorn aus auf die Nationen…“

Trump ist kein Mose. Aber indem er die antisemitischen Zustände an Hochschulen bekämpft, übernimmt er eine Führungsrolle, die viele jüdische Organisationen verweigern. Ihn dabei zu bekämpfen ist kein Einsatz für Freiheit, jüdische Werte oder das Judentum – es ist ein Verrat an all dem.

Die Lehre der Geschichte

Pessach war immer eine Lehre in Solidarität und Verantwortung für das jüdische Volk. Es zeigt: Freiheit ohne moralische Fundamente führt ins Chaos. Wer sich heute abwendet, gehört zur Kategorie des „bösen Sohnes“, der fragt: „Was bedeutet Euch dieses Fest?“ – und sich damit selbst aus der Gemeinschaft ausschließt.

Die Geschichte lehrt: Wer sich so verhält, wird später von der Nachwelt als Mitläufer der Unterdrücker verurteilt werden. Für alle anderen ist Pessach der Aufruf, wie einst weiterzugehen – im Vertrauen auf Gott und mit Rückhalt durch Israel und seine Freunde.

Nächstes Jahr in Jerusalem“ darf keine leere Floskel bleiben. Es ist ein Aufruf zum Handeln – zur Verteidigung Israels und des jüdischen Volkes. Damit die Feinde dieser Generation nicht triumphieren.

 

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Patrick Callahan

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Ein Kommentar zu “Eine Pessach-Lektion für Juden, die Trump mehr ablehnen als den Antisemitismus”

  1. Luise H. sagt:

    Meschugge!
    Statt erleichtert zu sein, daß der amerikanische Präsident, der sich sehr wohl Unbill aussetzt um Juden und Israel in einer verdummten, antisemitischen Welt beizustehen, wird er bekämpft.
    Juden in Amerika, geht’s noch?

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