Wer in den siebziger oder achtziger Jahren zum Einkaufsbummel ging, hat sicher auch mal im Warenhaus Hertie gekauft. Bis 1994 war Hertie einer der führenden Warenhauskonzerne in Deutschland. Was viele vielleicht nicht wissen, ist, dass hinter Hertie das jüdische Familienunternehmen Tietz steht.
Hermann Tietz wurde am 29. April 1837 in der Provinz Posen als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Er verbrachte zwei Jahrzehnte in Amerika und sammelte dort Erfahrungen im Wirtschaftsleben. So gründete er zusammen mit seinem Neffen Oscar Tietz ein Textil-Einzelhandelsgeschäft. Dieses Geschäft eröffnete im Jahr 1882 in Gera als „Garn-, Knopf-, Posamentier-, Weiß- und Wollwarengeschäft Hermann Tietz“. Hermann stieg jedoch wenig später als Teilhaber aus. Das Haus hatte bereits Merkmale moderner Warenhäuser, wie zum Beispiel festgelegte Preise und ein vielfältiges, branchenübergreifendes Angebot.
Nach weiteren Geschäftseröffnungen in Städten wie Bamberg, Erfurt und Rostock setzte sich der Erfolg des Warenhauses bis in die Reichshauptstadt Berlin fort. 1904 entstand am Alexanderplatz das prächtige Warenhaus Tietz.
Auch die Brüder von Hermann Tietz waren im Familienunternehmen aktiv und konzentrierten sich auf...
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