Corona – was war das nochmal?

Während wir uns bereits an den neuen alten Alltag nach Corona gewöhnen, scheint es in Europa so, als habe die Coronakrise gerade erst begonnen

Corona – was war das nochmal?
Olivier Fitoussi/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Hoffentlich bald ohne Maske 😉

Ich gehöre zu den Menschen, die einen geordneten Tagesablauf lieben. Jeder neue Arbeitstag beginnt für mich auf fast dieselbe Art und Weise. Natürlich gibt es im Laufe der Zeit Veränderungen, an die ich mich anpassen muss. So sieht der Beginn meines Arbeitstages heute anders aus als vor etwas mehr als einem Jahr, als Corona für mich fast noch ein Fremdwort war.  Aber ich habe mich danach an diese neue Routine gewöhnt. Mein Weg an meinen Arbeitstisch ist heute viel kürzer als vor Corona. Musste ich damals noch sehr früh aufstehen, um ohne Staus nach Jerusalem zu kommen, gehe ich heute einfach die Treppen runter und schon kann ich mit der Arbeit beginnen. Home-Office ist eine der bedeutendsten Entdeckungen, die uns das Corona-Jahr gebracht hat.

Und wir sind da nicht allein. Neulich sah ich einen Bericht in den Abendnachrichten, in dem erzählt wurde, dass viele Firmen die Arbeit von zu Hause aus weiterhin unterstützen werden. In vielen Fällen wurde die Arbeit der Mitarbeiter viel effektiver als früher. Besonders in der Hightech-Branche hat man die Vorteile des Home-Office gesehen und sich dazu entschlossen, ihren Mitarbeitern auch nach Corona wenigstens an einigen Tagen in der Woche die Arbeit von zu Hause aus zu ermöglichen.  Und das ist auch bei uns nicht anders. Da wir ja durch den Computer immer miteinander verbunden sind und wir auch vor Corona schon Kollegen hatten, die von zu Hause aus mitarbeiteten, haben wir uns sehr schnell an diese neue Arbeitsroutine gewöhnt.

Auch in Tel Aviv scheint man Corona schon vergessen zu haben

Gleich nach dem Öffnen meines Laptops schalte ich den Fernseher an, um mich das aktuelle Geschehen hier bei uns zu informieren. Und hier deutet sich wieder eine Veränderung an. Gab es im vergangenen Jahr zuerst immer erst die aktuellen Zahlen in Bezug an Corona, befasst man sich jetzt wieder mit ganz normalen Problemen. Ich sitze jetzt schon seit etwas einer Stunde am Laptop und habe das Wort Corona noch kein einziges Mal gehört. Wir haben nun wieder unsere “alten” Nachrichten. Die Wahlen und die Frage, wen unser Präsident mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragen wird, ist nun eines der wichtigsten Themen. Wahlen gehören hier bei uns in Israel ja mittlerweile auch zur Routine. Danach befasst man sich mit der Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens gegen Netanjahu, auch darüber sprach man schon vor Corona, und dann kommen weitere für Israel alltägliche Themen. Corona interessiert uns hier nicht mehr so viel.

Aber dann kommen die Berichte aus dem Ausland, wo wir dann wieder Begriffe hören, die hier bei uns hoffentlich der Vergangenheit angehören, wie Lockdown und Zusammenbrüche der Krankenhäuser. In Europa sieht es fast so aus, als hätte die Coronakrise gerade erst begonnen. Komische irgendwie. Nur in Großbritannien scheint man die Kurve gekriegt zu haben, dort soll schon die Hälfte der Bürger geimpft worden sein. Ich hoffe, dass man Corona auch in Europa bald in den Griff bekommt.

In Jerusalem ist die Stadt wieder voll wie früher. Es fehlen nur noch die Touristen.

Wir genießen mittlerweile die Rückkehr in den Alltag, in die Routine, auf Hebräisch “Shigra” (שגרה) genannt. Gestern war ich wie jeden Montag in Jerusalem, um an unserer wöchentlichen Redaktionssitzung teilzunehmen. In der Stadt war außer den Masken nichts mehr vom Corona-Alltag zu sehen, die Stadt war voll wie früher. Jetzt fehlen nur noch die Touristen, die wir seit mehr als einem Jahr sehr vermissen. Dann werden wir gerne wieder mehr im Büro sein, um einige von Ihnen, liebe Leser, zu einem Kaffee in die Redaktion einzuladen. Und jetzt das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Es wird immer wärmer. Heute bekommen wir einen Vorgeschmack dafür, wie der nächste Sommer aussehen wird. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 29 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 35 Grad, Beersheva 35 Grad, Eilat am Roten Meer 35 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist noch einmal um einen Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei – 209,11 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen nur noch 31 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen jetzt einen angenehmen Dienstag und hoffe, dass sich die Lage auch bei Ihnen bald verbessern wird und dass auch Sie bald wieder in den gewohnten Alltag zurückkehren können. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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