Der Tempelberg: Das Herz Jerusalems

Während Israel die Wiedervereinigung Jerusalems im Jahr 1967 feiert, laufen die Bemühungen zur Erhaltung und Hervorhebung der jüdischen Geschichte auf dem Tempelberg auf Hochtouren

von Ryan Jones | | Themen: Tempelberg
Bergung von Tempelartefakten, die von muslimischen Behörden im Kidrontal unrechtmäßig weggeworfen wurden Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Aktionen zur Erhaltung und Akzentuierung der jüdischen Geschichte auf dem Tempelberg sind heute wichtiger denn je. „Der Tempelberg ist das Höchste aller Träume des israelischen Volkes“, sagte uns Dr. Gaby Barkay, als wir ihn in seinem Laboratorium besuchten, in dem sein Tempelberg-Siebprojekt seit mehr als 12 Jahren systematisch jedes noch so kleine historische Fragment, das von der heiligen Stätte stammt, katalogisiert.

Nach dem Sechs-Tage-Krieg hatte die jüdische Nation erstmals seit 2000 Jahren Gelegenheit, ihre alte, biblische Verbindung zum Tempelberg zu untersuchen. Diese Gelegenheit wurde aufgrund der Angst, wie Muslime und letztendlich der Rest der Welt reagieren würde, buchstäblich verpulvert. Israel gab die Betreuung des Tempelbergs in die Hände islamischer Behörden und vertraute darauf, dass sie nie soweit gehen würden, dortige Beweise jüdischer Geschichte zu zerstören.

Das Vertrauen brach in den späten 1990er Jahren, als Muslime begannen, innerhalb des Tempelberges massiv zu graben, um neue unterirdische „Moscheen zu bauen“. Diese Aktion folgte direkt auf Friedensverhandlungen, bei denen eine gemeinschaftliche Verwaltung über den Tempelberg vorgeschlagen worden war. Während der Islamische Trust (Waqf) damit beschäftigt war, sich den gesamten Tempelberg einzuverleiben, wurden tausende Jahre Jerusalemer Geschichte kurzerhand in Form von Bauschutt im Kidrontal weggekippt.

Dr. Gaby Barkay. Foto: Ryan Jones

Es war barbarisch“, klagt Barkay. „Sie haben 12.000 Tonnen Erde weggeschüttet, die von der Geschichte des Tempelbergs durchtränkt war.“ Doch der Waqf hatte die Wertschätzung der Juden für Jerusalem unterschätzt, besonders für den Tempelberg. „Einige mögen sich ihrer Sehnsucht zum Tempelberg nicht wirklich bewusst sein“, erklärte Barkay, „doch wenn man mal ein wenig nachhakt, findet man heraus, dass der Tempelberg in der persönlichen Geschichte einer jeden Person in diesem Land eine Rolle spielt.“

Jene, die sich der Erhaltung der heiligen Geschichte verschrieben haben, sind sich nicht zu schade, sich durch das, was Muslimen als Müll gilt, hindurchzuwühlen. Im Gegenteil, dies wird mittlerweile sogar als Ehre gesehen.

Wenn Beteiligte erkennen, dass sie das erfüllen, was der Psalmist einst formuliert hat (Psalm 102,14) – denn deine Knechte haben Gefallen an seinen Steinen und haben Mitleid mit seinem Schutt – dann erhebt sich ihre Seele, das ist einfach einzigartig“, sagte uns Barkay. Und was sie unter diesen Steinen inmitten dieses Schutts finden, zeugt nicht nur von der Vergangenheit. Es ist genauso entscheidend für Israels Zukunft, weil der Tempelberg nicht nur das schlagende Herz des jüdischen Volkes war, sondern es auch bleibt.

Als der Kommandeur, der im Sechs-Tage-Krieg als erster den Tempelberg erreichte, erklärte: Der Tempelberg ist in unseren Händen!, erschütterte dies das Herz eines jeden Israelis“, erinnerte sich Barkay, der 1967 in Jerusalem kämpfte. „Warum? Weil der Tempelberg von äußerster Wichtigkeit ist, nicht nur religiös, sondern auch historisch und national gesehen.“

Betrachtet man die Bedeutung dieser Leistung, die durch den diesjährigen wichtigen Jahrestag zweifelsohne hervorgehoben wird, möchte man meinen, dass der Staat Israel vollauf hinter dem Tempelberg-Siebprojekt stehen müsse. Immerhin weisen Regierungsmitglieder oft genug auf die Bedeutung Jerusalems für Israel hin, und auf die Notwendigkeit, die Stadt geeint zu lassen. Doch leider hat die „Unfähigkeit israelischer Behörden“, wie Barkay es ausdrückt, die unerlässliche Arbeit bislang davon abgehalten, ein offizielles nationales Unterfangen zu werden.

Glücklicherweise sind Israelis aus dem ganzen Land und scharenweise Juden und Christen aus dem Ausland bereit, die Arbeit in Angriff zu nehmen. „Wir hatten bisher eine viertelmillion Teilnehmer, schätzungsweise“, freut sich Barkay. „Die überwältigende Mehrheit ist nicht-jüdisch und kommt aus dem Ausland. Ihr christliches Interesse am Tempelberg führt sie hierher.“

 

Mehr über das Tempelberg-Siebprojekt sowie Informationen für Volontäre gibt es hier.  

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